Roman Polanski spielt in seinem meisterhaften Klassiker „Rosemaries Baby“ effektvoll mit traditionellem Aberglauben, moderner Psychoanalyse und Horrorliteratur.
Heute im Free TVEiner der größten Horrorschocker der Filmgeschichte

Des Teufels Ziel ist es, mit „Rosemaries Baby“ einen satanischen Nachkommen auf die Welt loszulassen. Doch welche Rolle spielt die Nachbarin von Guy (John Cassavetes) und Rosemarie (Mia Farrow, Mitte), Minnie (Ruth Gordon), in dem dämonischen Plan? (Bild: Paramount)
Copyright: Paramount

Rosemarie (Mia Farrow) will dem Geheimnis ihrer Nachbarn auf den Grund gehen. (Bild: Paramount)
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Während im modernen Horrorfilm Schädel gespalten werden oder menschliche Innereien für Spannung sorgen sollen, zeigt Roman Polanski in seinem Klassiker „Rosemaries Baby“ (1968), dass Gruselstories auch nach intelligenterem Strickmuster funktionieren können. Inszeniert als surrealer Albtraum von beängstigender Eindringlichkeit, zerrte der Meisterregisseur die pure Angst vor die Kamera - und überschritt dabei besonders für die katholische Kirche die Grenze zur Blasphemie. Zweifellos ein Stück Filmgeschichte, dem der BR am 28. August ab 22.50 Uhr eine Bühne gibt.

Rosemaries (Mia Farrow) Schwangerschaft ruft auch die Kirche auf den Plan. (Bild: Paramount)
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Der erfolglose Schauspieler Guy Woodhouse (John Cassavetes) und seine Frau Rosemarie (Mia Farrow) beziehen in New York eine Wohnung in einem alten Mietshaus. Bald gibt es erste Kontakte mit den Nachbarn, besonders den Castevets (Ruth Gordon und Sidney Blackmer), die sich regelrecht aufdrängen. Doch die Castevets verbergen ein düsteres Geheimnis. Roman Castevet ist der Sohn des Hexenmeisters Marcato, regelmäßig halten die beiden schwarze Messen ab. Eines nachts findet sich Rosemarie in einer Art Wachtraum in der Wohnung der Castevets wieder, satanische Riten werden an ihr vollzogen. Kurz darauf wird sie schwanger ...

Rosemarie (Mia Farrow) gerät immer mehr in die Fänge des Bösen. (Bild: Paramount)
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Der Albtraum, den Rosemarie durchlebt, wurde von Polanski mit starken, symbolbehafteten Bildern inszeniert. Schon Ira Levins Romanvorlage hatte zu erbitterten Diskussionen geführt, noch heftiger fiel die Reaktion angesichts der Verfilmung aus. Katholische Kritiker warfen Polanski unter anderem die „perverse Verwendung christlichen Glaubensgutes“ vor. Die Satansausgeburt sei als Parallele zum Dogma der jungfräulichen Geburt angelegt. Die Zeit ließ die Empörung verblassen, heute gilt „Rosemaries Baby“ als unumstrittener Meilenstein des Horror-Genres. (tsch)