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„Villa des Terrors“Schwere Vorwürfe gegen Julio Iglesias erschüttern Spanien

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Julio Iglesias wird bei einer Gala von Pressevertretern umringt.

Julio Iglesias: Ein Enthüllungsbericht wirft ein neues Licht auf das Privatleben des international gefeierten Sängers. (Archivbild)

Er ist einer der erfolgreichsten Stars Spaniens. Nun haben zwei Frauen schwere Anschuldigungen gegen den Schmusesänger erhoben.

Der legendäre spanische Sänger Julio Iglesias steht im Zentrum eines massiven Skandals. Ein gemeinsamer Enthüllungsbericht von „elDiario.es“ und „Univision Noticias“, der am 13. Januar 2026 veröffentlicht wurde, zeichnet ein düsteres Bild vom Privatleben des Weltstars. Zwei ehemalige Hausangestellte werfen dem 82-Jährigen ein System aus Missbrauch, extremer Kontrolle und Arbeitsausbeutung vor.

Die Anschuldigungen: Überwachung und Gewalt

Die Berichte stützen sich auf die Aussagen zweier Frauen, die in den Privatresidenzen des Sängers in Punta Cana und auf den Bahamas gearbeitet haben. Die Vorwürfe beziehen sich vor allem auf das Jahr 2021 und schildern ein Klima der Angst. Eine der Klägerinnen gibt an, über einen längeren Zeitraum hinweg nahezu täglich sexuellen Übergriffen ausgesetzt gewesen zu sein.

Darüber hinaus berichten die Angestellten von einem Überwachungssystem, das weit über das übliche Maß hinausgegangen sei. Demnach seien Mobiltelefone regelmäßig auf private Chats kontrolliert worden. Zudem wird behauptet, die Frauen hätten sich sogenannten Wiege-Prozeduren unterziehen müssen, während ihre Menstruationszyklen vom Personal des Sängers dokumentiert worden seien. Außerdem schildern sie ausbeuterische Arbeitsverhältnisse mit bis zu 16-Stunden-Schichten, die ohne vertragliche Absicherung und ohne freie Tage geleistet worden seien.

Justiz und Politik reagieren – Julio Iglesias schweigt

Die Tragweite des Skandals hat inzwischen die höchste juristische Ebene Spaniens erreicht. Da Julio Iglesias spanischer Staatsbürger ist, prüft die Staatsanwaltschaft der Audiencia Nacional derzeit die Eröffnung eines Verfahrens wegen mutmaßlicher sexueller Nötigung und möglicher Delikte im Zusammenhang mit Menschenhandel. Auch politisch sorgt der Fall für erheblichen Zündstoff.

Julio Iglesias bei einem Auftritt.

Gegen Julio Iglesias werden nach Enthüllungen zweier ehemaliger Angestellter schwere Vorwürfe geprüft. (Archivbild)

Während Kulturminister Ernest Urtasun eine umfassende Aufklärung fordert und sich solidarisch mit den mutmaßlichen Opfern zeigt, ist eine Debatte über staatliche Ehrungen des Sängers entbrannt. Die Opposition in Madrid verlangt die Aberkennung von Auszeichnungen wie dem Titel „Hijo Predilecto“, was von der Regionalregierung bislang abgelehnt wird. Diese Ehrung gilt als höchste Auszeichnung, die eine spanische Stadt oder Region an eine dort geborene Persönlichkeit vergeben kann.

Julio Iglesias selbst hat sich zu den konkreten Vorwürfen bislang nicht persönlich geäußert. Sein engstes Umfeld zeigt sich den Berichten zufolge jedoch besorgt über den immensen Imageschaden. 

Mit geschätzt rund 300 Millionen verkauften Tonträgern zählt der Sänger zu den erfolgreichsten Musikern der Popgeschichte. Über Jahrzehnte hinweg prägte er den internationalen Schlager- und Latin-Pop und erreichte ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt. In den 1980er-Jahren nahm er unter anderem Musik mit Legenden wie Stevie Wonder, Willie Nelson oder Diana Ross auf.