Einige Zuschauer lachten, andere schauten völlig entgeistert: Als Trio im Mai 1982 mit „Da Da Da“ in der ZDF-“Hitparade“ auftraten, war die Single erst auf dem Weg zum Hit.
Dass das minimalistische Lied das eher konservative Publikum verstörte und keinen der ersten drei Plätze belegte, hatte die Band womöglich geahnt. Trio-Frontmann Stephan Remmler jedenfalls trug den späteren Hit mit schelmischem Grinsen zum Halbplayback vor.
Sich selbst und die Welt nicht zu ernst zu nehmen, das war immer eine der Stärken von Remmler, der am 25. Oktober seinen 80. Geburtstag feiert.
Der Weg zum Welthit war hart
Dabei war der Weg zum Welthit kein Spaß gewesen: Ende der 70er-Jahre hatten Remmler und sein Trio-Bandkollege, Gitarrist Gert „Kralle“ Krawinkel, ihren sicheren Job als Lehrer gekündigt, um es noch einmal - nachdem sie bereits als Schüler in einer Rolling-Stones-Coverband zusammen gespielt hatten - mit der großen Musikkarriere zu versuchen.
Zwischenzeitlich waren sie gezwungen, einen Großteil ihres Equipments zu verkaufen, machten aber aus der Not eine Tugend: Mit Peter Behrens am Schlagzeug, aber ohne Bassist und mit minimalistischem Sound erregte die schlicht Trio benannte Band erste Aufmerksamkeit.

Die Band Trio existierte nur fünf Jahre: (von links) Schlagzeuger Peter Behrens, Gitarrist Gerd Krawinkel und Sänger Stephan Remmler. (Bild: Peter Bischoff/Getty Images)
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Das von Beatles-Intimus Klaus Voormann produzierte Debütalbum „Trio“ (1981) brachte noch nicht den Erfolg. Auf der ersten Deutschland-Tournee entstand dann „Da Da Da“, das erst zum Live-, dann zum Welthit wurde: Die Single verkaufte sich 13 Millionen Mal und schaffte es in Neuseeland und Südafrika auf Platz eins der Charts. In Großbritannien, Schweden, Israel und Deutschland kam zumindest Platz zwei raus.
Alles hat ein Ende
Auch wenn die Band mit „Anna - Lassmichrein Lassmichraus“ und „Herz ist Trumpf“ in der Folge zwei weitere Hits landen konnte - bereits kurz nach dem gefloppten dritten Album „Whats the Password“ löste sich die Band 1985 auf. Von den Bandmitgliedern sollte nur Remmler eine nennenswerte Solokarriere machen: Gitarrist Kralle Krawinkel veröffentlichte ein erfolgloses Solo-Album sowie zwei Singles, darunter ein Duett mit Nena. Er verstarb 2014. Zwei Jahre später erlag Schlagzeuger Peter Behrens, lange Zeit drogenabhängig und arbeitslos, einem multiplen Organversagen.

Stargast: 1994 spielte Stephan Remmler den „Kratermann“ im Musical „Tabaluga und Lilli“ von Peter Maffay. (Bild: Frank Hempel/United Archives via Getty Images)
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Der Trio-Frontmann hingegen machte fast nahtlos weiter: Gleich seine ersten beiden Singles „Keine Sterne in Athen“ und „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei“ eroberten beide Platz drei der deutschen Charts, sein schlicht „Stephan Remmler“ betiteltes Solodebüt schaffte es in die Top Ten. Bis 1996 folgten vier weitere Studioalben, denen aber kein größerer Erfolg beschieden war. Danach herrschte für zehn Jahre Funkstille - fast jedenfalls.
Inzwischen nur noch Familienmensch
2003 ließ Remmler kurz aufhorchen: als Produzent der Band Cecil Jonni Lauro, die aus seinen drei Söhnen bestand und mit „Everybody Cha Cha“ immerhin einen kleinen Hit landete, sich aber bald darauf auflöste. Mit „1, 2, 3, 4 ...“ versuchte Remmler drei Jahre später selbst ein Comeback, das Album sollte sein bis heute letztes Werk bleiben. Hinter den Kulissen war er danach nur noch für Freunde und Familie tätig: Er produzierte Songs für Schlagersängerin Sarah Jane Scott, die Ehefrau seines Sohnes Cecil, und trat als Gast bei den „MTV Unplugged“-Sessions von Sido und LaBrassBanda auf.

Nach der Veröffentlichung seines Albums „Amnesia“ zog sich Stephan Remmler für fast zehn Jahre komplett aus dem Musikgeschäft zurück. (Bild: United Archives/Getty Images)
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Ansonsten zog sich Remmler, der seit über 30 Jahren mit der Innenarchitektin Hilana Raitzik, einer gebürtigen Brasilianerin, verheiratet ist, weitgehend aus dem Musikgeschäft und ins Privatleben zurück. Nach Angaben des Fanseite „stephan-remmler.de“ lebt das Paar teils in Basel, teils auf Lanzarote.

Einen seiner inzwischen ganz seltenen öffentlichen Auftritte absolvierte Stephan Remmler 2016 bei der TV-Show „Das grosse Schlagerfest - Die überraschende Show der Besten mit Florian Silbereisen“. (Bild: Franziska Krug/Getty Images)
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Wie konsequent Remmler das Rampenlicht meidet, zeigt ein Blick auf seine letzten Auftritte: Für eines seiner bislang letzten kreativen Projekte wagte er sich 2015 noch einmal auf ein völlig neues Gebiet und veröffentlichte das Kinderbuch „Heinrich, Schweinrich und die fliegenden Krokodile“. Als bislang letzten Fernsehauftritt listet das Archiv den 16. April 2016 auf, als er bei Florian Silbereisens „Das große Schlagerfest“ zu Gast war.
Im Januar 2017 wurde er noch gemeinsam mit seinem Sohn bei einer Aftershow-Party der „Schlagerchampions“ fotografiert. Seitdem herrscht wieder Funkstille. Laut „stephan-remmler.de“ verbringt Remmler seine Zeit „mit Reisen und Spazierengehen, gerne auch mit seinen drei Hunden, die aber nur auf Lanzarote leben“. (tsch)
