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„Ich bin nicht traurig“Claus-Theo Gärtner über das Aus von „Ein Fall für zwei“

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Claus Theo Gärtner spielte 30 jahre lang den Detektiv Matula in „Ein Fall für Zwei“. 2027, 14 Jahre nach Gärtners Austieg, wird die ZDF-Kultreihe endgültig eingestellt. (Bild: 2018 Getty Images/Matthias Nareyek)

Claus Theo Gärtner spielte 30 jahre lang den Detektiv Matula in „Ein Fall für Zwei“. 2027, 14 Jahre nach Gärtners Austieg, wird die ZDF-Kultreihe endgültig eingestellt. (Bild: 2018 Getty Images/Matthias Nareyek)

Claus Theo Gärtner hat über das Aus der Krimi-Serie „Ein Fall für zwei“ gesprochen. Der Schauspieler sei „nicht traurig“, wie er zu verstehen gab.

Eine Ära geht langsam zu Ende. Das endgültige Aus der Krimi-Serie „Ein Fall für zwei“ ist beschlossene Sache. Claus Theo Gärtner, der 300 Folgen lang mitspielte, sieht es mit gemischten Gefühlen.

„Ich bin nicht traurig“, sagte Schauspieler Claus Theo Gärtner im Interview mit Journalist Honza Klein für dessen Interviewserie „Hauptstadtgespräche“. „Aber mir tut es nur leid um die Arbeitsplätze, gerade in Frankfurt.“ Dort wird die Serie gedreht.

Gärtner, mittlerweile 83 Jahre alt, steht für viele TV-Fans immer noch und unwiderruflich für den Erfolg der ZDF-Krimi-Serie „Ein Fall für zwei“. Als am 11. September 1981 die erste Episode lief, war er schon als Hauptdarsteller an Bord. Und blieb es 300 Folgen lang. Er spielte den Detektiv Josef Matula länger als Horst Tappert den Kommissar „Derrick“ gab. Den Matula-Job hatte er Günter Strack zu verdanken, der damals unbedingt Gärtner als Partner haben wollte. Bis 1988, 60 Folgen lang, bildeten beide das Duo aus Detektiv und Rechtsanwalt. Strack starb 1999.

2013, nach über 30 Jahren, stieg Gärtner aus. Mit Ansage. „Ich hatte schon zwei Jahre vorher gesagt, 'Leute, nach der 300. Folge ist Schluss' und dass sie sich eine Alternative suchen sollen.“ Das tat das ZDF: Ein Jahr nach dem Abschied von Gärtner ging am 9. Mai 2014 die Serie weiter - neu besetzt mit Antoine Monot, Jr. als Anwalt Benjamin Hornberg und Wanja Mues als neuer Detektiv Leo Oswald.

„Wer wird Millionär?“ luchste „Ein Fall für zwei“ Millionen Zuschauer ab

In dieser Besetzung geht's in die letzten Runden: Am 11. September, also exakt 45 Jahre nach der Premierenepisode, beginnt die 12. Staffel mit vier neuen Folgen. Im nächsten Jahr werden in der 13. Staffel die letzten vier Folgen kommen. Danach soll es mit einem 90-minütigen Spielfilm den endgültigen Schlusspunkt geben.

Mit seinen Nachfolgern ist Gärtner zufrieden. Die hätten das „doch ganz gut gemacht“, sagte er, aber sie hätten auch einen schweren Einstieg gehabt. Nach 30 Jahren Gärtner als Matula „war man halt dran gewöhnt“. Gärtner: „Man hätte das nicht mehr 'Ein Fall für Zwei' nennen sollen.“ Aber es sei ja noch mal fast 15 Jahre gutgegangen. „Da kann man nicht meckern.“

Die „ganz guten alten Zeiten“ seien schon vorbei gewesen, als Gärtner aufhörte. Als er als Matula anfing, hätte es „drei TV-Sender und 21 Millionen Einschaltquote“ gegeben. Dann sei RTL gekommen und habe „Wer wird Millionär?“ auch am „Matula-Freitag“ gesendet. Da habe man zugucken können, wie es Woche um Woche und Monat um Monat zurückging. „Bis wir nur noch sieben Millionen hatten.“

Claus-Theo Gärtner: Lieber nach Afrika als weiter „Matula“ sein

Er hätte, sagte Gärtner, auch noch weitermachen können als Matula. „Aber ich wollte noch was anderes machen. Hab ich ja.“ Er kaufte sich einen 12,5-Tonner und baute ihn zum Wohnmobil um. Und fuhr damit durch Afrika und die Sahara. Zudem war er leidenschaftlicher Motorsportler. Jahrelang fuhr der ehemalige Werksfahrer von Mercedes-Benz Autorennen.

Zwischen 2017 und 2019 gab es, immer am Karfreitag, noch drei „Matula“-Filme. Gärtner: „Das war so ein Geschenk vom ZDF, wo die gesagt haben: 'Da machen wir noch mal was für ihn.'“

Ob er den Schauspielberuf heute noch empfehlen würde? Auch hier ist er zwiegespalten. „Am Theater gibt's nie Riesengagen, und beim Fernsehen ja auch nur, wenn du wie ich das Glück hast und eine Serie machst. Wenn einer ein, zwei Filmchen im Jahr macht, kann er davon nicht leben.“ Aber: „Wenn einer Talent hat und Durchhaltevermögen, dann rate ich ihm nicht ab.“ (tsch)