Fünf Monate nach dem Tod von Biathlon-Star Laura Dahlmeier äußert sich ihr Vater erstmals zum Unglück in Pakistans Bergen.
Tödlicher BergunfallVater gibt neue Details zum Unfall von Laura Dahlmeier preis

Laura Dahlmeier ist am 28. Juli 2025 bei einem Bergunfall ums Leben gekommen. (Archivbild)
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Das öffentliche Mitgefühl für die Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier ist auch fast fünf Monate nach ihrem tragischen Tod am 28. Juli unvermindert. Regelmäßig kommen Menschen zu einem Erinnerungsort im Kurpark von Partenkirchen, um der Athletin zu gedenken.
Laura Dahlmeier bleibt unvergessen – Vater spricht über große Anteilnahme
Gegenüber der „Sport Bild“ äußerte sich ihr Vater, Andreas Dahlmeier (58), tief bewegt: „Wenn ich dorthin gehe, bin ich nie allein. Die Anteilnahme ist immer noch riesengroß.“ Er, der seine Tochter bereits in jungen Jahren an das Klettern heranführte, ist als Bereitschaftsleiter seit 40 Jahren für die Bergrettung von Garmisch-Partenkirchen tätig.
Während des Abstiegs vom 6096 Meter hohen Laila Peak im Karakorum-Gebirge verunglückte Laura Dahlmeier tödlich. Nach Aussage ihres Vaters führte ein Steinschlag, der die 31-Jährige am Kopf traf, zum unmittelbaren Ableben. Bereits eine Woche vor diesem tragischen Ereignis war ein Alarm ausgelöst worden, der sich allerdings als irrtümlich erwies, weil Dahlmeier unabsichtlich den Notfallknopf ihres Geräts betätigt hatte.
Andreas Dahlmeier ist überzeugt: „Ich glaube, Laura hätte es so gewollt“
Widrige Witterungsbedingungen sowie die damit verbundenen Risiken machten die Bergung ihres Körpers nach dem Vorfall unmöglich. „In den Tagen danach gab es ein großes Unwetter, und es sind viele Steine heruntergekommen, die Laura unter sich begraben haben“, erläuterte ihr Vater.

Laura Dahlmeier, hier 2019 bei der Biathlon-WM, ist bei ihrem Aufstieg zum Laila Peak in Pakistan gestorben. (Archivbild)
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Trost spendet ihrem Vater die Vorstellung, dass seine Tochter ihre letzte Ruhestätte in den Bergen fand. Er äußerte: „Laura ist dort begraben, wo sie glücklich war und sich frei fühlte.“ Er imaginiert, sie würde nach oben blicken und sagen: „Meine Güte, schon wieder ist jemand da. Lasst mir doch endlich mal meine Ruhe!“ Seine Überzeugung ist, dass seine Tochter es sich gewünscht hätte, ihren Frieden in der Bergwelt zu finden.
Laura Dahlmeiers Trauerfeier fand im engsten Kreis statt
Laura Dahlmeier hatte zu Lebzeiten genaue Vorstellungen für die Ausrichtung ihrer Abschiedsfeier hinterlassen, wie ihr Vater preisgab. Jene Zeremonie wurde am 11. August in Garmisch-Partenkirchen abgehalten, in der Wallfahrtskirche St. Anton. Von der Familie wurde die Veranstaltung bewusst im kleinen Kreis gehalten, weshalb lediglich die 200 eingeladenen Personen davon wussten.

Gedenkstätte für Laura Dahlmeier mit Bild, Stein, Gebetsfahnen, Blumen und Kerzen im Park. (Archivbild)
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„Sie hat gesagt, es sollen nur die kommen, die sie gerne mochte“, sagte ihr Vater. Zu den Anwesenden zählten zahlreiche Weggefährten der Kletterszene sowie von der Bergwacht. Auch Repräsentanten aus dem Biathlon-Sport, darunter ihre frühere Mannschaftskameradin Maren Hammerschmidt (36) und der ZDF-Kollege Sven Fischer (54), erwiesen ihr die letzte Ehre. Seit dem Jahr 2019 hatte sie für diesen Fernsehsender als Fachfrau gearbeitet.
Ihr Vater, welcher seine Tochter schon im Alter von drei Jahren ins Gebirge mitnahm, kannte die Gefahren immer. „Ich musste immer mit dem Anruf rechnen, dass etwas passiert ist“, erklärte er und ergänzte: „Auch ich bin schon einige Male dem Tod von der Schippe gesprungen.“ Es sei bekannt, dass das Risiko mit zunehmender Anzahl an Touren wächst.
Andreas Dahlmeier war nach einer Unterbrechung während des Sommers mittlerweile wieder auf Klettertour, in der festen Überzeugung, dass dies dem Wunsch seiner Tochter entsprochen hätte. Sie hätte wohl geäußert: „Behaltet mich in guter Erinnerung, aber das Leben geht weiter! Steckt nicht den Kopf in den Sand! Geh raus zum Klettern, Papa!“ (jag)

