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„Wer wird Millionär?“Günther Jauch hadert mit Patzern der RTL-Redaktion

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Zweimal ließ die „Wer wird Millionär?“-Redaktion Moderator Günther Jauch am Montag hängen. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)

Zweimal ließ die „Wer wird Millionär?“-Redaktion Moderator Günther Jauch am Montag hängen. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)

Günther Jauch wollte allzu intelligente Kandidaten „in den Zuschauerraum abschieben“ und haderte mit seiner Redaktion.

Bevor sich der Kandidat blamieren konnte, übernahm dies die Redaktion bereits in der Auswahlrunde: „Eigener Herd ist Goldes ...“, sollte da stehen und ergänzt werden mit „wert“. Sowohl auf Günther Jauchs Moderationskarte als auch auf seinem Display stand allerdings statt „Herd“ ein Vorname: „Wer ist denn Gerd? Bei mir steht 'eigener Gerd'“, staunte der Moderator. Das Publikum lachte. Während Robert Dömlang als Gewinner der Auswahlrunde Platz nahm, amüsierte sich Günther Jauch über die fiese ironische Botschaft auf seinem Monitor: „Der Verantwortliche wurde entlassen.“

Robert Dömlang aus Berlin ist 35 Jahre alt und „Headbrewer“. Jauch, bekannt für seine Aversion gegen Anglizismen, forderte eine Übersetzung ein. „Ich bin Brauer, ich mache Bier“, erklärte der Kandidat. Für 2.000 Euro ging es allerdings um ein anderes Getränk: „Was ist häufig mit einem sogenannten Schwenkfilter ausgestattet?“ Kaffeemaschine, E-Auto, Bratpfanne, Sofortbildkamera?

„Gibt es schon veganes Bier?“ Redaktion flüstert Jauch peinliche Frage ein

Nach dem 50:50-Joker verblieben A und B. Robert Dömlang schob den Publikumsjoker hinterher. 100 Prozent der Studiogäste votierten für die Kaffeemaschine. „Das sind alles Leute, die sich bei uns beworben haben, dann haben wir festgestellt: Die sind zu intelligent, die kosten uns zu viel Geld“, fabulierte Jauch über das Publikum. „Dann schieben wir die in den Zuschauerraum ab.“ Darüber konnten die Zuschauer lachen.

Nach der 4.000er-Marke war Zeit für Smalltalk. „Gibt es schon veganes Bier?“, fragte der Moderator. „Bier ist grundsätzlich immer vegan“, klärte Robert Dömlang geduldig auf. Jauch verteidigte sich: Seine Redaktion hatte ihn per Botschaft auf dem Display zu dieser Frage genötigt. „Wissen Sie, manchmal schreiben die mir eine Frage auf, wenn sie was interessiert. Das sind dann die dümmsten Fragen.“ Das Publikum und der Kandidat amüsierten sich prächtig. „Ich mache mir da jetzt einen Klebestreifen drauf, dass ich gar nichts mehr sehe“, sinnierte Günther Jauch im Scherz. Schon der zweite Fauxpas seiner Redaktion ...

Heizverbot! Sonst „werden die Kandidaten träge, das wollen wir nicht!“

16.000 Euro wert: „Die Einwohner welcher antiken Stadt sind als Punier bekannt?“ Babylon, Karthago, Sparta, Troja? Der Telefonjoker wusste: Karthago. „Sie sollen mal mit George Clooney in einem Fahrstuhl gefahren sein“, läutete Jauch den nächsten Smalltalk-Block ein. „Ich habe mal in einem Berliner Nachtclub gearbeitet als Fahrstuhlfahrer“, erklärte Robert Dömlang.

Zur Premiere eines Films mit Clooney fand dort eine Veranstaltung statt. Jauch erkundigte sich: „War Clooney unauffällig?“ Mit dem Hollywoodstar habe er nicht geredet, erklärte Dömlang. „Sein Bodyguard meinte, ich solle aussteigen. Aber ich sagte: 'Ich bleibe auf jeden Fall hier, das ist mein Job'“, berichtete der Kandidat.

32.000 Euro wert: „'It's like rain on your wedding day, it's a free ride when you've already paid', heißt es in 'Ironic', dem größten Hit von Alanis ...?“ Morissette, Morrisette, Morrissete, Morrissette? Jauch musste laut niesen und entschuldigte sich. „Ist aber auch frisch hier oder?“, fragte er. Der Kandidat stimmte zu. Mehr Heizen sei aber laut Jauch keine Option: „Dann werden die Kandidaten träge, das wollen wir nicht.“ Der Zusatzjoker half: Antwort A.

Die 64.000-Euro-Frage: „Wo wurde Erling Haaland bislang noch nicht 'Fußballer des Jahres?'“ Norwegen, Deutschland, England, Österreich? „Herr Jauch, es war schön mit Ihnen“, entschied Robert Dömlang und ging mit 32.000 Euro. Korrekt gewesen wäre Antwort B.

So schlugen sich die anderen Kandidaten

Überhangkandidat Uwe Schmitz aus Düsseldorf startete an diesem Abend mit der 8.000-Euro-Frage. Die Reise des 61-Jährigen endete mit 32.000 Euro.

Ausgerechnet einer Grundschullehrerin half Günther Jauch in Sachen Leseverständnis: Stephanie Schumacher überlas bei ihrer 8.000-Euro-Frage, dass der „Sexist Man Alive“ gesucht war und kein ähnlich klingender Titel mit „e“ nach dem „i“. Erst durch Jauchs Wink mit dem Zaunpfahl wurde ihr klar: Gekürt wird der Negativpreis von der Zeitschrift „Emma“. Die Kandidatin ging mit 64.000 Euro.

Kai-Olaf Stehrenberg hatte als Kind schon mit Rolf Zuckowski gesungen und als Erwachsener bei „The Voice of Germany“ mitgemacht. Der Hannoveraner erspielte 32.000 Euro.

Über Peter Wachsmuths anglizistische Berufsbezeichnung machte sich Günther Jauch lustig: „'Senior Large Account Manager Public Sector' - was ist das auf Deutsch?“ Die kurze Antwort des Kandidaten aus Wedemark: Software-Verkäufer. Er darf das nächste Mal um 4.000 Euro weiterspielen. (tsch)