Schauspieler Mathieu Carrière galt einst als Enfant Terrible der deutschen Kunstszene - und des RTL-Dschungelcamps. Doch im Alter ist er ein wenig ruhiger geworden. Seine Tochter Elena ist mittlerweile die Unruhe in Person.
Mathieu Carrière über Tochter Elena„Sie kümmert sich, wo ich älter und schlaffer und müder und seniler werde“

Elena und Matthieu Carriere waren zu Gast im „Kölner Treff“. (Bild: WDR/Melanie Grande)
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Schauspieler Matthieu Carrière spürt sein Alter. Er ist ruhiger geworden, hat seine weibliche Seite entdeckt. „Ich bin Feminist“, sagt er von sich am Freitagabend in der WDR-Talkshow „Kölner Treff“. Der 76-Jährige lebt seit einigen Jahren in einer WG in Hamburg - und er hat angefangen, sich auszuruhen. Und dann ist da noch Tochter Elena. Eine Art Gegenpol, aber auch ein Anker im Leben: „Wenn wir uns sehen, ist es immer intensiv“, sagt Mathieu Carrière. „Sie ist meine beste Freundin, und ich freue mich immer, wenn sie kommt. Sie kümmert sich jetzt auch, wo ich älter und schlaffer und müder und seniler werde. Sie kümmert sich rührend.“ Auf seine Tochter lässt der Star, der einst neben Marlon Brando, Romy Schneider und Brigitte Bardot spielte und 2011 im Dschungelcamp auf die Knie ging, nichts kommen. „Ich habe viel von ihr gelernt. Ohne sie wäre ich jetzt entweder im Knast oder in einem Sarg“, sagt er dramatisch über die enge Beziehung.
Die Zeit, in der Mathieu Carrière als „Enfant Terrible“ der Szene galt, ist längst vorbei. Das sagt auch Tochter Elena im „Kölner Treff“: „Guckt ihn Euch an. Wie niedlich kann man eigentlich sein? Er gibt sich jetzt cool, aber mein Freund und ich fühlen uns regelmäßig wie seine Eltern, wenn wir mit ihm rumgehen. Ich habe das Gefühl, dass seine Aggression von früher und sein Aktivismus, seine Motivation, seine Wut für gesellschaftliche Themen, so ein bisschen auf mich rübergeschwappt sind. Und ich denke dann: Was mache ich mit der ganzen Energie? Jetzt muss ich's ausbaden.“
„Ich fühle mich hilflos heute“
Auf Tochter Elena ist Mathieu sichtlich stolz. Sie geht zu Demos, ist aktiv, hat ihr eigenes Unternehmen. Er würde gerne viel mehr machen, sagt er. Und plötzlich kommt der alte Mathieu Carrière wieder raus: „Wir leben heute in so schrecklichen Zeiten. Wir sind aufgewachsen ohne Krieg, und plötzlich stehen wir mitten im Dritten Weltkrieg und können nix machen. Ich fühle mich hilflos heute. Und ich finde es toll, dass Ihr auf die Straße geht und ich gehe mit, wenn es sich trifft. Aber ich bin schon ziemlich entsetzt. Ich würde gerne nach Spanien. Ich finde, Spanien ist das einzige Land in Europa, das Eier hat. Das ist wirklich toll, was der Sánchez macht.“ Spanien hatte den Irankrieg verurteilt und seine Basen für US-Militär gesperrt.
Inzwischen hat sich Carrière auch mit seiner Ex-Frau vertragen, nach zehnjährigem harten Sorgerechtsstreit. Stolz erzählt er von seinen beiden Adoptivenkeln, mit denen er Schach und Scrabble spielt. Nur Gewalt- und Ballerspiele kommen für ihn nicht infrage. (tsch)