Ali Güngörmüş gehört zu den bekanntesten Köchen der deutschen TV-Landschaft. 2006 erhielt er als erster deutscher Koch mit türkischen Wurzeln einen Michelin-Stern. Am 15. Oktober feiert Güngörmüş einen runden Geburtstag: Er wird 50 Jahre alt. Sein kulinarisches Talent zeichnete sich bereits in jungen Jahren ab.
Geboren wurde Ali Güngörmüş als eines von sieben Kindern in der Osttürkei, im Dorf Pageou. Seinen Vater sieht Güngörmüş meist nur einmal im Jahr, da dieser als Schweißer in München arbeitet. 1986, als Ali Güngörmüş zehn Jahre alt ist, holt der Vater seine Frau und die Kinder nach Deutschland.

Im Jahr 2023 nahm Ali Güngörmüş an der RTL-Tanzshow „Let's Dance“ teil. Er tanzte mit Christina Luft und belegte den 8. Platz. (Bild: 2023 Getty Images/Justin Sammer)
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Güngörmüş kommt aus einem einfachen Leben im Dorf mitten in die Großstadt. Kein einfacher Wechsel und auch die Schulzeit macht ihm zu schaffen. Nach dem Abschluss der Hauptschule bewirbt er sich mit 14 Jahren vergeblich um Lehrstellen, bis er auf eine Ausbildungsstelle als Koch im „Wirtshaus am Rosengarten“ stößt. Dort fängt er als junger Auszubildender an, zu kochen - und sein Talent bleibt nicht lange unbemerkt.
In der BR-Reportage „Ali Güngörmüş - Mein Griff nach den Sternen“ erinnert sich sein damaliger Chef Gerhard Rieder: „Ich hab zu ihm damals schon gesagt: Aus dir wird mal ein Großer!“ Rieder sollte recht behalten.
Ali Güngörmüş erhält mit 30 Jahren Burnout-Diagnose

2026 gewann Ali Güngörmüş zusammen mit Frank Rosin (Mitte) und Alexander Kumptner (links) den Deutschen Fernsehpreis für ihre Doku-Soap „Roadtrip Australien - Drei Spitzenköche auf vier Rädern“. (Bild: 2026 Getty Images/Joshua Sammer)
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Nach seiner Ausbildung zog es Güngörmüş in die gehobene Gastronomie. Als er hört, dass Gastronom Karl Ederer für sein Sternerestaurant „Glockenbach“ einen Jungkoch sucht, bewirbt sich Güngörmüş - und bekommt die Stelle. Statt in einem traditionsreichen Wirtshaus kochte er nun auf Sterneniveau. In der Reportage erklärt der Koch dazu: „Für mich war das Neuland. Ich habe riesigen Respekt davor gehabt.“ Ederer, der Güngörmüş als seinen „kulinarischen Sohn“ bezeichnet, sollte zu seinem wichtigsten Mentor werden.
1997 verlässt er das „Glockenbach“ und übernimmt eine Stelle im Zwei-Sterne-Restaurant „Tantris“ in München, drei Jahre später wechselt er ins Restaurant „Käfer“. Im Alter von 27 Jahren erhält er schließlich die Chance, mit der Übernahme des Restaurants „Le Canard“ in Hamburg sein erstes eigenes Lokal zu eröffnen. Güngörmüş sagt zu, eröffnet 2005 das „Le Canard Nouveau“ und erhält nur 19 Monate später als erster deutscher Koch mit türkischen Wurzeln einen Michelin-Stern.
In den folgenden Jahren häufen sich seine TV-Auftritte und Shows, Güngörmüş schreibt eigene Bücher und gehört schnell zu den bekanntesten Köchen im deutschen Fernsehen. Doch plötzlich zeigen sich die Schattenseiten seines extremen Ehrgeizes. Er leidet unter Schwindel und Herzrasen und erhält schließlich eine Burnout-Diagnose. In der Reportage „Ali Güngörmüş - Mein Griff nach den Sternen“ erinnert sich Güngörmüş: „Das waren die schlimmsten zwei Jahre meines Lebens.“
Güngörmüş fängt an, Sport zu machen und versucht, sein Leben in ruhigere Bahnen zu lenken. Er zieht zurück nach München, wo er 2014 das Restaurant „Pageou“ und 2022 das „Pera Meze“ eröffnet. In der BR-Reportage gesteht der heute 50-Jährige: „Ich hätte nie gedacht, dass ich es so weit schaffe, aber ich weiß auch, dass ich viel selber dafür getan habe.“ Auf Freizeit und sein Familienleben habe er oft verzichten müssen, weiß der dreifache Vater. Menschen, die ihm wichtig sind, seien dabei zu kurz gekommen. „Das ist halt der Preis, den du bezahlst, wenn du einen gewissen Weg gehen willst“, erklärt der Sternekoch. (tsch)
