Bundestrainer Julian Nagelsmann wird nach Informationen dieser Zeitung Senkrechtstarter Said El Mala vom 1. FC Köln nominieren.
Kölner bereits informiertNagelsmann beruft El Mala in den WM-Kader

Hier jubelt Kölns Jungstar Said El Mala noch für die deutsche U21-Auswahl. Demnächst dürfte er in der A-Nationalmannschaft sein Debüt geben.
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Said El Mala wird zur Weltmeisterschaft reisen. Nach Informationen dieser Zeitung wird Bundestrainer Julian Nagelsmann den Offensivspieler des 1. FC Köln in den WM-Kader berufen. Die offizielle Bekanntgabe ist für Donnerstag geplant.
Wie zu erfahren war, hat Nagelsmann El Mala aber bereits vorab persönlich über seine Nominierung in Kenntnis gesetzt – und das als einen der ersten Spieler überhaupt. Der bisherige U21-Nationalspieler steht somit auch vor seinem Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft.
Der 19-Jährige war bereits Mitte November vor dem WM-Qualifikationsspiel in Luxemburg von Nagelsmann nominiert worden, kam beim 2:0 der A-Elf aber nicht zum Einsatz. Damals hatte er die Rückennummer 14 erhalten – sie sollte auch jetzt seine Nummer werden.

Bundestrainer Julian Nagelsmann begrüßte Said El Mala im vergangenen November in Wolfsburg erstmals im Kreis der Nationalmannschaft. Zum Einsatz kam der Kölner im Anschluss noch nicht.
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Für den Angreifer ist die Berufung in das WM-Aufgebot das bisherige Karriere-Highlight. Der am 26. August 2006 in Krefeld geborene Stürmer absolviert gerade erst seine erste Bundesligasaison – und gehört dennoch zum WM-Aufgebot. Seine Zahlen sprechen für sich: 18 Scorer-Punkte, darunter 13 Tore, stehen in seiner Premieren-Spielzeit zu Buche. Und dies bei einem Team, das bis zum Ende der Saison gegen den Abstieg spielte. Für einen Teenager in seiner ersten Bundesligasaison sind das Werte, die in der jüngeren Geschichte der Liga ohnehin ihresgleichen suchen.
Besonders spektakulär war sein Treffer beim Auswärtsspiel des 1. FC Köln am vergangenen Wochenende in München: El Mala startete ein Solo über rund 60 Meter, ließ dabei gleich mehrere Bayern-Stars stehen und schloss den Angriff eiskalt gegen Nationaltorhüter Manuel Neuer ab. Es war ein Tor, das bundesweit für Aufsehen sorgte – und das eindrucksvoll unter Beweis stellte, über welche Qualitäten der Youngster verfügt: Tempo, Technik und die Nervenstärke, auch in großen Stadien den richtigen Abschluss zu finden. Qualitäten, die zumindest als Joker in den USA gefragt sein könnten.
Vorzug vor Führich
Mit seiner Entscheidung setzt Nagelsmann ein klares Signal: Der Bundestrainer gibt El Mala den Vorzug vor Chris Führich vom VfB Stuttgart. Der Bundestrainer wiederum muss aus Verletzungsgründen bereits auf Bayern-Star Serge Gnabry verzichten. Jetzt bekommt El Mala seine große Chance. Nach nur einer absolvierten Bundesligasaison ist die Berufung ein Ritterschlag.
Seit Wochenbeginn führt der Bundestrainer Gespräche mit allen Kader-Kandidaten. Erste Namen wie Manuel Neuer (40) oder das VfB-Trio Angelo Stiller (25), Jamie Leweling (25) und Deniz Undav (29) waren bereits durchgesickert.
Beim 1. FC Köln war man zuletzt nicht unbedingt von einer Berufung des Jungstars ausgegangen. Um so größer die Freude, wenn diese am Donnerstag dann auch offiziell vom DFB bestätigt würde.
Ob El Mala nach der WM noch im Trikot des 1. FC Köln aufläuft, ist unterdessen ungewiss. Angesichts seiner Leistungen in dieser Saison ist das Interesse namhafter europäischer Klubs kaum verwunderlich. Der Stürmer selbst hat sich zuletzt bedeckt gehalten, was seine Zukunft betrifft. Zunächst aber steht das Turnier im Fokus – und mit ihm die Chance, auf der größten Bühne des Weltfußballs auf sich aufmerksam zu machen. Zudem könnte er seinen Marktwert weiter erhöhen. Das würde sich wiederum auf eine mögliche Ablösesumme auswirken.

