Vor drei Jahren wurde Jacky plötzlich ungeplant schwanger. Ihr Freund Eugen tat sich mit dem Gedanken, Vater zu werden, schwer. Die ZDF-Doku erzählt, wie die beiden ihren „roten Faden“ entwirren konnten.
Ungeplante Schwangerschaft stellte Jacky und Eugen vor Zerreißprobe„Hatte diesen egoistischen Gedanken“

Als Jacky und Eugen ungeplant schwanger sind, steht eine Frage im Raum: Soll das Kind zur Welt kommen? (Bild: ZDF)
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Als Jacky vor drei Jahren auf den Schwangerschaftstest blickt, ist die Überraschung groß. Sie ist ungeplant schwanger. Mit einem Kind hat die heute 28-Jährige zu diesem Zeitpunkt nicht gerechnet. „Ich habe diesen zweiten Strich gesehen und gedacht: Was machst du jetzt?“, erzählt sie in der ZDF-Doku „37° - Ungeplant schwanger“.
Ihr Leben mit Freund Eugen schien eigentlich ganz anders zu laufen. Die beiden hatten sich während des Studiums kennengelernt, waren viel unterwegs, tranken Alkohol und machten Party. An eine eigene Familie dachte Jacky damals noch nicht. Auch Eugen lebte eher im Hier und Jetzt. „Man war irgendwie im Rhythmus. Es lief“, erinnert er sich.
Dann plötzlich die Schwangerschaft und damit eine Entscheidung, die das junge Paar vor eine Zerreißprobe stellte. „Und dann kam die Nachricht. Die frohe Kunde, dass Jacky schwanger ist“, erinnert sich Eugen. Für ihn kam das alles völlig unerwartet. Zunächst wussten die beiden nicht, wie es weitergehen sollte. Einen „roten Faden“ zu finden, fiel ihnen schwer. Besonders Eugen musste sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass sein bisheriges Leben mit einem Kind nicht einfach so weitergehen würde. Er sei ein „Typ gewesen, der so in den Tag hineingelebt hat“, erzählt er. „Mit einem Kind ist das natürlich anders“, stellt Eugen klar.
„Ich könnte jetzt auch einfach gehen“
Und dann stand eine noch viel größere Frage im Raum: Soll das Kind überhaupt zur Welt kommen? Das Paar war sich zunächst uneinig. Eugen dachte sogar darüber nach, die Schwangerschaft nicht fortzuführen. „Ich habe auch natürlich diesen egoistischen Gedanken gehabt, so: Ich könnte jetzt auch einfach gehen. Und wieder mein 'chilliges Leben' fortführen“, gesteht er. Für ihn war ein Schwangerschaftsabbruch „eine Option im Kopf“. Er stellt klar: „Jede Frau hat das Recht dazu, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuziehen.“
Jacky hingegen wollte das Baby. Für sie stand fest, dass sie das Kind aus Liebe zu Eugen nicht abtreiben würde. Und auch Eugen traf schließlich eine Entscheidung: Jackys Schwangerschaft sollte kein Grund sein, die Beziehung zu beenden. Nach und nach fanden die beiden als Paar einen gemeinsamen Weg. „Und dann waren wir irgendwie beide an Bord“, erinnert sich Jacky. Irgendwann fühlte sich die Schwangerschaft für sie sogar so an, als wäre sie geplant gewesen. „Und dann haben wir uns gefreut“, bestätigt Jacky.
„Am Ende ist es die Person, die schwanger ist, die mit allem leben muss“
Kurz darauf war ihr gemeinsames Leben endgültig ein anderes. „Dann war da plötzlich ein Kind“, erzählt Jacky. „Wir sind junge Eltern, das merkt man immer wieder“, sagt sie. Vorurteile gebe es durchaus, doch die könnten sie gut aus dem Weg räumen. Auch Eugen hat sich inzwischen mit seiner Rolle als Vater arrangiert.
Zum Zeitpunkt der Reportage erwarten die beiden erneut ein Kind - wieder ungeplant. Diesmal ist die Situation allerdings eine andere. Die Schwangerschaft ist nicht geplant, aber gewollt. Und auch Eugen geht diesmal „von Anfang an mit“.
„So eine Schwangerschaft ist nicht ohne. Eine Geburt ist nicht ohne. Und alles, was am Ende dabei rumkommt, ist auch nicht ohne. Und jeder hat meiner Meinung nach das Recht, das selber zu entscheiden, ob man diesen Schritt gehen möchte oder nicht. Am Ende ist es die Person, die schwanger ist, die mit allem leben muss“, macht Jacky klar.
Die Reportage „37°: Ungeplant schwanger“ ist am Dienstag, 8. September, 22.15 Uhr im ZDF zu sehen und schon jetzt in der ZDF-Mediathek verfügbar. (tsch)