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Harald Lesch begleitet Sonnenfinsternis„Erschüttert auch den Homo sapiens des 21. Jahrhunderts“

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Harald Lesch begleitet die Sonnenfinsternis gemeinsam mit „Terra X“-Kollegin Jasmina Neudecker. (Bild: ZDF / Thorsten Eifler)

Harald Lesch begleitet die Sonnenfinsternis gemeinsam mit „Terra X“-Kollegin Jasmina Neudecker. (Bild: ZDF / Thorsten Eifler)

Europa erwartet die Sonnenfinsternis - und Harald Lesch begleitet das Spektakel live im TV.

Wenn am Mittwoch, 12. August, die Sonnenfinsternis den Himmel verdunkelt, darf einer nicht fehlen: Harald Lesch begleitet das kosmische Spektakel live in einer „Terra X“-Spezialausgabe. 3sat überträgt das Großereignis ab 20.15 Uhr aus Mallorca, während das ZDF sein Programm dafür ab 20.25 Uhr sogar für zehn Minuten unterbricht. Auf der Baleareninsel, wo die totale Sonnenfinsternis wohl am besten zu sehen ist, wollen tausende Schaulustige dem magischen Moment beiwohnen - zumal mit einer am Horizont versinkenden Sonne. Sie und das TV-Publikum erwartet laut Lesch „ein sehr farbenfroher Sonnenuntergang, mit allem Drum und Dran und einer Sonne, die für 2 Minuten bedeckt sein wird“. Alles in allem „also ganz großes Kino am Horizont“, so der 66-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur teleschau.

„Ich kenne kein anderes Ereignis, das Menschen in vorwissenschaftlicher Zeit so sehr aus der Fassung gebracht hat“, blickt der Astrophysiker auf die historische Dimension des atemberaubenden Spektakels. „Nüchtern“ seien wir heutzutage nur, „weil wir es berechnen können“. Und doch: „Die einbrechende Kühle, die merkwürdigen Farben und das es nicht kontrollierbar ist, erschüttert auch den Homo sapiens des 21. Jahrhunderts“, weiß Lesch.

Sonnenfinsternis als „Glücksfall für uns“

Weshalb die Sonnenfinsternis auch aus wissenschaftlicher Sicht noch immer relevant ist, erklärt der Professor so: „Man kann mit eigenen Augen Strukturen sehen, die wir sonst nur per Satellit oder Sonde sehen. Und die eigenen Erfahrungen spielen in den empirischen Wissenschaften immer noch eine ganz wichtige Rolle.“ Ein solches Ereignis sei Lesch zufolge ein „Glücksfall für uns“. Früher habe der Mond die Sonne viel vollständiger bedeckt: „Er war näher an der Erde. Heute entfernt er sich jedes Jahr um ein paar Zentimeter von der Erde. In ferner Zukunft gibt es keine perfekten Sofis mehr, nur noch Ringsofis.“

Auf die auch technisch herausfordernde Live-Übertragung gemeinsam mit Kollegin Jasmina Neudecker blickt Lesch gelassen: „Da ich mit Jasmina zusammen vor der Kamera bin, bin ich da ganz entspannt. Leben ist ja immer live nur sind jetzt Kameras dabei und viele Freunde hinter den Kameras. Wird schön, freue mich darauf.“

„Die Natur ist kein Parteimitglied“

Einst sollen Armeen im Angesicht der Sonnenfinsternis ihre Waffen fallengelassen haben. Bezüglich der Frage, ob die Auswirkungen eines solchen Naturphänomens auch in aktuellen Krisenzeiten etwas ändern könnten, gibt sich der Professor jedoch nüchtern bis augenzwinkernd: „Bei den Herrschaften, die heute für die Katastrophen der Welt verantwortlich sind, helfen keine Sonnenfinsternisse mehr. Vielleicht lassen sich die Menschen aber davon inspirieren die Kriegstreiber wieder loszuwerden. So als Zeichen eines Neuanfangs.“

Auch könne man die Sonnenfinsternis durchaus als Botschaft für den Klima- und Naturschutz verstehen, so Lesch: „Man hört die bedeckte Sonne förmlich rufen: Bedenke Mensch, Du bist Teil der Natur. Und die Natur ist kein Parteimitglied, hat keine Aktien und hat auch sonst keine Interessen. Aber nur wenn die Natur gesund ist, können Du und die Deinen gedeihlich leben.“

Live verfolgen können die Zuschauerinnen und Zuschauer die totale Sonnenfinsternis auch im Online-Stream beim ZDF und auf YouTube, wo Harald Lesch direkt nach der Sendung ab 21 Uhr gemeinsam mit Gästen Fragen beantwortet. (tsch)