
Seit 2017 war Michael Lesch nicht mehr im Fernsehen zu sehen, er lebt seither mit seiner Frau Christina in Thailand. (Bild: IMAGO / STAR-MEDIA)
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Mit 70 genießt er das Leben in vollen Zügen: Wenn er um 18 Uhr vom Golfen zurückkehre, so erzählte er es 2023 der „Bild“, trinke er mit seiner Frau Christina erstmal einen Gin Tonic. Und dann bereite sie „nebenbei das Essen vor“. Seit 2017 lebt das Paar auf der thailändischen Insel Phuket. „Wir wohnen mitten im Naturschutzgebiet. Umgeben von Hühnern, Ziegen, Kühen, Pferden. Vorm Haus wachsen Gummibäume“, schwärmte Lesch gegenüber der Zeitung.
Es ist ein Leben, das wenig mit jenem zu tun hat, das ihn bekannt machte. Über Jahre war Lesch das Gesicht eines der beliebtesten deutschen Serienärzte. Im ZDF spielte er ab 1986 in „Ein Heim für Tiere“ den sympathischen Jung-Veterinär Dr. Nenner. Es folgten „Freunde fürs Leben“ im ZDF und „Klinik unter Palmen“ in der ARD. „Ich hatte schon fast das Gefühl, dass ich der lebende Nachfahre von Klausjürgen Wussow wäre“, sagte er 2002 im teleschau-Interview. Dabei hatte er schon beim Start der ersten Serie gewarnt: „Sobald ich zu stark mit dem Image der Serie behaftet bin, steige ich aus.“ Wie Professor Brinkmann wollte er nicht enden.
Bekennender „Serienfuzzi“

Als Dr. Nenner in „Ein Heim für Tiere“ (derzeit im Heimatkanal zu sehen) schaffte Michael Lesch (links) seinen Durchbruch. (Bild: Heimatkanal)
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Beliebte Arztserie der 90er-Jahre: Michael Lesch (links), Bernd Herzsprung (Mitte) und Stephan Schwartz waren die „Freunde fürs Leben“. (Bild: ZDF / Wolfgang Lehmann)
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Zum Schauspieler wurde der am 18. Oktober in Solingen geborene Lesch auf Umwegen. „Eigentlich wollte ich Fußballprofi werden“, erklärte einst und wies stolz darauf hin, dass er neben Klaus Allofs bei Fortuna Düsseldorf gekickt habe. Doch ein Wirbelsäulenschaden beendete den Traum. Seine Eltern hätten ihn am liebsten in der Solinger Schneidwarenindustrie gesehen. Lesch versprach ihnen, es an der Schauspielschule in München binnen eines Jahres zu schaffen, sonst kehre er zurück. Er blieb. Kurz nach der Ausbildung zeichnete ihn das Land Nordrhein-Westfalen für seine Rolle als Ferdinand in „Kabale und Liebe“ mit dem Förderpreis aus. Dass ausgerechnet er später so oft im weißen Kittel stand, hat eine Pointe: Lesch kann kein Blut sehen.
Dass er nie auf der großen Leinwand zu sehen war, störte ihn nicht. Lesch war stets ein bekennender Seriendarsteller. „Es hat sich nichts geändert. In Deutschland wird das in der Branche immer noch als Makel empfunden. Es gibt uns Serienfuzzis, und es gibt die hehren Künstler, die nur Filme machen. Mir hat es immer Freude bereitet, eine Figur über lange Zeit entwickeln zu können.“
Krebserkrankung als Wendepunkt

Auch mal der Bösewicht sein: In „Tierärztin Dr. Mertens“ spielte Michael Lesch (rechts) den intriganten Zoodirektor Dr. Fährmann. (Bild: ARD / André Kowalski)
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Seit 2000 ist Michael Lesch mit seiner Frau Christina verheiratet. (Bild: Ralph Orlowski/Getty Images)
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Die Wende kam 1999, als bei ihm Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert wurde. Die Krankheit habe einen Bruch in seinem Leben bedeutet, sagte Lesch. Die Presse schrieb fortan anders über ihn: von einer starken, mutigen Kämpfernatur war die Rede, wohlwollender und ernster als zuvor. Auch bei der Besetzung merkte er die Veränderung.
Er selbst führt das auf einen inneren Wandel zurück: „Ich bin demütiger dem Leben gegenüber geworden“, sagte er im teleschau-Interview. „Ich bin nicht mehr so ungeduldig, und ich empfinde Gesundheit als nichts Selbstverständliches mehr.“ Die Krankheit hat er inzwischen vollständig überstanden. Mit „Ein Jahr Hölle. So besiegte ich den Krebs“ veröffentlichte er auch ein Buch über seinen erfolgreichen Kampf gegen die Krankheit.
Bis 2017, als er eine Gastrolle in „Hubert und Staller“ übernahm, war er regelmäßig im Fernsehen zu sehen, inzwischen hat er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. „Wir vermissen unsere Heimat nicht“, sagte er im „Bild“-Interview. In Thailand habe man jeden Tag tolles Klima, auch die Lebenshaltungskosten lägen deutlich unter denen in Europa. Seine Frau schwärmt von der Küche der Insel: „In jeder Garküche isst man hier besser als in einem Zwei-Sterne-Restaurant“. sagte sie der „Bild“.
Und die Gesundheit? Es gehe ihm „wunderbar“, erzählte Lesch. „Mein traditioneller Thai-Massagen-Mann hat mich weichgeklopft.“ Für einen Mann seines Alters sei er „noch ziemlich elastisch und gebrauchsfähig“. (tsch)
