Dem Orgelstübchen im fränkischen Kornburg steht das Wasser bis zum Hals. „Ein dauerhaftes Leben ist nicht möglich“, schlug der Steuerberater von Inhaber Sascha Alarm - und rief Frank Rosin um Hilfe. Er fordere schonungslose Kritik ein, wandte sich Chef Sascha im Bewerbungsvideo an den TV-Koch. Mit der Vehemenz von Rosins Rückmeldung in der neuen Folge von „Rosins Restaurants“ (donnerstags, 20.15 Uhr, Kabel Eins) hatte der 34-Jährige dann aber offenkundig nicht gerechnet.
„Du hast ohne Plan dein Essen rausgeschickt“, geigte Rosin dem überforderten Ex-Bundeswehrkoch nach dem Testessen die Meinung. Als Sascha beim Coaching ganz grundlegende Dinge fragte, wunderte sich Rosin. „20 Jahre Koch, finde ich geil, dass du diese Sachen fragst. Das ist erschütternd“, schüttelte der 60-Jährige ungläubig den Kopf. „Sind da irgendwelche Synapsen eingefroren?“

Bei einer Besprechung zählte Frank Rosin (rechts) die Mängel auf, die das Team des Orgelstübchens schnellstens beheben muss. (Bild: Joyn)
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War Sascha kurz zuvor ob der guten Tipps noch „gefühlsmäßig wie im siebten Himmel“, entging ihm der „rauere Ton“ Rosins nicht: „Jetzt bekommt man vorgehalten, dass die letzten 20 Jahre gar nicht so lehrreich waren, wie man sich eingebildet hat.“ Kein Wunder, meldete ihm Frank Rosin doch im Vergleich zu seiner Konkurrenz im Ort zurück: „Die kochen dich komplett an die Wand.“
Koch verzweifelt beim finalen Testessen: „Ich bin einfach nur unfähig“
Nach einer schlaflosen Nacht bat Sascha seinen Gast deshalb tags darauf um ein klärendes Gespräch. Er leitete ein, die harschen Worte Rosins hätten ihn „an allem zweifeln lassen“. Er warf dem TV-Star vor: „Du reißt mein Selbstwertgefühl komplett auf den Boden.“ Doch das erhoffte Verständnis von Frank Rosin blieb aus. „Du musst selbst mit dir ins Gericht gehen“, riet er Sascha und wurde wütend: „Wenn du mir so kommst, les' ich dir komplett die Leviten.“
Was Sascha beim Probekochen abgeliefert habe, sei „so schrecklich gewesen“, legte Frank Rosin nach. Schlimmer sei aber: „Du hast den Blick für dein eigenes Dilemma nicht.“ Auch unternehmerisch habe Sascha viel Luft nach oben. Deshalb sagte er dem strauchelnden Gastronomen: „Wenn du schlau bist, hörst du mir zu.“ Denn noch sei es nicht zu spät. Auch Rosin habe in seinen ersten Jahren „teilweise wie ein Idiot ausgesehen“. Gezieltes Coaching habe ihm aber weitergeholfen, so der heutige TV-Koch. Sascha schluckte zwar betroffen, erkannte aber auch: „Extrem reifes Denken, ich hoffe, dass ich da auch irgendwann hinkomme.“
Dass das nicht von heute auf morgen passieren wird, verdeutlichte jedoch das finale Testessen. „Was habt ihr heute sechs Stunden gemacht?“, wunderte sich Frank Rosin angesichts der unzureichenden Vorbereitungen in der Küche. „Es war einfach nur Dummheit“, ärgerte sich Sascha. Als die Gäste bestellten, war dann spätestens Land unter hinter dem Herd. „Dein Mann ersäuft gerade“, nahm Frank Rosin Saschas Ehefrau Tamara zur Seite. Sascha seufzte derweil verzweifelt: „Ich bin einfach nur unfähig.“ Immerhin stimmten der Geschmack des Essens und der Service, die gemeinsam 4,5 Sterne von den Testessern ergaben. (tsch)
