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„Tagesschau“-LegendeWas macht eigentlich Jo Brauner?

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Jo Brauner in der „Tagesschau“-Kulisse.

Jo Brauner war vom 1. Oktober 1974 bis zum 9. Oktober 2004 als Sprecher bei der „Tagesschau“ tätig. (Archivbild)

Jo Brauner prägte die „Tagesschau“ Jahrzehnte. Heute genießt der 88-Jährige seinen Ruhestand – doch die Nachrichten lassen ihn nicht los.

Seine Stimme gehörte für Millionen Menschen zum Abendritual: Jahrzehntelang begrüßte Jo Brauner die Zuschauerinnen und Zuschauer der „Tagesschau“. Heute ist es ruhiger geworden um den ehemaligen Chefsprecher. In Hamburg genießt der 88-Jährige seinen Ruhestand – mit Ehefrau Ann, seinen beiden erwachsenen Töchtern und weiterhin großer Verbundenheit zu seinem Hamburger SV. Für den Verein, bei dem er einst als Stadionsprecher im Einsatz war, schlägt sein Herz bis heute.

Jo Brauner genießt seinen Ruhestand

Auch gesundheitlich scheint es Jo Brauner gutzugehen. Gegenüber der „Apotheken Umschau“ berichtete er 2022 lediglich von einem plötzlichen Hörverlust auf der linken Seite: „Wenn ich die Hörhilfen abends rausnehme, komme ich mir vor wie Beethoven. Sonst fühle ich mich rundherum wohl.“

Joachim „Jo“ Brauner, ehemaliger „Tagesschau“-Sprecher, mit seiner Ehefrau Ann bei der Premiere der Komödie „Höchste Zeit“ im Winterhuder Fährhaus in Hamburg.

Joachim „Jo“ Brauner, ehemaliger „Tagesschau“-Sprecher, mit seiner Ehefrau Ann bei der Premiere der Komödie „Höchste Zeit“ im Winterhuder Fährhaus in Hamburg. (Archivbild von 2026)

Daran hatte sich nach seinen Angaben auch zwei Jahre später nichts geändert. Im Gespräch mit t-online sagte Brauner 2024: „Ich habe nur kleine Wehwehchen, und die sind so marginal, dass ich sie ohne Weiteres ignorieren kann. Ich fahre noch Auto und eigentlich fühle ich mich so, wie ich mich vor 20, 30 Jahren auch gefühlt habe.“

Nostalgischer TV-Moment mit Jan Hofer

Im April 2026 konnten sich die Fernsehzuschauer davon selbst überzeugen. In der ARD-Quizshow „Wer weiß denn sowas?“ kehrte Jo Brauner noch einmal auf den Bildschirm zurück. Dort traf er auf seinen früheren „Tagesschau“-Kollegen und Nachfolger Jan Hofer. Das Duell der beiden Nachrichtensprecher weckte bei vielen Zuschauerinnen und Zuschauern Erinnerungen an eine Zeit, in der ihre Stimmen für Millionen Menschen zum festen Bestandteil des Fernsehabends gehörten.

Seiner Leidenschaft für das Nachrichtengeschehen ist Jo Brauner bis heute treu geblieben. „Ein Nachrichtenjunkie bin ich geblieben“, sagte er anlässlich seines 80. Geburtstags zum „Kölner Stadt-Anzeiger“. Noch immer verfolge er die „Tagesschau“ jeden Abend und sei vor Beginn der 20-Uhr-Ausgabe sogar selbst angespannt.

Wie eng ihn das Format auch nach seinem Abschied noch begleitet, machte Brauner im Gespräch mit der „Apotheken Umschau“ deutlich: „Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug stolz sein, in die ‚Tagesschau‘ involviert gewesen zu sein, die nach wie vor bedeutendste und größte Nachrichtensendung.“

Wilhelm Wieben, Dagmar Berghoff und Jo Brauner posieren.

Mit den ehemaligen „Tagesschau“-Sprechern Dagmar Berghoff (M) und Wilhelm Wieben (l), die ebenfalls in Hamburg lebten, verband Jo Brauner eine langjährige Freundschaft. (Archivbild)

Auch den Kontakt zu früheren Weggefährten hat Jo Brauner nie abreißen lassen. Mit den ehemaligen „Tagesschau“-Sprechern Dagmar Berghoff und Wilhelm Wieben, die ebenfalls in Hamburg lebten, verband ihn eine langjährige Freundschaft. Bis zu Wiebens Tod im Jahr 2019 traf sich das Trio regelmäßig privat. Zu den gemeinsamen Ritualen gehörten gesellige Runden Rummikub.

Gemeinsam mit Ehefrau Ann im Schmidt Theater

Auch kulturelle Veranstaltungen stehen immer wieder auf dem Programm. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Ann besuchte Brauner unter anderem das 50. Bühnenjubiläum von Corny Littmann im Hamburger Schmidt Theater. Der frühere Nachrichtensprecher lässt sich zwar nur noch selten in der Öffentlichkeit blicken, besondere Anlässe in seiner Heimatstadt nimmt er jedoch gerne wahr.

Jo Brauner und seine Ehefrau Ann beim Empfang anlässlich des 50. Bühnenjubiläums von Corny Littmann im Schmidt Theater in Hamburg am 13. Januar 2026.

Jo Brauner und seine Ehefrau Ann beim Empfang anlässlich des 50. Bühnenjubiläums von Corny Littmann im Schmidt Theater in Hamburg am 13. Januar 2026.

Dass er auch Jahre nach seinem Abschied vom Bildschirm noch erkannt wird, freut Brauner. Für viele Zuschauer ist seine markante Stimme bis heute untrennbar mit der „Tagesschau“ verbunden – als wäre sein letzter Auftritt erst gestern gewesen.

„Ich bin jetzt 18 Jahre nicht mehr dabei, da erkennen mich nur noch ein paar Ältere, meist an der Stimme“, erzählte der ehemalige Chefsprecher der „Apotheken Umschau“. Oft wüssten die Menschen seinen Namen nicht mehr oder verwechselten ihn mit Kollegen wie Jan Hofer oder Wilhelm Wieben.

„Das kann ich mal mehr, mal weniger gut nachvollziehen“, schmunzelte Brauner. Dass die Zuordnung manchmal schwerfällt, hat für ihn jedoch einen klaren Grund: Er habe sich stets gerne im Hintergrund gehalten und bewusst keine anderen TV-Sendungen moderiert. (jag)