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Lanz äußert Verdacht zu „Brandmauer“-Forderungen von Grünen und SPD„So selbstlos ist das alles nicht“

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Richard David Precht (links) und Markus Lanz kritisierten in ihrem Podcast das Konzept der politischen Brandmauer. (Bild: ZDF / Lanz + Precht)

Richard David Precht (links) und Markus Lanz kritisierten in ihrem Podcast das Konzept der politischen Brandmauer. (Bild: ZDF / Lanz + Precht)

„Deutschland wollte einen Politikwechsel“, blickt Markus Lanz in der aktuellen „Lanz + Precht“-Ausgabe auf die letzte Bundestagswahl zurück. Bekommen habe die Bevölkerung diesen nicht. Stattdessen befinde sich die Union in einem Dilemma, während SPD und Grüne den Podcastern zufolge aus fragwürdigen Motiven auf der Brandmauer beharren.

Laut Richard David Precht sei „klar, warum die Grünen und die SPD keine Gelegenheit auslassen, die AfD mit der NSDAP zu vergleichen“. Im gemeinsamen Podcast mit Markus Lanz mutmaßt der TV-Philosoph: „Wenn die Brandmauer fällt, dann könnte es sein, dass wir auf lange Sicht eine AfD-CDU- oder CDU-AfD-Koalition im Bund haben werden.“ Dann gebe es für die Grünen und die SPD „überhaupt keine Option einer Regierungsbeteiligung mehr, möglicherweise auf lange Sicht“.

„Um das zu verhindern, brauchen sie die Brandmauer“, glaubt Precht. Markus Lanz teilt diesen Verdacht. „Genau, so selbstlos ist das alles nicht“, merkt der Polittalker an und mahnt: „Hinter dieser Brandmauer gedeiht die AfD.“ Precht hält die „Brandmauer“ gar für „ein Schutzbiotop für die AfD: Da sie keine Verantwortung tragen muss, kann sie immer größer werden.“

„Deutschland wollte einen Politikwechsel“

Mit Blick auf die letzte Bundestagswahl sei jedoch „klar, was Deutschland gewählt hat“, stellt Markus Lanz fest. „Deutschland wollte einen Politikwechsel.“ Nach der Merkel-Regierung sei „die Sehnsucht“ groß gewesen, „wieder konservative Politik zu kriegen“. Lanz resümiert: „Die Leute wollten konservative, wenn nicht sogar rechte Politik. Und bekommen haben sie eine linke Regierung.“ Dadurch entstehe „der unheimliche Frust“ innerhalb der Bevölkerung, glaubt der Journalist.

Die Union befinde sich indessen in einem Dilemma, wie Lanz an anderer Stelle zu bedenken gibt: „Die CDU weiß, dass die AfD sie als Hauptgegner auserkoren hat.“ Dass Friedrich Merz' Partei gleichzeitig der „einzige mögliche Koalitionspartner“ für die AfD sei, wie Precht einwirft, führe laut Lanz zu einem Zwiespalt: „Die wissen ganz genau in der CDU, wenn sie sich auf das Spiel einlassen (...), dann sind sie irgendwann in zwei Teile zerlegt und dann bleibt von der CDU nichts mehr übrig.“ Und doch seien „jetzt auch schon diese Tendenzen“ zu einer Zusammenarbeit mit der AfD zu erkennen, sagt Lanz. Auch Richard David Precht ist überzeugt: „Die Tuchfühlung hat längst begonnen.“

Die ganze Episode von „Lanz + Precht“ gibt es unter anderem auf Spotify und Apple Podcasts sowie als Video-Podcast im YouTube-Kanal des ZDF. (tsch)