
„Ich vermute zu wissen, was es sein könnte, ich will es nicht aussprechen. Ich warte ab, was rauskommt“, erklärte der Moderator. (Bild: ZDF)
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Friederike Werner wusste, was sie vor sich hatte: ein Bourdalou! Auch Horst Lichter hatte eine Vorahnung: „Ich würde spontan sagen: Peinlich berührt bin ich nicht, aber es ist nicht für Soßen gedacht.“ Er „vermute zu wissen, was es sein könnte, ich will es nicht aussprechen. Ich warte ab, was rauskommt“, erklärte der Moderator. „Ich wusste nicht, was es ist, ich habe es tatsächlich als Sauciere gekauft“, berichtete Verkäuferin Sabine. Darüber konnte sich Lichter prächtig amüsieren - schließlich handelte es sich bei dem Objekt um ein Urinalgefäß.
Auch Sabine lachte mit. „Im allerersten Moment okay“, sinnierte Horst Lichter. „Aber ich komme wie du aus der Gastronomie: Mir fällt natürlich auf, es fehlt vorne der Ausguss.“ - „Und die Bratensoße schmeckt daraus genauso, ne?“, stichelte Lichter weiter. Er musste lachen und räusperte sich. Die Soße sei „nicht darin gelandet, als ich erfahren habe, was es ist“, widersprach Sabine.

Horst Lichter betonte: „Mir fällt natürlich auf, es fehlt vorne der Ausguss.“ (Bild: ZDF)
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Friederike Werner sprach zuerst von „einem wunderschönem Meißener Gefäß“. Inspiriert sei es von südostasiatischen Ornamenten. „Ein Gefäß, in das ordentlich was reinpasst.“ Es sei „kein Teil eines Essgeschirrs, sondern ein tragbares Urinal“, betonte Werner. „In Gesellschaftsschichten, in denen man sich eine Kammerzofe leisten konnte, um in Situationen, bei denen man den Raum nicht verlassen konnte, seine Notdurft zu verrichten. „In der Kirche oder bei Konzerten und Festlichkeiten“ beispielsweise, so die Expertin.
„Oh mein Gott, lasst bitte die Leute reinkommen!“

Friederike Werner sprach von „einem wunderschönen Meißener Gefäß“. (Bild: ZDF)
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Nicht zuletzt anhand der Knaufschwerter auf der Rückseite vermutete die Expertin eine Herstellung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Erste Wahl und in hervorragendem Zustand, betonte sie. Mit dem Siegeszug der öffentlichen WCs in den großen Städten seien die Bourdalous Stück für Stück verdrängt worden, wusste Friederike Werner. Der Wunschpreis des Ehepaares: 500 Euro. Die Expertin fand das angemessen.
Als sein niederländischer Kollege Jos van Katwijk das Kuriosum begutachtete, erlaubte sich Markus Wildhagen einen Kalauer: „Also wenn du das in der Hand hast, denke ich direkt an Sauce Hollandaise.“ - „Oh mein Gott, lasst die Leute bitte reinkommen! Es wird furchtbar!“, schämte sich Sarah Schreiber für ihren Kollegen fremd. „Es ist ein bisschen holländisch blau, ich finde es schön“, blieb Jos van Katwijk ganz sachlich, während Wildhagen noch immer über sein Wortspiel grinste.

Daniel Meyer (links) war es, der das rare Porzellan-Objekt für 200 Euro erstand. (Bild: ZDF)
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„Sie haben uns ein lustiges Objekt mitgebracht“, war Jos van Katwijk überzeugt. „Ich sammle alles von Meißen“, erzählte Daniel Meyer. „Ich liebe Meißen und das habe ich noch nicht. Ist es das, was wir denken?“, wollte er wissen. Sabine nickte. „Ich habe es als was anderes gekauft, ich wusste nicht, was es ist“, betonte Sabine erneut. Dass die falsche Sauciere eigentlich als mobiles Urinalgefäß für Damen fungierte, sorgte bei den Händlern für Heiterkeit.
„Es gibt Sachen, die man zu Hause ausprobiert ...“
„Aufgrund dessen hat mein Mann gesagt: Da kommt mir keine Sauce rein“, so Sabine. Das amüsierte die Händler nur noch mehr. „Nicht fürs Weihnachtsfest“, scherzte Markus Wildhagen. „Aber drin sieht es ganz sauber aus, wie neu“, befand Jos van Katwijk. Daniel Meyers Startgebot: 50 Euro. Markus Wildhagen, Jos van Katwijk und Sarah Schreiber gingen mit. Als Meyer 120 Euro bot, verwies Harry auf die Expertise von bis zu 500 Euro. „Das hätte ich nicht gedacht“, war Wildhagen sichtlich beeindruckt.
„Ein schönes Partygespräch“, stellte sich Daniel Meyer vor: „Interessieren Sie sich für historische Artefakte? Übrigens, der Napf, aus dem Sie gerade die Chips essen ...“ Meyer war es auch, der das rare Porzellan-Objekt für 200 Euro erstand. „Es gibt Sachen, die man zu Hause ausprobiert, das wird in diesem Fall nicht so sein“, verriet er. (tsch)
