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„Selten so was Trauriges gesehen“Tierquälerei auf Bali erschüttert Moderator Giesel zutiefst

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„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“ TV-Moderator Peter Giesel ist entsetzt über die Zustände in einer Schildkröten-Auffangstation. (Bild: Joyn)

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“ TV-Moderator Peter Giesel ist entsetzt über die Zustände in einer Schildkröten-Auffangstation. (Bild: Joyn)

Eigentlich will Peter Giesel auf Bali eine Schildkröten-Rettungsstation besuchen. Vor Ort erwartet ihn ein erschütternder Anblick.

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“ Diesen Satz hört man von TV-Moderator Peter Giesel nur selten. Doch in der aktuellen Folge des Kabel-Eins-Formats „Achtung Abzocke - Urlaubsbetrügern auf der Spur“ verschlägt es selbst dem erfahrenen Betrugsjäger die Sprache. Der Grund: mehrere Schildkröten, die in einem verdreckten Wasserbecken vor sich hin treiben. Was als Besuch einer vermeintlichen Rettungsstation auf Bali geplant war, entpuppt sich für Giesel und sein Team als schockierende Mischung aus Abzocke und Tiermissbrauch.

Dabei beginnt alles noch harmlos. Der zweite Teil einer gebuchten Tour soll das Team nach Turtle Island führen, einer Insel im Süden Balis, auf welcher der Schutz von Meeresschildkröten angeblich an erster Stelle steht. Doch schon bei der Ankunft schrillen bei Giesel die Alarmglocken. Statt auf einer Insel landen sie nach einer kurzen Bootsfahrt lediglich an einem anderen Küstenabschnitt. „Das ist nicht das, was wir gebucht haben“, stellt Giesel sofort vor der versteckten Kamera klar.

Was ihn dort erwartet, macht die Enttäuschung allerdings schnell zur Nebensache. Vor ihm liegen mehrere verschmutzte Wasserbecken, in denen Schildkröten unter fragwürdigen Bedingungen gehalten werden. Die Mitarbeiterin vor Ort versucht die Zustände zu erklären. Es sei notwendig, die Tiere in den Becken zu halten. Würde man sie freilassen, würden sie gegeneinander kämpfen. Die Station sei schließlich wie ein „Krankenhaus“ für die Schildkröten. Eine Erklärung, die Giesel nicht überzeugt. Schließlich weiß er, dass Schildkröten eigentlich Einzelgänger sind und nicht auf einem so engen Raum zusammenleben sollten.

„Das Einzige, was hier aufgefangen werden soll, ist mein Geld“

Seit 2015 deckt Peter Giesel in „Achtung Abzocke“ die Maschen der Urlaubsbetrüger auf.  (Bild: Joyn / Robin Ahne)

Seit 2015 deckt Peter Giesel in „Achtung Abzocke“ die Maschen der Urlaubsbetrüger auf. (Bild: Joyn / Robin Ahne)

Auch die Geschichte hinter der Einrichtung wirft für den Moderator immer mehr Fragen auf. Die Regierung habe die Farm gegründet, um die Tiere davor zu retten, gegessen zu werden. Allerdings gab es von der Regierung keine finanziellen Mittel, erklärt die Frau, die Giesel und das Team herumführt. Für Giesel klingt das wenig glaubwürdig. „Die will natürlich mehr Geld von mir haben, ist klar“, kommentiert er trocken in die Kamera.

Die Mitarbeiterin erklärt weiter, nur 20 Prozent des Ticketpreises der gebuchten Tour würden an die Auffangstation gehen. Das Geld komme zu 100 Prozent den Tieren zugute, schließlich arbeite sie selbst ehrenamtlich dort. „Wir haben hier kaum Geld“, sagt sie. Giesel hat dafür nur ein müdes Lächeln übrig. „Das Einzige, was hier aufgefangen werden soll, ist mein Geld“, entgegnet er ihr auf Deutsch, wohlwissend, dass sie ihn nicht versteht.

Doch damit nicht genug. Wenig später bietet die Frau ihm für fünf Euro Seegras an, damit er die Schildkröten füttern kann. Er könne auch das Becken mit den Meerestieren betreten. Sonnencreme oder anderer Dreck, den Giesel ins Becken bringen und die Tiere gefährden könnte, sei kein Problem. Doch der Moderator möchte nicht ins Wasser. Für Giesel ist spätestens jetzt klar, worum es hier wirklich geht. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, gesteht der Moderator sichtlich geschockt.

„Achtung Abzocke“-Reporter will „nur schnell weg hier“

Dann folgt der nächste absurde Moment. „Wie sieht es aus mit den Schildkröten, möchten Sie vielleicht zwei adoptieren?“, fragt die Mitarbeiterin. Giesel antwortet ehrlich: „Am liebsten würde ich alle hier adoptieren, weil ich Mitleid habe.“ Die Reaktion der Frau sorgt jedoch für eine unfreiwillige Offenbarung: „Sie können mich adoptieren. Ich will hier nämlich nicht mehr arbeiten.“ Zur Erinnerung: Sie hatte wenige Minuten zuvor noch behauptet, komplett ehrenamtlich in der Station tätig zu sein.

Die Bilder lassen Giesel nicht mehr los. „Ich will jetzt hier nicht auf die Tränendrüse drücken, aber das ist so ziemlich das Traurigste, was ich in meinem Leben bis jetzt gesehen habe - was so Meerestiere angeht“, sagt er mit Blick auf die verdreckten Wasserbecken. Lange hält er es dort nicht mehr aus. „Oh ist das traurig, nur schnell weg hier“, sagt er und verlässt die Anlage. „Das ist Tierquälerei“, stellt der Moderator klar. Er habe „selten so was Trauriges gesehen“.

„Achtung Abzocke - Urlaubsbetrügern auf der Spur“ läuft wöchentlich um 20.15 Uhr bei Kabel Eins und auf Joyn. (tsch)