
Beim Selbstporträt von Ludwig Peter Kowalski deckte der „Bares für Rares“-Experte einen Eingriff auf: Das ursprüngliche Selbstbildnis aus Pastellkreide und Kohle hatte nach einen anderen Hintergrund bekommen. Den bescheidenen Wunschpreis von 200 bis 300 Euro konnte er aber immerhin auf 500 bis 650 Euro verdoppeln. (Bild: ZDF)
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„Ihr seht wesentlich freundlicher aus als der Herr auf dem Bild“, begrüßte Horst Lichter in der Freitagsausgabe von „Bares für Rares“ die beiden Verkäuferinnen eines Gemäldes. „Der guckt grummelig rüber“, fand der Moderator. Die Schwestern Gaby und Birgit aus Düsseldorf klärten auf: „Das ist ein Selbstporträt von Ludwig Peter Kowalski. Wir haben das geerbt von unseren Eltern.“ Einen direkten Bezug gab es obendrein: „Eine Tante von unserem Vater war mit dem Künstler befreundet.“ Denn die Familie stammte ebenso wie Kowalski aus Breslau: „Nach dem Krieg ist der Kontakt bestehen geblieben.“

Nach anfänglicher Begeisterung sank das Interesse der „Bares für Rares“-Händler schnell, als sie von dem Eingriff erfuhren. Mehr als 100 Euro wollte niemand bieten, deshlab nahmen die Verkäuferinnen das Gemälde wieder mit nach Hause. (Bild: ZDF)
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„Wenn das der Künstler selber ist, dann war er echt mies drauf an dem Tag“, fand Lichter. „Bares für Rares“-Experte Colmar Schulte-Goltz formulierte es netter: „Wir sehen ein sehr ausdrucksstarkes Künstlerselbstporträt.“ Die Haltung hielt er für „typisch für ein Porträt von jemandem, der sich vor einem Spiegel malt“. Außerdem wusste Schulte-Goltz: „Er war ein enger Freund von Otto Müller, dem berühmten Expressionisten.“ Die Signatur verriet, dass das Bild im Jahr 1948 gemalt wurde. „Ich finde die Farbauswahl sehr spannend“, bemerkte Horst Lichter.
Schulte-Goltz stimmte zu: „Es ist eine sehr interessante Farbauswahl, aber das Bild ist heute anders als es ursprünglich gemeint war.“ Denn: Das ursprüngliche Selbstbildnis aus Pastellkreide und Kohle hatte einen anderen Hintergrund bekommen! Als Gaby und Birgit zustimmend nickten, war Horst Lichter völlig perplex: „Echt?“
Kurze, aber schmerzhafte Verhandlung

Erfolgreicher war der Verkäufer einer Tabakdose aus Holz in Form eines Retrievers aus der Zeit um 1903 mit einem geschätzten Wert von 500 bis 800 Euro. Friedrich Häusser bezahlte 770 Euro. (Bild: ZDF)
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Anhänger und Ring mit Aquamarinen von Wilhelm Stoll aus den 1930er- bis 50er-Jahren hatten einen Gesamtwert von 3.000 bis 3.500 Euro. Sarah Schreiber freute sich über den Zuschlag bei 2.700 Euro. (Bild: ZDF)
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Die Erklärung lieferte Birgit: „Das Bild ist mal von der Wand gefallen, und dann haben wir es zur Restauration gegeben. Dann wurde es so wieder hergebracht.“ Lichter staunte: „Welche Farbe war denn da vorher?“ Birgit meinte: „Eigentlich Weiß, Beige-Weiß.“ Durch den Eingriff habe sich „der ganze Charakter des Bildes sehr verändert“, fand der Experte. Er betonte aber auch: „Es gibt im Museum in Breslau ein weiteres Selbstporträt, kein weiteres ist mir bekannt. Das ist schon was Seltenes.“ Daher konnte er den bescheidenen Wunschpreis von 200 bis 300 Euro immerhin auf 500 bis 650 Euro verdoppeln.

Der Designer-Schreibtisch „Igl Jet“ von Ernest Igl aus den 1970er-Jahren war 1.300 bis 1.800 Euro wert. Jan Cizek bekam das Stück für 900 Euro. (Bild: ZDF)
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Der Hintergrund stach Händlerin Sarah Schreiber gleich ins Auge: „Was ich cool finde, ist diese Mixtur aus den Farben, dieses Lachs-Orange.“ Jan Cizek rief dazwischen: „Korallen-Rosa!“ Anfangs fand Lisa Nüdling die „spannende Mischtechnik“ interessant. Das Interesse sank jedoch, als sie erfuhr, dass der Hintergrund nicht original war. „Man muss diesen Eingriff berücksichtigen“, startete sie mit einem kleinen Gebot von 80 Euro.
Bei Sarah Schreibers Gegengebot von 100 Euro war die Verhandlung schon wieder beendet. „Wollen Sie ihn als Zeitzeugen vielleicht doch in der Familie belassen?“, fragte Lisa Nüdling. „Ich nehme es wieder mit“, beschloss Birgit spontan. „Dann hänge ich den jetzt in unser Wohnzimmer.“
„Bares für Rares“-Händler verliebt sich in Hunde-Tabakdose

Das Hantel-Set „POAA“ von Philippe Starck aus dem Jahr 1999 wurde auf 400 bis 600 Euro geschätzt. Für 320 Euro bekam Lisa Nüdling die Sportgeräte. (Bild: ZDF)
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„Die sind mega!“, lagen die Hanteln gut in Lisa Nüdlings Hand. Für 320 Euro bekam sie die Sportgeräte sogar. (Bild: ZDF)
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Erfolgreicher war der Verkäufer einer Tabakdose aus Holz in Form eines Retrievers aus der Zeit um 1903 mit einem geschätzten Wert von 500 bis 800 Euro. Fabian Kahl verliebte sich sofort in den Hundeblick, doch das Wettbieten gewann Friedrich Häusser mit 770 Euro.
Anhänger und Ring mit Aquamarinen von Wilhelm Stoll aus den 1930er- bis 50er-Jahren hatten einen Gesamtwert von 3.000 bis 3.500 Euro. „Ich bin neu unter den Aquamarin-Liebhabern“, deshalb freute sich Sarah Schreiber sehr über den Zuschlag bei 2.700 Euro.
Der Designer-Schreibtisch „Igl Jet“ von Ernest Igl aus den 1970er-Jahren war 1.300 bis 1.800 Euro wert. Außer Jan Cizek zeigte niemand großes Interesse, deshalb bekam er das Designer-Stück für 900 Euro.
Das Hantel-Set „POAA“ von Philippe Starck aus dem Jahr 1999 wurde auf 400 bis 600 Euro geschätzt. „Die sind mega!“, lagen die Hanteln gut in Lisa Nüdlings Hand. Für 320 Euro bekam sie die Sportgeräte sogar. (tsch)
