Steffen Henssler (53) hat in seinem Podcast „Runde Nummer“ deutliche Kritik an Eltern geübt, die ihren Kindern schon früh Smartphones und andere digitale Geräte überlassen. In der Folge „Der Fluch von Instagram“ spricht er mit seinem Bruder Peter Henssler über die Folgen des frühen Medienkonsums. Dabei redet sich der TV-Koch regelrecht in Rage.
Besonders kritisch sieht er, dass bereits Kinder im Alter von sieben, acht oder neun Jahren eigene Handys oder Smartwatches bekommen. Seine Meinung dazu ist unmissverständlich: „Eltern haben Verantwortung dafür“, betont Henssler.
Vor allem die Begründung einiger Eltern, sie wollten jederzeit wissen, wo sich ihr Nachwuchs aufhält, kann der 53-Jährige nicht nachvollziehen. „'Alter, du hast es in die Schule gebracht, wo soll es denn sein?“, empört sich der Koch. Für ihn sei dies ein Beispiel für eine übertriebene Fürsorge, die Kindern letztlich eher schaden könne. „Ich kriege schon Puls!“, gibt er zu.
Dem 53-Jährigen gehe es dabei nicht nur um die Frage, ab welchem Alter Kinder ein Smartphone besitzen sollten. Vielmehr kritisiert er, dass sie durch die ständige digitale Unterhaltung immer seltener lernen, sich selbst zu beschäftigen. „Langeweile bringt erst die Kreativität“, ist Henssler überzeugt. Kinder müssten sich auch mit sich selbst auseinandersetzen und herausfinden, was ihnen Spaß mache.
„Das ist echt ein Riesenthema“
Der TV-Koch erinnert sich dabei auch an seine eigene Kindheit. Früher habe man an Bushaltestellen Menschen und Autos beobachtet oder sich eigene Spiele ausgedacht, berichtet er. Auch lange Autofahrten seien stets eine Gelegenheit gewesen, die Umgebung wahrzunehmen und sich selbst zu beschäftigen.
Heute sehe das seiner Meinung nach oft anders aus. Ob an der Bushaltestelle, im Bus oder auf dem Rücksitz eines Autos: Viele Menschen würden stets zum Smartphone greifen. Besonders kritisch sieht Henssler die Möglichkeit, Kinder während der Fahrt mit Bildschirmen ruhigzustellen. Viele Eltern wollten ihre Ruhe haben, während der Nachwuchs auf ein Tablet oder einen eingebauten Bildschirm schaue.
Dabei gehe nach Ansicht des TV-Kochs eine wichtige Lernerfahrung verloren. Wer als Kind regelmäßig im Auto mitfahre, entwickle ein Gefühl für den Straßenverkehr, weil er die Umgebung und das Fahrverhalten unterbewusst wahrnehme. Diese Erfahrungen könnten, so Henssler, später auch beim Autofahren lernen helfen. Er berichtet, von Fahrlehrern gehört zu haben, die sich über die mangelnde Fähigkeit mancher Fahrschüler wunderten, Situationen einzuschätzen und eigenständige Entscheidungen zu treffen. „Das ist echt ein Riesenthema, da kann ich mir auch richtig ein bisschen in Rage reden, auch mit Eltern“, gibt er zu.
Auch das Verhalten einiger Eltern, die ihre Kinder im Kinderwagen schieben und gleichzeitig auf ihr Handy schauen, sieht der 53-Jährige kritisch. Er vermutet, dass dadurch wichtige Interaktionen zwischen Eltern und Kindern verloren gehen könnten. Bruder Peter räumt mit Blick auf den Medienkonsum ein, selbst gemerkt zu haben, wie das Smartphone „einen jetzt schon beeinflusst“. „Es ist wirklich die härteste Droge von allen“, meint Steffen Henssler. (tsch)
