Antoine Fuquas Neuauflage der Artus-Sage reduziert die Geschichte auf ein großes Schlachtfest. Da helfen auch Keira Knightley und Til Schweiger nicht.
Trotz Happy End mit Til SchweigerDieser Hollywood-Hit lässt vom Artus-Mythos nichts übrig

Der Mann für die unfreiwilligen Lacher: Til Schweiger übernimmt in „King Arthur“ die Rolle des tumben Haudraufs. (Bild: ProSieben/ touchstone pictures / Jerry Bruckheimer Film)
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Guinevere (Keira Knightley) und Arthur (Clive Owen) finden inmitten der Kriegswirren Zeit für romantische Momente zu zweit. (Bild: ProSieben/ touchstone pictures / Jerry Bruckheimer Film)
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Die schöne Guinevere (Keira Knightley), Tochter des Magiers Merlin, weiß sich trotz ihrer zarten Anatomie zu helfen. (Bild: ProSieben/ touchstone pictures / Jerry Bruckheimer Film)
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14 Jahre bevor sich Guy Ritchie 2017 an seine überzeugende Version des „King Arthur“ wagte, zeigten Produzent Jerry Bruckheimer (“Fluch der Karibik“) und sein Personal - Regisseur Antoine Fuqua und Drehbuchautor David Franzoni - dem Kinopublikum ihre Interpretation von Europas populärstem Mythos. In ihrem opulent inszenierten Popcorn-Movie „King Arthur“, das Kabel Eins am 26. August um 20.15 Uhr wiederholt, verkommt die Artus-Sage zu einem stupiden Schlachtengemälde, das einzig von seiner Bildgewalt lebt. Typisch Hollywood, möchte man meinen.

Mit aller Macht verteidigt Arthur (Clive Owen) Britannien gegen die Armee der Sachsen. (Bild: ProSieben/ touchstone pictures / Jerry Bruckheimer Film)
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Viel ließ Franzonis Skript von der Legende nicht übrig, das dem jungen Zielpublikum die „wahre“ Version der Geschichte schmackhaft machen sollte. Aus dem Sagenkönig wurde kurzerhand der römisch-britische Feldherr Lucius Artorius Castus (Clive Owen), der die nebelverhangene Insel am liebsten gestern schon verlassen hätte. Die treuen Ritter der Tafelrunde mutierten zu einer Truppe ehrloser und kriegsmüder Sarmaten-Reiter aus den Steppen Russlands, die Rom einst die Treue schworen. Lancelot (Ioan Gruffudd), Galahad (Hugh Dancy) und Co. sind eine Art „Special-Forces-Einheit“ - „die härtesten Typen, die es jemals gab“. So viel zur historischen Korrektheit.

Der wilde Tristan (Mads Mikkelsen) zählt zu König Artus' Tafelrunde. (Bild: ProSieben/ touchstone pictures / Jerry Bruckheimer Film)
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Der holden Guinevere (mal lieblich, mal tough: Keira Knightley) und Merlin erging es nach der Hollywood-Kur nicht besser: Aus dem blaublütigen Burgfräulein wurde eine blau bemalte Amazone. Und der mächtige Magier Merlin (Stephen Dillane) verlotterte zum wilden Schamanen, der allenfalls noch mystisch mit den Augen zu rollen vermag. Camelot? Gibt's nicht. Dafür einen runden Tisch, an dem mehr geschwafelt wird, denn höhere Ziele diskutiert werden.
Viel Action, wenig Geschichte

Blau bemalte Amazone mit Gemütsschwankungen: Guinevere (Keira Knightley) muss sich zwischen zwei Männern entscheiden. (Bild: ProSieben/ touchstone pictures / Jerry Bruckheimer Film)
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Der römisch-britische Feldherr Lucius Artorius Castus (Clive Owen), kurz: Arthur, soll für die römische Besatzungsmacht eine letzte Mission erfüllen. (Bild: ProSieben/ touchstone pictures / Jerry Bruckheimer Film)
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Man schreibt im Übrigen das siebte Jahrhundert nach Christus. Das dunkle Mittelalter dämmert, dem römischen Reich droht der Kollaps, und die Geschichte will es so, dass der Lieblingsneffe des Papstes auf einem Landgut außerhalb des Hadrian-Schutzwalls lebt, der die Grenzen des Imperiums absteckt. Arthur und seine Mannen sollen Rom ein letztes Mal einen Dienst erweisen und die Adelsfamilie vor den anrückenden Sachsen-Horden in Sicherheit bringen. Danach winkt der Multi-Kulti-Killer-Truppe die Freiheit.

Lancelot (Ioan Gruffudd) zieht in dieser Version ausnahmsweise mal den Kürzeren gegen Arthur. (Bild: ProSieben/ touchstone pictures / Jerry Bruckheimer Film)
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Eine gute Stunde dauert es, ehe „King Arthur“ an Fahrt gewinnt. Dann schlägt der Film mit allem los, was Hollywood zu bieten hatten: furiose Stunts, klirrende Schwerter, knackendes Eis und zünftige Massenkeilereien. Die Dreiecksgeschichte zwischen Arthur, Guinevere und Lancelot reduziert Fuqua auf ein paar scheue Blicke und ein zweisames Happy End.
Dass es dazu überhaupt kommt, ist einem Mann zu verdanken: Til Schweiger. Abermals kommt dem Deutschen nur die Rolle des tumben Lakaien zu, der dank Glatze und Kinnzöpfchen auch noch die (unfreiwilligen) Lacher auf seiner Seite weiß. (tsch)