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„Gryffindor, Slytherin und so weiter“Richard David Precht fordert Schulhäuser wie bei „Harry Potter“

Richard David Precht und Markus Lanz haben in der neusten Folge ihres Podcasts „Lanz + Precht“ über das Bildungswesen gesprochen. Dabei nannte der TV-Philosoph einige Ideen zur Verbesserung des Schulsystems - beispielsweise Uniformen und Lernhäuser.

Richard David Precht (links) und Markus Lanz haben in ihrem Podcast „Lanz + Precht“ über das Schulsystem gesprochen. (Bild: ZDF / Lanz + Precht)

Richard David Precht (links) und Markus Lanz haben in ihrem Podcast „Lanz + Precht“ über das Schulsystem gesprochen. (Bild: ZDF / Lanz + Precht)

Die aktuellen Schülerproteste in Frankreich sorgen weiter für Aufsehen. In dem Zusammenhang überlegen Richard David Precht und Markus Lanz in ihrem Podcast „Lanz + Precht“, wie das Schulsystem verbessert werden könne - auch in Deutschland. Der TV-Philosoph schildert dafür einige Ideen.

„In fünf Sätzen, wie würdest du es machen? Als jemand, der sich so viel mit Schule, mit Bildung, mit genau diesen Themen beschäftigt. Wie würdest du es machen?“, fragt Markus Lanz seinen Gesprächspartner nach seinen Innovationen, um das Bildungswesen positiv zu verändern. Richard David Precht muss da gar nicht lange überlegen. Sein erster Gedanke: „Ich bin für eine Kindergartenpflicht.“

„Grundgesetz. Funktioniert nicht“, entgegnet der ZDF-Moderator sofort, dass Bundesbildungsministerin Karin Prien diesen Vorschlag umgehend ablehnen würde. Für Precht kein Argument: „Das Grundgesetz hat man schon so oft geändert.“ Weiter plädiert der 61-Jährige dafür, dass vom Kindergarten an Deutsch geredet wird. „Kinder lernen so dermaßen schnell Sprachen. Und die können auch noch gezielt gefördert werden und so weiter. Also das Erlernen der deutschen Sprache ist die absolute Pflicht, ohne die gar nichts geht, und da gibt es auch kein Verständnis für andere Positionen“, argumentierte Precht.

Richard David Precht ist „ein Fan von Schuluniformen“

Richard David Precht plädiert für Schuluniformen und Lernhäuser. (Bild: 2022 Getty Images/Andreas Rentz)

Richard David Precht plädiert für Schuluniformen und Lernhäuser. (Bild: 2022 Getty Images/Andreas Rentz)

Zudem wolle Precht stark verhaltensauffällige Kinder, „was die soziale Integrationsfähigkeit anbelangt“, entsprechend betreuen und fördern, um die Integration zu erleichtern. Auch für mehr Praktika im Bildungssystem spricht sich der Schriftsteller aus, um die Schüler bei ihren Interessen abzuholen.

„Ich bin auch zum Beispiel ein Fan von Schuluniformen“, stellt Precht klar. „Ich weiß, bei uns wird das immer nicht gemacht, weil das immer gleichgesetzt wird mit dem Dritten Reich oder mit DDR“, doch der Prozentsatz an Ländern auf der Welt, wo die Kinder Schuluniformen tragen, sei unwahrscheinlich hoch. „Da werden die sozialen Unterschiede genichtet. Dieses zunehmende Model-Schaulaufen schon in der Grundschule wird unterbunden“, argumentiert Precht.

Eine von der Fantasy-Reihe „Harry Potter“ inspirierte Idee hat er ebenfalls: „Man kann die Schule unterteilen in Lernhäuser. Gryffindor, Slytherin und so weiter, die gegeneinander antreten. Damit kannst du dann die schulinterne Solidarität fördern, dass sich die muslimischen Kinder genauso wie die anderen Kinder mit ihrem Lernhaus identifizieren und dann natürlich als Team besser zusammenstehen, weil du ihnen ein Identitätsangebot in der Schule machst.“ Seiner Meinung nach würde es das „sehr unwahrscheinlich“ machen, „dass so jemand dann völlig aus dieser Identität auch wieder ausbricht und nicht mehr integriert sein will“.

Die ganze Episode von „Lanz + Precht“ gibt es unter anderem auf Spotify und Apple Podcasts sowie als Video-Podcast im YouTube-Kanal des ZDF. (tsch)