Intelligentes und amüsant-satirisches Verwirrspiel um die Verlässlichkeit von Erinnerungen. Hollywood plant nur gut 20 Jahre nach dem Entstehen schon eine Neuverfilmung.
In den 90er-Jahren indiziertEiner der besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten läuft im Free-TV

Abenteuer auf dem Mars: „Total Recall - Die totale Erinnerung“ ist ein unterhaltsamer Sci-Fi-Klassiker. (Bild: 1990 STUDIOCANAL. All Rights Reserved.)
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Bauarbeiter Doug Quaid (Arnold Schwarzenegger) erfährt, dass seine Frau Lori (Sharon Stone) eine Geheimagentin ist. (Bild: 1990 STUDIOCANAL. All Rights Reserved.)
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Filme, die dem Zuschauer auf unterhaltsame Art eine postapokalyptische Vision vor Augen führen wollen, gibt es zuhauf. Nur selten jedoch sind sie so intelligent konzipiert wie Paul Verhoevens „Total Recall“ (1990). Die eindrucksvollen, aber sorgsam gestreuten Spezialeffekte und das fantasievolle Make-up tragen dazu bei, dass das Abenteuer nicht etwa zur bloßen Zukunftsballerei mutiert. Sie verleihen dem interplanetarischen Thriller ein Flair, das seither oft kopiert, aber selten erreicht wurde.

Ein Techniker (Frank Kopyc) implantiert falsche Erinnerungen in Dougs (Arnold Schwarzenegger, links) Gedächtnis. (Bild: 1990 STUDIOCANAL. All Rights Reserved.)
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„Total Recall“ (zu sehen am 27. Juli, 22.50 Uhr auf Kabel Eins) erzählt zunächst vom Urlaub 2084, der im Kopf stattfinden soll. Drähte und Sensoren lassen die Träume wahr werden, auch die des Bauarbeiters Doug Quaid (Arnold Schwarzenegger). Um sein tristes Leben etwas aufzuheitern, lässt er sich die Erlebnisse eines Agenten implantieren und bestellt sich gleich die passende Frau dazu. Dabei wartet Lori (damals noch recht unbekannt: Sharon Stone) zu Hause, doch sein Traumbild von der Weiblichkeit ist ein anderes.
Die Behandlung geht schief, die Welt des Doug Quaid wird völlig auf den Kopf gestellt - so zumindest erscheint es für den Betrachter. Ein Killer-Kommando ist dem Geheimagent Quaid auf den Fersen, seine Frau will ihm Böses, und selbst seine besten Freunde erweisen sich als hinterlistige Lügner. Ob Arnold doch nur träumt?
Ein intelligentes und amüsant-satirisches Verwirrspiel

Dem Mars-Gouverneur Vilos Cohaagen (Ronny Cox) gefällt es ganz und gar nicht, dass der ehemalige Agent Douglas Quaid scheinbar immer mehr von seinen alten Erinnerungen zurückgewinnt. (Bild: 1990 STUDIOCANAL. All Rights Reserved.)
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Melina (Rachel Ticotin) kämpft an der Seite von Doug. (Bild: 1990 STUDIOCANAL. All Rights Reserved.)
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Was ist Wahrheit, was ist wirklich Erinnerung? War Quaid auf dem Mars? - Der Zuschauer wird im Unklaren gelassen. Trotz einer rasanten Jagd zwischen Sein und Schein, vielen überraschenden Wendungen und einer Reihe theoretischer Spielereien am Rande verläuft sich Verhoeven nicht in den einzelnen Handlungssträngen. Der Wissensstand des Zuschauers ist identisch mit dem des Helden, daher bleiben die Ereignisse jederzeit plausibel.
„Total Recall - Die totale Erinnerung“ beruht auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick (“We can remember it for you Wholesale“), um die die Drehbuchautoren Gary Goldman, Dan O'Bannon und Ronald Shusett eine fantastische Sci-Fi-Story spannen. Ein intelligentes und amüsant-satirisches Verwirrspiel um die Verlässlichkeit von Erinnerungen, zumal jenen, die man im Großmarkt (“Wholesale“) kauft. Ein herausragender Film, der auch nicht von der 2012er-Neuauflage, in der Colin Farrell und Kate Beckinsale die Hauptrollen übernahmen, nicht getoppt wurde.
Wegen seiner für damalige Verhältnisse äußerst drastischen Gewaltdarstellung war „Total Recall - Die totale Erinnerung“ in Deutschland lange umstritten. Nach einer ursprünglichen Freigabe ab 18 Jahren wurde der Film 1991 sogar indiziert. Erst 2011 erfolgte die Neubewertung: Seitdem ist die ungekürzte Fassung ab 16 Jahren freigegeben und wird inzwischen auch im deutschen Fernsehen gezeigt. (tsch)