In den 70er-Jahren schalteten fast zwei Drittel der TV-Zuschauer den Fernseher ein - in diesem Fall zu Recht: Der „Tatort: Die Abrechnung“ ist einer der spannendsten frühen Episoden der ARD-Krimireihe.
Mit StarbesetzungEine der besten „Tatort“-Folgen der 70er-Jahre läuft im Free-TV

Evelyn Stürznickel (Maria Schell) ist unter Verdacht, ihren Schwiegervater ermordet zu haben. (Bild: WDR)
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Waren das noch Quoten: Als Hansjörg Felmy im Juni 1975 den „Tatort: Die Abrechnung“ löste, hielten die Verantwortlichen gerade ihren Rückblick aufs vergangene Jahr. 65 Prozent der Zuschauer schalteten damals im Schnitt den „Tatort“ ein. Erik Ode als ZDF-“Kommissar“ versammelte immerhin 53 Prozent. Ganz klar: Verbrechen zahlte sich, zumindest im Fernsehen, schon immer aus. Dass der fünfte Fall von Kommissar Haferkamp eine Spitzenquote erreichte, war aber auch gerechtfertigt. Denn die Episode, die ONE am Sonntag, 27. September um 21.50 Uhr wiederholt, zählt zu den besten der ARD-Krimiserie aus den 70er-Jahren.

Kommissar Haferkamp (Hansjörg Felmy, links) verhört Dr. Kürschner (Rolf Becker, rechts). (Bild: WDR)
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Im „Tatort: Die Abrechnung“ bekommt Hansjörg Felmy alias Kommissar Haferkamp eine harte Nuß zu knacken. Denn Starverteidiger Dr. Alexander (Romuald Pekny) hat Evelyn Stürznickel (Maria Schell) als Mandantin angenommen - und Kriminaler Haferkamp hat gleich zwei Fälle um Frau Stürznickel zu klären. Erst erschießt sie einen Einbrecher, den sie vor der Leiche ihres Schwiegervaters überraschte. Wenig später steht sie unter Verdacht, gemeinsam mit ihrem Geliebten Dr. Peter Kürschner (Rolf Becker) ihre Stieftochter Angela (Irina Wanka) umgebracht zu haben.
Glanzleistung der Haferkamp-Ära
„Die Abrechnung“ ist ein Krimi der alten „Tatort“-Schule und setzt auf menschliche Abgründe, atmosphärische Dichte und das intellektuelle Kräftemessen zwischen Ermittler und Täter. Neben Felmys gewohnt souveränem Auftreten - geprägt von trockenem Witz und unnachgiebigem Spürsinn - glänzt ein herausragendes Ensemble, in dem vor allem das intensive Duell zwischen Haferkamp und dem von Rolf Becker verkörperten Anwalt im Gedächtnis bleibt. Für eine überraschende Auflockerung sorgt zudem ein kollegiales Intermezzo: Kollege Veigl, im bayerischen Tatort daheim und gespielt von Gustl Bayrhammer, greift telefonisch ins Geschehen ein und beweist, dass die Ermittler damals schon gut vernetzt waren.
Fun Fact: Ursprünglich unter dem Arbeitstitel „Im Namen des Volkes“ produziert, erhielt der Krimi erst später seinen prägnanten Namen „Die Abrechnung“ - ein Episodenname, der 1996 für eine Schweizer Tatort-Folge sogar noch einmal verwendet wurde. Das „Original“ bleibt aber unverwechselbar: Unter Fans gilt der Krimi von 1975 als einer der besten Haferkamp-Beiträge, der durch seine logische Inszenierung und dichte Atmosphäre überzeugt. Kein Wunder also, dass „Tatort“-Fans die Episode bis heute zu den Glanzleistungen der Haferkamp-Ära zählen. (tsch)