
Im Körper von Emilia (Luna Jordan) ist plötzlich ein anderer Mensch, der verwundert auf selbigen blickt. (Bild: ZDF und Frank Dicks)
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Clara (Alicia von Rittberg, links) gesteht ihrer Schwester, dass sie zu ihrem Freund fortziehen will. Für ihre kleine Schwester Emilia (Luna Jordan) ist Clara Ersatzmutter, denn die wirkliche Mutter der beiden lebt nicht mehr. (Bild: ZDF und Oliver Oppitz)
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Die Schwestern Clara (Alicia von Rittberg) und Emilia (Luna Jordan) sind unzertrennlich. Die Mutter der beiden starb im Kindesalter der Mädchen. Danach war die ältere Clara für Emilia Ersatzmutter. Dann zerstört ein Skiunfall das Leben der beiden. Seit zwei Jahren liegt Clara im Koma. Emilia leidet unter Ängsten und nimmt an einer Studie von Nanobot-Forscherin Hevi Abdel-Nansen (Aybi Era) teil. Dabei passiert etwas Seltsames: Als sich Forscherin und Probandin über injizierte Nanobots therapeutisch verknüpfen, findet ein ungeplanter Bewusstseins-Transfer statt. Hevi sieht und fühlt sich im Körper Emilias. Diese sieht in der Technik eine Möglichkeit, ihrer komatösen Schwester ein zeitweises „Traveln“ in ihren Körper und auch eine Form der Begegnung zu ermöglichen. Wider die Bedenken von Angehörigen (Carlo Ljubek als Vater) und Forschern arbeiten Hevi Abdel-Nansen und ihr Team daran, die neue Technik über weitere Versuche mit den Schwestern zu erforschen. Die sechsteilige Serie „Wake up“ steht ab Freitag, 23. Oktober, beim ZDF zum Streamen bereit. Linear läuft sie ab Mittwoch, 28. Oktober, 21.45 Uhr, in Doppelfolgen bei ZDFneo.

Dr. Hevi Abdel-Nansen (Aybi Era, rechts) holt Emilia Walser (Luna Jordan) in ihr Forschungsprogramm. (Bild: ZDF und Frank Dicks)
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Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Emilia Walser (Luna Jordan) feiert mit ihrer großen Schwester. Sie wird wenig später durch einen Skiunfall ins Koma fallen. (Bild: ZDF und Oliver Oppitz)
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Man hat schon einen Kloß im Hals, wenn man die ohnehin schon tragische Erzählung verfolgt. „Wake up“ erinnert zu Beginn des Folgen-Abspanns an Schauspielerin Luna Jordan (“Jenseits der Spree“), die gegen Ende der Dreharbeiten völlig unerwartet verstarb. „Wake up“ war ihr letztes Projekt, sie wurde 25 Jahre alt. In der Serie ist es Jordans Figur, die gegen den dunklen Sog des Verlustes ihrer Schwester kämpft. Es ist einer jener fiebrig gequälten Auftritte, die Jordan zu einer besonderen Schauspielerin machten, die mit ihrem Spiel unter Gleichaltrigen herausstach. Wohl auch deshalb wurde „Wake up“ auf dem Filmfest München mit dem Bernd Burgemeister Fernsehpreis als beste TV-Serie ausgezeichnet.
Désirée Nosbusch (61) spielt Robert Stadlobers (44) Mutter

Die CEO von Nanomine, Josephine Nansen (Désirée Nosbusch), leitet ihr Unternehmen, das an neuen medizinischen Möglichkeiten tüftelt, knallhart. (Bild: ZDF und Frank Dicks)
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Nanobot-Forscherin Hevi (Aybi Era, zweite von links) verliert bei einem ihrer Versuche das Bewusstsein. Ihre Mitarbeiter Marit Berger (Malaya Stern Takeda) und Robin Capek (Simon Steinhorst) kümmern sich um sie. (Bild: ZDF und Frank Dicks)
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Der Stoff erlebte von der Grundidee bis zur deutschen TV-Serie einige Transformationen. Der kanadische Sci-Fi-Thriller „Husk“ von J. K. Messum beschreibt eine Welt der Zukunft, in der lebende Menschen als Husks (Hüllen) ihre Körper temporär vermieten, damit reiche Kunden darin reale, physische Reize erleben können. Den düsteren Near Future-Roman verwandelte der schottische TV-Macher Jamie Brittain (“Skins“) in ein Serienkonzept, das nun wiederum von einem deutschen Writers Room adaptiert wurde.
Trotz des anrührenden Spiels von Luna Jordan und Alicia von Rittberg sowie einer namhaften Besetzung - Désirée Nosbusch als CEO des Forschungskonzerns und Robert Stadlober als ihr Sohn (!) - ist nicht alles an „Wake up“ gelungen. Neben regelmäßig eingestreuten Dialogklischees (“Du musst leben - für uns beide“), gegen die der gute Cast anspielen muss, wirkt auch die starke Verknüpfung privater Erzählstränge und des Sci-Fi-Plots zu konstruiert. Für alle Beteiligten - auch die Forscher - geht es in den Experimenten quasi immer um alles, auch um ihr privates Überleben, was unnötig dick aufgetragen scheint. Wie so oft in deutschen Serien geriet den Autoren einiges an der Erzählung zu plakativ. Die reizvolle Grundidee, gute Darsteller sowie tragische Abschiede vor und abseits der Kamera machen „Wake up“ trotzdem zu einer besonderen Serie. (tsch)
