Lukas Podolski denkt nicht ans Aufhören. Er spielt Fußball in Polen, und das macht ihm Spaß. Trotzdem hat er schon ein bisschen vorgebeugt: Er verschenkt Glücksgefühle. Auch am Freitagabend in der WDR-Talkshow „Kölner Treff“.
In ARD-Talk erzählt Podolski von seiner „Angst“ vorm Fußball-Aus„Das ist schwierig, loszulassen“

Im „Kölner Treff“ sprach Lukas Podolski darüber, was nach dem Fußball kommen könnte. (Bild: WDR)
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„Für mich gab's nur den Fußball“, erinnert sich Lukas Podolski. Poldi, die Ikone vom 1. FC Köln, ist am Freitagabend Gast in der WDR-Talkshow „Kölner Treff“. Da soll er eigentlich erzählen, was er nach dem Fußball so macht. Denn das ist klar: Irgendwann hört jede Fußballkarriere mal auf.
Doch darüber denkt Poldi nicht nach. Darum erzählt er lieber vom Anfang. „Für mich gab's den Ball, meine Jungs im Viertel, und ab zehn Jahren den 1. FC Köln. Ich habe einfach alles auf eine Karte gesetzt. Ich war hungrig, ich wollte da hin, ich bin dran geblieben und habe Wege gefunden, nach oben zu kommen.“
Und das hat er geschafft. Der 40-Jährige, der im polnischen Gliwice geboren ist, spielte lange für die Geißböcke, bis er dann zu Bayern München wechselte und deutscher Meister wurde. Später rief ihn das Ausland. Und die deutsche Nationalmannschaft. Bei 130 Spielen traf er 49 Mal das Tor. Jetzt spielt er in der polnischen 1. Liga bei Górnik Zabrze. „Für mich war das immer Spaß. Das ist so bis heute. Vor allem die Gemeinschaft. Mit den Jungs da zu sein, in der Kabine. Jedes Wochenende irgendwo hinzufahren, um drei Punkte zu kämpfen. Das ist schwierig, loszulassen. Und davor habe ich Angst: Dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, wo das Thema Fußball weg ist, und dann muss ich schauen, was danach passiert.“
„Et kütt, wie et kütt“
Eventmanager wäre vielleicht was. Seit drei Jahren veranstaltet Poldi zusammen mit seinem Freund Markus Krampe das „Glücksgefühle Festival“ am Hockenheimring. Auch dieses Jahr steigt es wieder, im September. Und Poldi ist immer mittendrin, mit Familie und Freunden. „Ich will da meinen Spaß haben und das nicht vom Hotel aus auf dem Fernseher sehen“, erzählt er. Also feiert er drei Tage lang am Ring, mit Camping und allem.
Zwischendurch arbeitet er auch auf dem Festival. Markus Krampe erzählt: „Er steht am Grill. Lukas ist passionierter Griller, und er bringt Bratwürste aus Polen mit. Und alle freuen sich, wenn Poldi da ist, weil dann alle satt werden.“ Grillen kann Podolski zu jeder Tageszeit. „Klar, ne Krakauer zum Frühstück. Der Hammer“, strahlt er.
Was Eventmanagement angeht, kann Poldi auf eine sehr lange Erfahrung zurückblicken. Schon als Kind habe er Tickets für die Geißböcke verkauft, leere Becher eingesammelt und dafür Geld bekommen. „Am Ausgang habe ich mir dann einen Döner gekauft und bin mit meinem Stadionticket dann noch kostenlos zurück nach Bergheim gefahren“, erzählt er. „Ich hatte nach Bergheim immer eine schöne Verbindung. Da waren die coolen Leute. Unsere Nachbarn waren Marokkaner, und die haben mich nach der Schule immer zum Essen eingeladen. Heute ist das alles ein bisschen anders, aber ich hatte eine tolle Kindheit in der Gerüstsiedlung.“
Auch wenn Poldi schon im Eventbereich arbeitet, wenn auch nur ein wenig: So schnell möchte er mit dem Fußballspielen noch nicht aufhören. „Ich denke darüber nicht nach“, sagt Podolski. „Ich lebe den Tag. Ich habe Spaß mit meinen Kindern, mit der Familie. Ich sage immer: Et kütt, wie et kütt.“ (tsch)
