Die Chemie schien zu stimmen: Dem „W Magazine“ gestand Claire Danes, dass zu Beginn der Dreharbeiten von Baz Luhrmanns „William Shakespeares Romeo + Julia“ sogar in ihren Co-Star Leonardo DiCaprio verknallt gewesen war. Sie empfand das als „problematisch“: „Ich konnte mich nicht wirklich in den Kerl verknallen, in den ich mich auf professioneller Ebene verknallen sollte!“

Claire Danes und Hugh Dancy sind seit mehr als 15 Jahren verheiratet. (Bild: Monica Schipper/Getty Images)
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Hinter den Kulissen sah es ohnehin bald anders aus. DiCaprio spielte seiner Kollegin und anderen Crewmitgliedern ständig Streiche, Danes konnte darüber nicht lachen. Anwesenden Quellen zufolge nannte sie ihn mehrfach „unreif“, er hielt sie für langweilig und zu ernst. Abseits der Kamera wechselten die beiden kaum ein Wort - und wurden dank der Shakespeare-Verfilmung, die vor 30 Jahren ihre Weltpremiere feiert, trotzdem eines der legendärsten Leinwandpaare der 90er-Jahre.
Weil die Chemie vor der Kamera stimmte, bot man den beiden an, auch in „Titanic“ ein Liebespaar zu spielen. Danes sollte die Rose spielen, wie sie Radiomoderator Dax Shepard erzählte, und sagte ab. „Ich war nicht einmal hin- und hergerissen“, gab sie zu Protokoll. Sie sagte ab - und bereute es nach eigenen Aussagen trotz des riesigen Erfolgs des Katastrophenfilms von James Cameron nicht.
„Ich bin einfach glücklich“

Von 1997 bis 2003 war Claire Danes mit dem Musiker Ben Lee liiert. (Bild: Mark Mainz/Getty Images)
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Auch nach „Romeo + Julia“ verliebte sich Danes immer wieder am Set. 1997 lernte sie bei den Dreharbeiten zu Francis Ford Coppolas Justizdrama „Der Regenmacher“ Matt Damon kennen. Dass beide eine Beziehung führten, wurde aber nie bestätigt. Kurz darauf verguckte sich Danes in den australischen Musiker Ben Lee, mit dem sie bis 2003 liiert war. Danach folgte der Schauspieler Billy Crudup, ihr Partner in „Stage Beauty“ (2004). Die Beziehung erregte große mediale Aufmerksamkeit, weil sich Crudup zuvor von Mary-Louise Parker getrennt hatte. 2006 war sie vorbei.
Im selben Jahr begannen die Dreharbeiten zu „Spuren eines Lebens“ - und dort traf die frisch getrennte Danes auf Hugh Dancy: „Ich war erst kurz Single, und ich war noch nie zuvor Single gewesen, also waren wir erst einmal nur befreundet“, sagte sie der „Marie Claire“. Der Moment, in dem sich das änderte, kam in Rhode Island, im Herbst. Sie fuhren mit dem Rad am Wasser entlang, und Danes dachte plötzlich: „Ich bin einfach glücklich.“ Ihr Co-Star Mamie Gummer, die Tochter von Meryl Streep, erlebte es am Set mit. „Es ist etwas, das ich nie vergessen werde“, erinnerte sie sich gegenüber „People“. „Die beiden sind perfekt für einander“. Anfang 2009 machte Dancy ihr einen Heiratsantrag, im selben Jahr heirateten die beiden in Frankreich.
Vom Oxford-Student zum Staatsanwalt

Die knapp dreijährige Beziehung zwischen Billy Crudup und Claire Danes sorgte für Schlagzeilen. (Bild: Peter Kramer/Getty Images)
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Auch wenn Danes auf den ersten Blick dank unterschiedlichster Rollen wie im Sci-Fi-Actionfilm „Terminator 3 - Rebellion der Maschinen“, „Die Familie Stone - Verloben verboten!“ (2005) und natürlich als FBI-Agentin Carrie Mathison in „Homeland“ (2011-2020) der „größere“ Star ist, kann auch Dancy auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken.
Er wuchs in Newcastle-under-Lyme in Staffordshire auf, als Kind eines Verlegers und einer Akademikerin. Mit zehn kam er ins Internat, später studierte er in Oxford Englisch. 1999 bekam er seine erste Fernsehrolle in der britischen Serie „Cold Feet“. Es folgten die Hauptrolle an der Seite von Anne Hathaway im Kinomärchen „Ella - Verflixt & zauberhaft“ (2004) und die des Will Graham in der gefeierten Serie „Hannibal“. Seit 2023 spielt er in der Neuauflage von „Law & Order“ den Staatsanwalt Nolan Price. Dass er in New York arbeiten kann, wo das Paar lebt und Danes aufwuchs, nannte er gegenüber NBC Insider einen „großen Luxus“.
Das Paar hat drei Kinder: Cyrus kam im Dezember 2012 zur Welt, Rowan im August 2018, Tochter Shay 2023. In der letzten Staffel von „Homeland“ stand auch Dancy für die Serie vor der Kamera. Eine gemeinsame Szene hatten die beiden nicht, wie Danes dem Magazin „Porter“ sagte.
Die richtige Mischung zwischen Nähe und Distanz sei aber ohnehin das Erfolgsrezept des Paares, wie Dancy einst dem „Evening Standard“ erzählte: „Wir müssen als Paar glücklich sein, und ich möchte auch, dass wir beide unabhängig voneinander glücklich und in dem, was wir tun, erfüllt sind - daher muss es einen gewissen Spielraum geben“, sagte er. „Man braucht keine Regeln, sondern Ziele, nach denen man streben kann, zum Beispiel, dass man nicht zu lange voneinander getrennt ist - ganz grundlegende Dinge.“ Zum Beispiel: „Nimm keinen Job in Australien an, ohne es mir zu sagen!“, scherzte Dancy. (tsch)
