Der bekannte Förster und Bestseller-Autor stellte klar, dass Waldbrände im Normalfall nicht auf natürlichem Wege entstehen würden.
„Praktisch immer Brandstiftung“Peter Wohlleben entsetzt Bettina Böttinger mit Waldbrand-These

Peter Wohlleben ist der wahrscheinlich bekannteste Förster Deutschlands. (Bild: 2022 Getty Images/Joshua Sammer)
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„Fassungslos blicke ich auf die Situation“, sagt Peter Wohlleben über die großflächigen Waldbrände, die aktuell unter anderem in Südeuropa für Zerstörung und Massenevakuierungen sorgen. Im Podcast „Zwischen den Zeilen“ von Bettina Böttinger erklärt Deutschlands wohl bekanntester Förster, wie es ihm zufolge zu diesen Feuer-Katastrophen komme.
„So eine Hitze kann man sich gar nicht vorstellen. Da verbrennen Menschen, da verbrennt die persönliche Geschichte in Form der Häuser, Fotoalben, sonst irgendwas“, nimmt Peter Wohlleben im Podcast Anteil an dem herrschenden Leid. Auch auf die betroffenen Tiere möchte der Bestseller-Autor (“Das geheime Leben der Bäume“) hinweisen, die seiner Meinung nach zu selten Erwähnungen finden. Dann spricht er über die „Symptome“ der Waldbrände. Und diese Ausführungen lassen Gastgeberin Bettina Böttinger entsetzt zurück ...
Peter Wohlleben: „Es gibt keine Selbstentzündung“
Die Symptome, die seien zum Beispiel das Feuer, die Brandstiftung und der Klimawandel, so Peter Wohlleben. Bei Letzterem sei aber nicht die Hitze das Problem, sondern die Trockenheit, wie der 62-Jährige klarstellt. „Ich habe diese Tage auch noch mal gelesen, dass Brandstiftung noch so häufig ist - beabsichtigte oder auch unbeabsichtigte. Da war ich fassungslos, muss ich ganz ehrlich sagen“, greift Bettina Böttinger das Stichwort auf. Sie frage sich: „Wie kann das passieren?“
„Häufig liest man dann, dass die Polizei von Selbstentzündung ausgeht. Das gibt es aber nicht. Es gibt keine Selbstentzündung“, meint Peter Wohlleben. Wald brenne ab 300 Grad „und die berühmten Flaschenscherben, die können einen Waldbrand nicht verursachen. Das hat man im Labor versucht, man kriegt es selbst unter besten Bedingungen nicht hin“, schildert der in Teilen der Fachwissenschaft nicht unumstrittene Natur-Experte.
Lediglich Blitze könnten „außer der Reihe“ theoretisch einen Waldbrand verursachen, ansonsten handele es sich laut Peter Wohlleben „praktisch immer“ um Brandstiftung - „und das ist in grob zwei Drittel der Fälle Absicht“. Bettina Böttinger ist schockiert: „Also das ist mir ehrlich gesagt zu hoch. Was führt Menschen dazu, in einer Situation, wo wir ja schon erleben, dass die Welt in Flammen steht, dann noch weiter selbst zu zündeln?“
Peter Wohlleben meint: „Wie heißt es? Jeder Mensch hat seine fünf berühmten Minuten im Leben. Und wenn man anders nicht zu Potte kommt, dann zündet man halt was an. Also dann kommt man auf jeden Fall in die Nachrichten.“ Die andere Methode, die er sich vor allem in Kanada eigenen Aussagen nach gerne vorstelle: „Da sitzt irgendjemand, der oder die einen Fisch rausgezogen hat aus dem Fluss, macht sich ein kleines Feuerchen und das gerät außer Kontrolle. Und schon entstehen Zehntausende Quadratkilometer Waldbrand. Da geht ja keiner zur Polizei und sagt: 'Ich war's.'“ (tsch)