„Mother Mary“, „Vivaldi und ich“ und „The Mandalorian and Grogu“, der erste „Star Wars“-Film seit sieben Jahren: Das sind die Kino-Neustarts am 20. und 21. Mai.
„Star Wars“ endlich wieder auf der großen LeinwandDas sind die Kino-Highlights der Woche

Nach drei Staffel der gefeierten TV-Serie „The Mandalorian“ folgt jetzt das Kino-Spektakel „The Mandalorian and Grogu“ - der erste „Star Wars“-Film seit sieben Jahren. (Bild: 2025 Lucasfilm Ltd./Disney/Nicola Goode)
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„Star Wars“, das ist eine dieser Marken, für die Begriffe wie „großes Kino“ überhaupt erst erfunden wurden. Gerade in den letzten Jahren zeigte sich allerdings, dass „Star Wars“ auch großes Fernsehen sein kann. Von 2015 bis 2019 brachte Disney jedes Jahr eine neue Blockbuster-Produktion auf die Leinwand. Dann, vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und dem Start der eigenen Streaming-Plattform Disney+, verschob der Fokus sich hin zum Wohnzimmer-Bildschirm. Der Krieg der Sterne fürs Sofa brachte einige Hits hervor wie etwa „Skeleton Crew“, „Visions“, „Andor“ und „The Mandalorian“. Über das letztgenannte Format führt der Weg jetzt aber doch wieder zurück ins Kino.

Pedro Pascal zeigt sein Gesicht als Mandalorianer nur selten. (Bild: 2025 Lucasfilm Ltd./Disney)
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Außerdem neu in dieser Woche: Anne Hathaway spielt in „Mother Mary“ eine angeschlagene Popsängerin mit Comeback-Wunsch, und „Vivaldi und ich“ erzählt von einer jungen Violinistin im 18. Jahrhundert, für die sich durch den Meister der Barockmusik alles verändert.
The Mandalorian and Grogu

Die Pop-Ikone Mother Mary (Anne Hathaway) arbeitet an ihrem Comeback. (Bild: Leonine Studios/Frederic Batier)
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Dass der erste „Star Wars“-Kinofilm seit sieben Jahren den „Mandalorian“-Stoff aufgreift, ist sicher kein Zufall. „Wir alle kennen die Geschichten über den mandalorianischen Kopfgeldjäger und dieses Kind“, heißt es im Trailer. „Wir alle“ ist vielleicht etwas übertrieben, aber der Hype, den die erste Staffel von „The Mandalorian“ 2019 auslöste, war doch gewaltig. Vor allem dank Grogu, vielfach auch „Baby Yoda“ genannt, entwickelte die Serie sich zu einem absoluten Fan-Favoriten. Seit 2019 kursierten auch immer wieder Gerüchte und Spekulationen rund um eine mögliche Kino-Adaption, die jetzt mit „The Mandalorian and Grogu“ Realität geworden ist (Start am Mittwoch, 20. Mai).
Eine Kenntnis der bislang drei Staffeln umfassenden Serie scheint hilfreich für das Verständnis von „The Mandalorian and Grogu“ zu sein, aber nicht zwingend notwendig. Das alte Galaktische Imperium ist zusammengebrochen, im Zuge der Aufräumarbeiten soll Din Djarin (Pedro Pascal) einige verbliebene Warlords einfangen. Gleichzeitig kümmert er sich um „dieses Kind“, den knuffigen Grogu. Wer die Serie nicht gesehen hat: Ursprünglich war auch Grogu ein Ziel des Mandalorianers, ehe dieser sich entschied, den kleinen Yoda-Artverwandten zu verschonen und unter seinen Schutz zu stellen. Es geht aber um viel mehr als nur diese spezielle Bromance: In dem Film, der Auftakt für eine ganze neue Kino-Reihe sein könnte, droht ein neuer intergalaktischer Krieg.

Designerin Sam (Michaela Cole) soll ein neues Kleid für Mother Mary entwerfen. (Bild: Leonine Studios/Frederic Batier)
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Die Macher von „The Mandalorian and Grogu“ - allen voran Regisseur Jean Favreau und Autor Dave Filoni, die zuletzt auch die Serie federführend betreuten - verrieten vorab wenig Konkretes über die Handlung ihres 165-Millionen-Dollar-Films. Die Trailer aber deuteten wieder genau das an, was man von einem „Star Wars“-Film erwartet. Man sah X-Wings und AT-ATs, eklige Hutts und gigantische Weltraum-Monster, Gaststar Sigourney Weaver - und das Gesicht von Pedro Pascal. In der Serie blieb der Protagonist bislang meist hinter seinem Visier verborgen, entsprechend der Gepflogenheit, dass mandalorianische Kopfgeldjäger ihr Gesicht nie zeigen dürfen. Im Kino soll Pedro Pascal, immerhin einer der angesagtesten Hollywood-Stars der Gegenwart, den Helm aber angeblich doch etwas häufiger abnehmen.
Mother Mary

Antonio Vivaldi (Michele Riondino) und Cecilia (Tecla Insolia) finden über die Musik zueinander. (Bild: Kimberley Ross/X Verleih)
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Dieser Film soll „keine Geistergeschichte“ und „keine Liebesgeschichte“ sein, sondern ein „Gebet“. Und die Angebetete, das ist eine Popsängerin, ein Megastar, verkörpert von Anne Hathaway. In der Vergangenheit bewies die US-Schauspielerin, die kürzlich erst mit „Der Teufel trägt Prada 2“ wieder die Kino-Charts eroberte, schon mehrfach ihr musikalisches Talent. Mit dem Musical „Les Misérables“ gewann sie 2013 einen Oscar als beste Nebendarstellerin. Eine bessere Besetzung hätte man für „Mother Mary“ wohl kaum finden können.
Einfach nur eine gute Sängerin zu sein, hätte bei dieser Geschichte aber sicher nicht gereicht, denn in der ebenso anspruchsvollen wie abgründigen Mischung aus Pop-Drama und Psycho-Thriller muss Anne Hathaway ihr gesamtes schauspielerisches Repertoire abrufen. Ihre Figur im Film, Mother Mary, ist eine weltweit gefeierte Pop-Ikone, die Regisseur und Autor David Lowery (“Elliot, der Drache“, „The Green Knight“) teilweise nach dem Vorbild von Taylor Swift entwarf. Anders als die echte Taylor Swift hat Mother Mary ihren Zenit jedoch bereits überschritten. Die Sängerin ist seelisch ziemlich kaputt, arbeitet nach langer Pause aber trotzdem an einem Comeback.

Cecilias (Tecla Insolia) Musik bringt den Menschen viel Freude, die Violinistin darf ihr Gesicht aber nicht zeigen. (Bild: Elio di Pace/X Verleih)
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„Sam, ich brauche ein Kleid“: Mit dieser Bitte wendet Mother Mary sich zu Beginn des Films an die Modedesignerin Sam Anselm (Michaela Cole, „Black Panther: Wakanda Forever“). Sam hatte einst entscheidenden Anteil am Aufstieg und Erfolg von Mother Mary, die beiden verband eine innige Freundschaft. Dann aber kam es zum Bruch, und der Kontakt riss für über zehn Jahre komplett ab. Wenn die zwei Frauen sich nun also an eine erneute Zusammenarbeit machen, um ein spektakuläres neues Bühnen-Outfit zu kreieren, schwingt auch viel persönlicher Schmerz mit. Alte Wunden reißen wieder auf. Es wird intensiv, aufwühlend und manchmal auch ein bisschen gruselig.
Vivaldi und ich
„Vivaldi und ich“, der Titel könnte bei einigen Filmfreunden Erinnerungen wecken. Vor wenigen Jahren erst, 2023, brachte Frauke Finsterwalder die schwarze Komödie „Sisi & Ich“ ins Kino, die sich mit Sandra Hüller und Susanne Wolff in den Hauptrollen aus ungewöhnlicher Perspektive einer sehr prominenten Person näherte: der legendären Kaiserin Elisabeth alias Sisi. Gut möglich, dass die Macher diese Geschichte irgendwo im Hinterkopf hatten, als aus der italienisch-französischen Koproduktion „Primavera“ der deutsche Filmtitel „Vivaldi und ich“ wurde.
Eine sehr prominente Persönlichkeit aus ungewohnter Perspektive betrachten, hier der große „Vier Jahreszeiten“-Komponist Antonio Vivaldi, das ist zweifellos auch die Grundidee von „Vivaldi und ich“. Wobei hier noch mehr Fantasie dabei ist als seinerzeit im Film „Sisi & Ich“. Als Vorlage diente der historische Roman „Stabat Mater“ (2008) von Tiziano Scarpa, der vor einigen Jahren bereits viele Preise gewann. Hauptverantwortlich für die filmische Version ist Damiano Michieletto, ein gefeierter Theater- und Opernregisseur aus Venedig, der mit „Vivaldi und ich“ sein Spielfilmdebüt präsentiert.
Das „Ich“ in „Vivaldi und ich“ ist eine junge Musikerin, für die sich durch die Begegnung mit dem Meister der Barockmusik alles verändern wird. Cecilia (Tecla Insolia) wächst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im venezianischen Waisenhaus Ospedale della Pietà auf und wird dort Mitglied des berühmten hauseigenen Orchesters. Ihr Instrument ist die Violine. Cecilia beweist großes Talent, doch die vielen gesellschaftlichen Zwänge und Konventionen schnüren sie immer mehr ein. Antonio Vivaldi (Michele Riondino), seinerseits auch begeisterter Violinist, zeigt ihr schließlich ganz neue Wege auf, in der Musik und darüber hinaus. (tsch)
