Das Finale des „perfekten Dinners“ in Köln steigt bei Tobi (58), der Kölsche Klassiker französisch interpretiert. Dafür erntet er durchweg viel Lob - bis zum Nachtisch. Am Ende sind seine Gäste dennoch einer Meinung ...
„Perfektes Dinner“-Gastgeber springt bei der Bewertung überascht auf„Ihr seid ja verrückt!“

Shirin und Frederik sind von den kleinen Vorspeisen-Variationen begeistert. (Bild: RTL)
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Genau so hat sich Tobi sein Roastbeef vorgestellt. Hat nur bisschen lange gedauert. (Bild: RTL)
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„Ich werd nicht gewinnen. Garantiert nicht“, startet Tobi (58) in Ehrenfeld entspannt in den Tag. Denn zu gut hat ihm allein schon das Menü von Frederik (33) am Vorabend geschmeckt. Eigentlich macht er eh nur beim „perfekten Dinner“ mit, weil ihn seine Tochter angemeldet hat: „Sonst hätte ich mich nie beworben.“ Der Inhaber einer Werbeagentur weiß, dass er sich viel vorgenommen hat. „Heute könnte das ein bisschen länger dauern“, deshalb stellt Tobi kleine Snacks auf den gedeckten „Dinner“-Tisch.
Seine Frau - eine Urlaubsbekanntschaft - ist Französin und seinetwegen von Paris nach Köln gezogen. „Darauf bin ich immer noch stolz“ - auch wenn inzwischen schon drei erwachsene Kinder diese Liebe krönen. Die Verbindung zwischen Köln und Paris erklärt das Menü-Motto „Brauhaus x Bistro“. Es gibt Kölsche Klassiker - aber anders: „Inhaltlich sind sie ähnlich mit dem Original, aber mit französischen Zutaten.“ Und zwar:
- Vorspeise: Amuse Köln - Röggelchen mit Comté, vegane Blutwurst und Süßkartoffel-Reibekuchen, frisches Tatar auf Baguette, Stößchen klare Rinder-Consommé
- Hauptspeise: Rôti Mariné - Sauerbraten vom französischen Rind, dazu Süßkartoffel-Praliné auf Pumpernickel mit französischem Rotkohlsalat
- Nachspeise: Crème Cologne - Crème brûlée mit und aus Kölsch an Erdbeereis

Bier im Dessert - muss das sein? Cordula findet: nein. (Bild: RTL)
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Damit seine Gäste schön rätseln können, schreibt Tobi alles auf Französisch auf die Speisekarte. Shirin (34) und Patrick (35) tun sich beim Vorlesen der Gerichte schwer. Als sprachgewandter stellt sich Cordula (50) heraus, die den „Demi-coq“ sofort als die Kölner Spezialität „Halver Hahn“ identifiziert.
Blutwurst ist zum Glück vegan

Von Shirin bekommt Tobi für sein perfektes Dinner 10 Punkte. (Bild: RTL)
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Mit einem Kölsch Royal - einer Eigenkreation - zur Begrüßung stimmt Tobi seine Gäste auf den französischen Brauhaus-Abend ein. Zur Wartezeitüberbrückung hat er die Platzdeckchen als kleines Köln-Paris-Schätzfragenquiz gestaltet. Die Mühe weiß Shirin zu würdigen: „Finde ich einfach nur schön!“

Hier haben sich fünf kochbegeisterte Freunde gefunden. (Bild: RTL)
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Derweil hat Tobi Zeit, die bunten Teller mit verschiedenen Vorspeisen anzurichten, unter anderem mit „Himmel un Ääd“. „Die Blutwurst habe ich als vegetarische Variante umgesetzt, weil ich einfach persönlich keine Blutwurst mag“, verwendet Tobi schwarze Linsen und Rote Bete. „Das ist gar keine Blutwurst? Geil!“, atmet Shirin erleichtert auf. „Boah! Genial!“, öffnet sich für sie kulinarisch eine völlig neue Welt. „Ich habe das alles so noch nie gegessen.“
Lange Wartezeit, aber macht nichts
„Die Franzosen essen den Rotkohl ja nicht warm, sondern als Salat“ - und diesen Genussmoment will Tobi seinen Gästen bereiten. Doch obwohl der Salat schon vorbereitet ist, dauert es ziemlich lange, bis er mit Roastbeef und Süßkartoffelpraline aufgetischt wird. „Dadurch, dass die Gruppe auch alleine zurechtkommt, ist es nicht ganz so aufgefallen“, meint Cordula.
„Ich bin ein bisschen traurig“, äußerte Shirin am Nachmittag noch ihre Enttäuschung, dass es auch heute keine Schokolade geben wird. Doch Tobis Erdbeereis entschädigt sie. Gemischte Reaktionen erntet hingegen die Crème brûlée mit Kölsch. „Ich schmecke das Bier“, meint Frederik. Shirin kostet einen Löffel: „Aber es stört mich null, weil ich super gerne Bier trinke.“ Cordula sieht das anders: „Ich war jetzt nicht ganz überzeugt, dass das Kölsch da mit reinmuss.“ Frederik stört am meisten die einzelne Physalis: „Als Deko einfach grausam.“
Überraschung bei der Bewertung: „Ihr seid ja verrückt!“
Shirin gefällt Tobis kulinarische Hommage auf Köln und Frankreich: „Das war so eine richtig wilde, interessante Kombi.“ Ein letztes Mal erhebt Tobi sein Glas: „Die Woche ist zu Ende. Ich könnte heulen.“ Mit 37 Punkten holt er sich den Wochensieg. Völlig überwältigt springt er auf und drückt seinen Gästen einen dicken Schmatzer auf die Wange: „Jetzt muss ich erstmal alle abknutschen! Ihr seid ja verrückt! Hätte ich niemals im Leben gedacht!“ Neue Freunde hat er ebenfalls dazugewonnen, denn das nächste Treffen und ein gemeinsamer Urlaub sind schon fest geplant. (tsch)