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Nico Santos und sein ganz eigener „POV“Das sind die Musik-Highlights der Woche

Queens of the Stone Age, Ayliva und Nico Santos, der sich mit einem neuen Album aus unterschiedlichen Blickwinkeln präsentiert: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Nico Santos möchte auf „POV“ verschiedene Seiten von sich selbst zeigen. (Bild: Intercord Records/Universal Music)

Nico Santos möchte auf „POV“ verschiedene Seiten von sich selbst zeigen. (Bild: Intercord Records/Universal Music)

„POV: Du bist Nico Santos und hast ein neues Album“ - Ein Jahr nach seiner letzten Studioplatte holt der Singer/Songwriter und beliebte „Voice of Germany“-Coach zum nächsten großen Wurf an. Diesmal ist es sogar ein Doppelalbum mit zwei ganz unterschiedlichen Seiten. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Queens of the Stone Age und Ayliva.

Nico Santos - POV

Josh Homme (Mitte) entdeckt mit seiner Band Queens of the Stone Age eine neue Lockerheit, musikalisch eingefangen auf dem neuen Album „Perfecth“. (Bild: Andreas Neumann)

Josh Homme (Mitte) entdeckt mit seiner Band Queens of the Stone Age eine neue Lockerheit, musikalisch eingefangen auf dem neuen Album „Perfecth“. (Bild: Andreas Neumann)

„POV“ - schonmal irgendwo gesehen oder gehört? Junge Menschen verwenden die Abkürzungen gerne in den sozialen Medien, wenn sie zeigen wollen, wie sie bestimmte Situationen erleben. Zum Beispiel „POV: Du kommst zu spät in die Schule“ oder „POV: Dein peinlicher Vater nutzt Jugendsprache“. Nico Santos ist mit 33 Jahren eigentlich schon ein bisschen zu alt, um noch „POV“ zu sagen - wäre er eben nicht dieser liebenswerte, sympathische Menschenfänger, dem man eigentlich nichts übelnehmen kann. Und, immerhin, irgendwie „peinlich“ ist die „POV“-Nummer auf seinem eben so betitelten neuen Album nicht.

„POV“ steht theoretisch für „Point of View“, Nico Santos hat sich darüber hinaus auch noch etwas Eigenes überlegt. „P“ für „Personal“, „O“ für „Optimist“. Was das „V“ bedeutet, sollen beziehungsweise dürfen die Fans selbst herausfinden. Die Antwort finden sie auf einem Doppelalbum (53 Minuten, 18 Songs) mit zwei ganz unterschiedlichen Seiten, oder eben: Perspektiven. Auf der einen Albumhälfte spielt Nico Santos entspannte, klanglich reduzierte und intime Singer/Songwriter-Musik (“Personal“) mit vielen persönlichen Noten. Auf der anderen wird dann mit sehr viel aufwendiger produziertem Party-Pop für die große Bühne aufgedreht (“Optimist“). Notiz am Rande: Dieses neue Album veröffentlicht Nico Santos wieder unter seinem vollen Künstlernamen, nachdem er mit dem Vorgängeralbum von 2025 schlicht als „Santos“ aufgetreten war.

Queens of the Stone Age - Perfecth

Ayliva gehört zu den größten Stars der deutschen Gen-Z-Popszene und trifft bei ihren Fans auch mit dem Song „Für immer“ einen Nerv. (Bild: Getty Images/Lars Baron)

Ayliva gehört zu den größten Stars der deutschen Gen-Z-Popszene und trifft bei ihren Fans auch mit dem Song „Für immer“ einen Nerv. (Bild: Getty Images/Lars Baron)

Josh Homme war immer schon ein cooler Typ, einer der coolsten der gesamten Alternative-Rock-Szene, und doch war klar: Es muss sich was ändern. Im Stile dessen, was man in Amerika gerne eine „Loose Cannon“ nennt, leistete der US-Musiker sich schon manchen Fehltritt. Darunter zum Beispiel auch ein Tritt ins Gesicht einer Fotografin bei einem Konzert vor ein paar Jahren - das war absolut nicht cool. „I'm not like that anymore“, singt der 53-Jährige nun im Lied „Easy Street“. Die Zeit krawalliger Aussetzer scheint vorbei, stattdessen sah man Homme zuletzt auch mal als Model auf dem Laufsteg. Steht ihm gut, der neue, entspanntere Auftritt, der auch das neue Album seiner Band deutlich prägt.

„Perfecth“ - es wäre der perfekte Albumtitel, hinge da hinten am Ende nicht dieses störende, lispelnde „h“. Aber genau darum geht es: Makellosigkeit ist eine Illusion, irgendwo findet man immer Fehler, Flecken, Schrammen. Josh Homme und seine Band Queens of the Stone Age jagen nicht mehr eigenen Großtaten wie „Songs For The Deaf“ (2002) hinterher, lassen Krummes bewusst krumm bleiben, und sie brauchen auch nicht mehr die ganz lauten Gitarren von früher.

Es atmet da auf „Perfecth“ in etwa der gleiche neue Geist wie zuletzt schon auf der großartigen Akustik-EP „Alive In The Catacombs“ (2025), nur dass es diesmal mehrheitlich neues Songmaterial ist. Dazwischen ein Titel, den die Fans bereits kennen: Falls Josh Homme dachte, er könne ohne Iggy Pop eine noch lässigere Version von „Sunday“ (aus dem Album „Post Pop Depression“ von 2016) machen, war das natürlich ein Irrtum. Es fehlt da ein bisschen was. Aber gerade deshalb passt auch dieser Song perfekth auf dieses neue Album.

Ayliva - Für immer

In der Ankündigung ihres neuen Songs ist die Rede von einem „gewaltigen Momentum“, und gewaltig ist das, was in den letzten paar Jahren rund um Ayliva passierte, zweifellos. Ihr Debüt „Weißes Herz“ von 2022 kletterte direkt auf Platz sechs und hielt sich 147 Wochen in den Charts, die Nachfolger „Schwarzes Herz“ (2023) und „In Liebe“ (2024) landeten dann jeweils schon auf Platz eins. Ayliva wurde zu einem der größten Phänomene der deutschen Gen-Z-Popszene, trat als Coach bei „The Voice Kids“ auf, spielte zuletzt als Headliner-Act auf dem Berliner Lollapalooza-Festival. Und damit bloß nichts liegenbleibt, ist jetzt auch wieder neue Musik auf dem Weg. Momentum und so ...

Ihren bislang letzten neuen Track „Renn!“ veröffentlichte Ayliva im Januar 2026. Platz eins in den Single-Charts, 28 Millionen Spotify-Streams, über acht Millionen Klicks für das YouTube-Video. Die 28-Jährige sorgte unter ihren „Mausis“ damals schon für viele Spekulationen über ein neues Album, als offiziell erste Single der kommenden Platte „Polar“ (noch ohne Termin) fungiert nun aber der Song „Für immer“. In der Ballade, zu der auch ein begleitendes Musikvideo gedreht wurde, befasst Ayliva sich intensiv mit dem Thema Verlustangst, und bei ihren Fans scheint sie damit wieder genau den richtigen Nerv zu treffen. „Ich weine wie ein kleines Kind“, heißt es in einem der vielen Kommentare. „Einfach krass, wie sehr du mich durch deine Musik berührst.“ (tsch)