Im Alter von 49 Jahren sprach Marco Schreyl im November 2023 erstmals vor aller Welt über seine sexuelle Orientierung. Er wolle nun auch öffentlich nicht länger ein Geheimnis aus seiner Liebe zu Männern machen, erklärte er damals. Die „große Befreiung“, nach der Bettina Böttinger in ihrem Podcast „Zwischen den Zeilen“ fragt, sei sein Coming-out jedoch nicht gewesen.
„Es ist einfach passiert“, sagt Schreyl im Gespräch mit Böttinger. Damals habe er sich gedacht: „Ich bin 50 und wer nicht checkt, dass ich nicht verheiratet, nicht an eine Frau vergeben bin, nicht über mein Privatleben intensiv rede ... Wer dann nicht checkt, dass ich dann wohl schwul bin, der hat wohl seine Birne zwischen den Schultern nicht an der richtigen Stelle.“
„Ich habe mich für mich geschämt an mancher Stelle“
Als Böttinger nach der Rolle von „Deutschland sucht den Superstar“-Juror Dieter Bohlen in den 2000er-Jahren fragt, erinnert sich der damalige DSDS-Moderator an Bemerkungen, die er als Anspielung auf seine sexuelle Orientierung verstanden habe. Denen habe er damals nichts entgegensetzen können. Heute wünsche sich der 52-Jährige, „dass ich mit viel Selbstverständlichkeit gesagt hätte: 'Was tut das gerade zur Sache? Wo ist dein Problem? Weil ich ein schwuler Mann bin und du nicht?'“ Schreyl erklärt: „Das finde ich schade, dass mir das nicht gelungen ist.“
Lange Zeit sei dem TV-Star selbst der Umgang mit seiner Sexualität schwergefallen. Mit „15 oder 16“ habe sich Schreyl erstmalig in einen Mitschüler verliebt. „Aber dann hat mich das fast verstört, dass ich so einen Klassenkameraden ganz toll finde“, erinnert er sich im Gespräch mit Böttinger. „Und dann hat es auch lange keine Rolle mehr gespielt, weil ich das auch nicht wollte. Ich fand das ganz eigenartig, dass ich dann doch anders bin als die anderen.“ Rückblickend sagt Schreyl: „Ich habe mich für mich geschämt an mancher Stelle - obwohl ich mich nicht schlimm fand.“ (tsch)
