In der deutschen Adaption einer argentinischen Erfolgsserie spielt Aylin Tezel eine verzweifelte Mutter, die sich für das Leben ihres schwerkranken Kindes auf einen lebensgefährlichen Deal mit einer mörderischen Familie einlässt.
„Serial Cleaner“Aylin Tezel wird zur Tatortreinigerin einer Verbrecherfamilie

Teri (Aylin Tezel) lebt in ständiger Angst um das Leben ihrer Tochter. Um sie zu retten, lässt sie sich auf einen gefährlichen Deal ein. (Bild: ZDF/Katia Wik)
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Teri (Aylin Tezel, links) lässt nichts unversucht, um ihrer an einer Immunkrankheit leidenden Tochter Luca (Hanna Heckt) die beste gesundheitliche Versorgung zukommen zu lassen. (Bild: ZDF/Armands Virbulis)
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Gut oder böse? Vincent Karanz (Stefan Gorski, links) verhindert, dass sein Bruder Christian (Rick Okon) Teri tötet, nachdem sie den Mord beobachtet hat. Das bringt ihn auch bei seinem Vater in Schwierigkeiten. (Bild: ZDF/Armands Virbulis)
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Nachdem Teri (Aylin Tezel) beobachtet hat, wie Christian Karanz einen Mann erschoss, konnte sie ihn überreden, sie am Leben zu lassen. Im Gegenzug reinigt sie diesen und zukünftige Tatorte so gut, dass die Polizei der Familie Karanz nichts nachweisen kann. (Bild: ZDF/Raimonds Birkenfelds)
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Reinigungskräfte mit besonderen Talenten erweisen sich überraschenderweise immer wieder als spannende Serien-Helden. In der französischen Krimikomödie „HIP“ etwa wird eine Reinigungsfrau der Polizei aufgrund ihres scharfen Verstands zur Beraterin befördert. In der argentinischen Serie „La Chica Que Limpia“ wird die Protagonistin Zeugin eines Mordes und fortan zur Tatortreinigerin der Mafia - gezwungenermaßen, denn sie braucht für die Behandlung ihres kranken Kindes dringend Geld. In den USA wurde die Serie als „The Cleaning Lady“ adaptiert (aktuell bei Netflix abrufbar), die ab Montag, 14. September, im ZDF-Streaming-Portal abrufbare sechsteilige deutsche Adaption heißt „Serial Cleaner“. Bei ZDFneo ist sie ab Mittwoch, 30. September, wöchentlich in Doppelfolgen auch linear zu sehen.

Patriarch Ludwig Karanz (László I. Kish) weiß nicht, ob er seinem Sohn Vincent noch trauen kann. Er weiß aber auch, dass sein anderer Sohn Christian ein Risiko ist. (Bild: ZDF/Armands Virbulis)
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Die alleinerziehende Teri (Aylin Tezel) hat ihr Medizinstudium in Ungarn abgebrochen und ist nach Deutschland zurückgekehrt, da ihre Tochter Luca (Hanna Heckt, „In die Sonne schauen“) an einer schweren angeborenen Gen-Krankheit leidet. Beim Putzen im Hotel der Familie Karanz beobachtet Teri, wie Christian Karanz (Rick Okon) einen Mann erschießt. Als er Teri bemerkt, möchte er auch sie töten, doch sein Bruder Vincent (Stefan Gorski) hält ihn davon ab. Teri verspricht, alle Spuren zu beseitigen, sodass die Polizei nichts finden kann. Das macht sie so gut, dass sie nun häufiger von den in Drogengeschäfte verwickelten Brüdern und ihrem Vater Ludwig (László I. Kish) gebraucht wird.
Bösewichter und LKA im Nacken

LKA-Ermittlerin Antonia Demir (Jana Julia Roth) möchte der Familie Karanz unbedingt das Handwerk legen und setzt Teri unter Druck, als V-Frau für sie zu arbeiten. Das Privatleben der getrennt lebenden Mutter eines Sohnes leidet unter ihrem beruflichen Ehrgeiz und ihrer Getriebenheit. (Bild: ZDF/Armands Virbulis)
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Christian Karanz (Rick Okon) versucht immer wieder, Teri (Aylin Tezel) einzuschüchtern. Er taucht sogar im Krankenhaus auf und baut hinter ihrem Rücken eine scheinbar freundschaftliche Beziehung zu Teris Tochter Luca auf. (Bild: ZDF/Armands Virbulis)
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Von Anfang an besteht zwischen Vincent Karanz (Stefan Gorski) und Teri (Aylin Tezel) eine Anziehung. (Bild: ZDF/Armands Virbulis)
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Der unberechenbare Christian möchte Teri dennoch weiterhin lieber loswerden und versucht, sie über ihre Tochter und ihre Schwester (Deleila Piasko) einzuschüchtern. Der besonnene Vincent dagegen hält an Teri fest, von Anfang an besteht eine Anziehung zwischen beiden. Doch glaubt Teri wirklich, dass Vincent Luca nur durch seinen Charme den zuvor verwehrten Therapieplatz besorgen konnte? „Du bist genauso Teil dieser Welt“, öffnet er ihr die Augen. „Das hier ist die Realität, ob es dir gefällt oder nicht.“ Heißt: Sie steckt knietief mit in den Taten der Familie.

Dr. Patel (Martina Klier, links) ist die behandelnde Ärztin von Teris (Aylin Tezel) Tochter Luca. Alle ausprobierten Therapien schlagen immer wieder fehl. Die einzige Rettung scheint eine Behandlung in den USA zu sein, doch die kostet jede Menge Geld. (Bild: ZDF/Armands Virbulis)
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Die kleine Luca Marquard (Hanna Heckt) leidet schon ihr Leben lang an einer lebensgefährlichen Immunerkrankung. Ihr leiblicher Vater konnte damit nicht leben und verließ Luca und Teri schon früh. (Bild: ZDF/Armands Virbulis)
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Hinter der ist schon länger das LKA her, der anfangs Getötete war ein V-Mann. Die LKA-Frau Antonia Demir (Jana Julia Roth) drängt daher nun Teri dazu, ihr Infos zu liefern, mit denen sie die Verbrecher endlich überführen kann. Der Beginn eines gefährlichen Katz- und Mausspiels ...
Unterhaltsames Klischee-Feuerwerk

Nachdem Teri (Aylin Tezel, links) mit ihrer Tochter Luca nach Deutschland zurückgezogen ist, kommt sie bei ihrer Schwester Alida (Deleila Piasko) und deren Sohn Liem (Miķelis Kreilis) unter. Die beiden ahnen nicht, dass Teri für die verbrecherische Familie Karanz verbotene Dinge tut und sie alle damit in Gefahr bringt. (Bild: ZDF/Armands Virbulis)
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Natürlich ist allein die Prämisse von „Serial Cleaner“ und der argentinischen Vorlage eine Anhäufung von Genre-Klischees. Die moralisch integre Protagonistin wird aus der Not heraus zur Handlangerin Krimineller. Ihr schwerkrankes Kind dient als Rechtfertigung dafür, während die LKA-Agentin sich so an dem Fall festbeißt, als hinge ihr Leben davon ab. Und dann die Bösewichte, die man an ihren finsteren Blicken und schwarzen Klamotten erkennen kann, und natürlich der Bad Boy mit dem weichen Herz und der traurigen Kindheitsgeschichte.
Trotzdem kommt in den sechs Folgen niemals Langeweile auf, die Spannung wird konstant hoch gehalten, wenn auch die Musik in so manchen Szenen, in denen es für Teri gefährlich wird, mit der Zeit auf die Nerven geht. Und doch folgt man Teri gerne. Schon in „Unbroken“, einer weiteren ZDFneo-Serie, hatte Aylin Tezel bewiesen, wie überzeugend sie eine Löwenmutter spielen kann, die von allen Seiten in die Enge getrieben wird. (tsch)