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In Rollstuhl genötigtLiza Minnelli wettert gegen Oscars und Lady Gaga

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Lady Gaga begleitete Liza Minnelli auf die Bühne bei den Oscars 2022.

Lady Gaga begleitete Liza Minnelli auf die Bühne bei den Oscars 2022. (Archivbild)

2022 sorgte ein gemeinsamer Auftritt der Hollywood-Legende mit Lady Gaga für Aufsehen. Nun schildert sie ihre Sicht der Dinge.

Laut „Variety“ erhebt Liza Minnelli in ihren neuen Memoiren schwere Vorwürfe gegen die Oscar-Verantwortlichen und gegen die Popsängerin Lady Gaga. Die Schauspielerin und Sängerin, die 1973 für „Cabaret“ den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann, habe sich bei der Verleihung 2022 ungerecht behandelt gefühlt.

Damals überreichte sie gemeinsam mit Lady Gaga den Preis für den besten Film. Auf der Bühne wirkte Minnelli unsicher, teils fahrig und verhaspelte sich mehrfach. Gaga reagierte spontan, beugte sich zu ihr und sagte: „Ich hab dich.“ Nun schildert Minnelli, wie es aus ihrer Sicht zu dieser Situation kam.

Streit um Rollstuhl bei Oscar-Auftritt mit Lady Gaga

In ihrem Buch „Kids, Wait Till You Hear This!“ schreibt Liza Minnelli, sie sei kurz vor dem Auftritt angewiesen worden, im Rollstuhl Platz zu nehmen – andernfalls solle sie gar nicht auftreten. Ursprünglich habe sie in einem Regiestuhl sitzen wollen, um den Teleprompter besser lesen zu können. Hinter den Kulissen habe zudem Lady Gaga nach Minnellis Darstellung darauf bestanden, dass sie im Rollstuhl auf die Bühne komme, andernfalls wolle sie nicht gemeinsam mit ihr auftreten.

Die Entscheidung für den Rollstuhl sei mit Sicherheitsbedenken und ihrem Alter begründet worden. Minnelli bezeichnet diese Argumentation als „Unsinn“ und erklärt, sie habe sich bevormundet gefühlt. Durch die tiefere Sitzposition habe sie den Text nur schwer erkennen können.

Emotionale Schilderung: „Ich war am Boden zerstört“

Minnelli beschreibt die Situation als demütigend. Sie sei „nicht einmal gefragt“, sondern angewiesen worden. Die Künstlerin, die als Tochter von Judy Garland und Vincente Minnelli seit ihrer Jugend im Rampenlicht steht, betont, sie habe stets gelernt, in Stressmomenten Haltung zu bewahren.

Dennoch sei sie „am Boden zerstört“ gewesen. Als sie sich auf der Bühne verhaspelte, habe Lady Gaga „keinen Moment gezögert“, ihr beizustehen – und sich dabei demonstrativ über sie gebeugt, mit den Worten „Ich hab dich“. In ihren Memoiren beschreibt Liza Minnelli diese Szene jedoch nicht als reine Kollegialität, sondern als Moment, in dem Gaga „die Heldin spielte“.

Memoiren als persönlicher Schlussakkord

Nach eigenen Angaben suchte Lady Gaga sie vor der Show in der Garderobe auf und fragte: „Geht es dir gut?“ Liza Minnelli antwortete, sie sei ein großer Fan. Sie habe so nett reagiert, weil sie – wie sie schreibt – von ihren Eltern gelernt habe, in Momenten höchsten Drucks Haltung zu bewahren und würdevoll zu bleiben. Gerade in einer Situation, die sie als belastend und demütigend empfand, habe sie bewusst auf Höflichkeit gesetzt, statt ihre Verärgerung offen zu zeigen.

Der Abend endete mit der Auszeichnung für „CODA“ als bester Film. Die im Titel enthaltene „Coda“ – in der Musik der abschließende Schlussakkord – nimmt Liza Minnelli in ihren Erinnerungen ausdrücklich auf. Das Schreiben ihrer Memoiren versteht sie als eigenen Schlussakkord und als Möglichkeit, ihre persönliche Sicht festzuhalten. Das Buch erscheint am 10. März, eine deutsche Ausgabe ist ebenfalls angekündigt.