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Was wurde aus der „Familie Heinz Becker“?

4 min
Eine echte Kultserie der 90er-Jahre: In „Familie Heinz Becker“ lachte das TV-Publikum über Spießbürger Heinz Becker, seine naive Frau Hilde und deren Sohn Stefan. (Bild: SWR / WDR / Hajo Hohl)

Eine echte Kultserie der 90er-Jahre: In „Familie Heinz Becker“ lachte das TV-Publikum über Spießbürger Heinz Becker, seine naive Frau Hilde und deren Sohn Stefan. (Bild: SWR / WDR / Hajo Hohl)

„Dummschwätzer!“: Von 1992 bis 2004 motzte der Schiebermützen-Spießer Heinz Becker, gespielt von Gerd Dudenhöffer, über seine Frau Hilde, seinen Sohn Stefan, über Gott und die Welt. Wir zeigen, was die Darsteller der beliebten ARD-Comedyserie heute machen.

Ein echter Unsympath in bester Tradition von Ekel Alfred: Gerd Dudenhöffer verkörperte Heinz Becker bereits seit 1982 in diversen Bühnenprogrammen. (Bild: Universal)

Ein echter Unsympath in bester Tradition von Ekel Alfred: Gerd Dudenhöffer verkörperte Heinz Becker bereits seit 1982 in diversen Bühnenprogrammen. (Bild: Universal)

Eine echte Kultserie der 90er-Jahre: In „Familie Heinz Becker“ lachte das TV-Publikum über den Schiebermützen-Spießer Heinz Becker, seine naive Frau Hilde und den stets von seinen Eltern genervten Sohn Stefan. Wir zeigen, was aus den Darstellern der Comedyserie wurde.

Gerd Dudenhöffer (Heinz Becker)

Bis heute steht Dudenhöffer in der Rolle seiner Kultfigur auf der Bühne, zuletzt gab es aber ein Novum: In seinem Bühnenprogramm „Mo so Mo so“ (Mal so, mal so) spielt er sowohl Heinz als auch Hilde Becker (Bild). (Bild: PR)

Bis heute steht Dudenhöffer in der Rolle seiner Kultfigur auf der Bühne, zuletzt gab es aber ein Novum: In seinem Bühnenprogramm „Mo so Mo so“ (Mal so, mal so) spielt er sowohl Heinz als auch Hilde Becker (Bild). (Bild: PR)

In der ersten Staffel spielte Marianne Riedel-Weber noch Hilde Becker, danach übernahm Alice Hoffmann (Bild). (Bild: SWR/WDR/Hajo Hohl)

In der ersten Staffel spielte Marianne Riedel-Weber noch Hilde Becker, danach übernahm Alice Hoffmann (Bild). (Bild: SWR/WDR/Hajo Hohl)

Ein echter Unsympath in bester Tradition von Ekel Alfred: Bereits seit 1982 verkörperte Gerd Dudenhöffer den Saarland-Spießer Heinz Becker in diversen Bühnenprogrammen, das TV-Publikum lernte den Kabarettisten 1984 als Co-Moderator von Jürgen von der Lippe in „So isses“ kennen. Mit „Tach Herr Dokter - Der Heinz Becker Film“ schuf Dudenhöffer 1999 eine knapp 90-minütige Folge der Sitcom. Im Kino funktionierte der Humor aber nur mäßig, der Film fiel bei Kritik und Publikum durch.

Vor der Kamera war Alice Hoffmann in den letzten Jahren eher selten zu sehen, mit Bühnenprogrammen wie „Torschlusspanik“ ist die gebürtige Koblenzerin bis heute unterwegs. (Bild: SWR)

Vor der Kamera war Alice Hoffmann in den letzten Jahren eher selten zu sehen, mit Bühnenprogrammen wie „Torschlusspanik“ ist die gebürtige Koblenzerin bis heute unterwegs. (Bild: SWR)

Im Oktober 2024 feierte Dudenhöffer seinen 75. Geburtstag. Bis heute steht er in der Rolle seiner Kultfigur auf der Bühne. Aktuell befindet er sich mit „DOD - Das Leben ist das Ende“, einer Neuauflage des gleichnamigen Programms von 2019, auf Tour. Rotzig, unverblümt, politisch unkorrekt, so sieht man Dudenhöffers Paraderolle des Heinz Becker auch hier wieder. „DOD“ ist saarländische Mundart und steht für „tot“. Er könne sich vorstellen, sagte Dudenhöfer 2024 der dpa, dass danach Schluss sei. Es sei denn, er würde noch neue Idee haben, die ihn reize.

Die dritte Hilde: In den letzten drei Staffeln „Familie Heinz Becker“ sowie im Kinofilm verkörperte Sabine Urig die Hausfrau und Mutter. (Bild: SWR / WDR)

Die dritte Hilde: In den letzten drei Staffeln „Familie Heinz Becker“ sowie im Kinofilm verkörperte Sabine Urig die Hausfrau und Mutter. (Bild: SWR / WDR)

Allerdings scheint die Zeit gegen seinen Humor und die Rolle seines Lebens zu stehen. Im Zusammenhang mit seinem Bühnenprogramm „Mo so Mo so“ ((2023), wo er erstmals sowohl Heinz als auch Hilde Becker verkörperte, äußerte Dudenhöffer seine Ernüchterung in Bezug auf das zeitgenössische Publikum. „Die Leute sind nicht mehr locker“, erklärte er derselben Agentur. „Sie sind sehr verunsichert. Sie fragen sich bei jedem Satz: 'Dürfen wir darüber überhaupt noch lachen?“. Dabei sei das doch Satire, was er mache, doch statt zu lachen, schauten die Menschen zu ihren Sitznachbarn, um sich zu vergewissern, ob man lachen dürfe.

Nach dem Ende von „Familie Heinz Becker“ hatte Sabine Urig zahlreiche Gastauftritte im TV (“Tatort“, „Notruf Hafenkante“, „SOKO Hamburg“). (Bild: NDR)

Nach dem Ende von „Familie Heinz Becker“ hatte Sabine Urig zahlreiche Gastauftritte im TV (“Tatort“, „Notruf Hafenkante“, „SOKO Hamburg“). (Bild: NDR)

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Alice Hoffmann (Hilde Becker) und Sabine Urig (Hilde Becker)

Nicht nur in der Weihnachtsfolge „Alle Jahre wieder“ ist Sohn Stefan (Gregor Weber) schwer genervt von seinen spießigen Eltern. (Bild: WDR / Hohl)

Nicht nur in der Weihnachtsfolge „Alle Jahre wieder“ ist Sohn Stefan (Gregor Weber) schwer genervt von seinen spießigen Eltern. (Bild: WDR / Hohl)

Nach seinem Ende als „Tatort“-Kommissar stand Gregor Weber nur noch selten vor der Kamera. Er machte sich auch als Autor von Krimis und Thrillern einen Namen. (Bild: IMAGO / VIADATA)

Nach seinem Ende als „Tatort“-Kommissar stand Gregor Weber nur noch selten vor der Kamera. Er machte sich auch als Autor von Krimis und Thrillern einen Namen. (Bild: IMAGO / VIADATA)

In der ersten Staffel spielte Marianne Riedel-Weber noch die Rolle, danach übernahm Alice Hoffmann: Hilde Becker ist eine leicht naive Hausfrau, die den ständigen abfälligen Kommentaren ihres Mannes nicht viel entgegenzusetzen hat. Nach drei Staffeln verließ Alice Hoffmann 1996 die „Familie Heinz Becker“, 2001 heuerte sie beim Saarbrücker „Tatort“ an. Zunächst spielte sie die schrullige Sekretärin Gerda Braun an der Seite von Jochen Senf (Kommissar Palu) und ihrem früheren TV-Sohn Gregor Weber. Ab 2005 übernahm Maximilian Brückner als Hauptkommissar Kappl die Ermittlungen.

Stefan Becker wurde ab der sechsten Staffel von Andreas Gergen (rechts) gespielt. Es blieb sein einziger Auftritt im Fernsehen. (Bild: SWR / WDR)

Stefan Becker wurde ab der sechsten Staffel von Andreas Gergen (rechts) gespielt. Es blieb sein einziger Auftritt im Fernsehen. (Bild: SWR / WDR)

Vor der Kamera war Alice Hoffmann in den letzten Jahren eher selten zu sehen, mit Bühnenprogrammen wie „Zeichen der Zeit“ und „Torschlusspanik“ ist die gebürtige Koblenzerin aber bis heute unterwegs. Beim „SWR Promitalk“ erzählte sie im Februar 2024, dass sie zudem auch schon einige Menschen als Sterbebegleiterin in den Tod begleitet hat. Angst vor dem Tod habe sie nicht, so die 74-Jährige, sie sei sich sicher, dass man „wiederkommt“.

Gergen arbeitet bis heute als Regisseur für Oper, Operette und Musical. (Bild: Andrea Peller)

Gergen arbeitet bis heute als Regisseur für Oper, Operette und Musical. (Bild: Andrea Peller)

Die dritte Hilde: In den letzten drei Staffeln von „Familie Heinz Becker“ sowie im Kinofilm verkörperte Sabine Urig die Hausfrau und Mutter. Nach dem Ende der Serie hatte Urig zahlreiche Gastauftritte in Fernsehproduktionen (“Tatort“, „Notruf Hafenkante“, „SOKO Hamburg“), in Wes Andersons „Grand Hotel Budapest“ spielte sie ebenfalls eine kleine Nebenrolle. In „Neues aus Büttenwarder“ war sie zuletzt als Frau von Dorfpolizist Peter (Uwe Rohde) zu sehen.

Gregor Weber (Stefan Becker) und Andreas Gergen (Stefan Becker)

Er spiele den ständig von seinen Eltern genervten Sohn Stefan: Nach fünf Staffeln war für Gregor Weber Schluss bei „Familie Heinz Becker“, danach übernahm er eine Hauptrolle in der ZDF-Serie „Küstenwache“. Ab 2001 spielte er zehn Jahre lang den Kommissar Stefan Deininger im „Tatort“ Saarbrücken. Nebenbei absolvierte Weber von 2004 bis 2006 ein Praktikum in einem Sterne-Restaurant und bestand auch die IHK-Prüfung als Koch.

Nach dem Ende als „Tatort“-Kommissar stand Weber nur noch selten vor der Kamera. Er machte sich als Autor von Krimis und Thrillern (“Asphaltseele“) einen Namen und schrieb ein Buch über seinen dreieinhalbmonatigen Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan (“Krieg ist nur vorne Sch...., hinten geht's!“). Seit 2018 ist der zweifache Familienvater Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr.

Nach Weber schlüpfte mit der sechsten Staffel Andreas Gergen in die Rolle Stefan Beckers. Gergen kam vom Theater - und ging später auch wieder dorthin. „Familie Heinz Becker“ blieb sein einziger Auftritt im Fernsehen. Heute arbeitet Gergen als Regisseur für Oper, Operette und Musical. Von 2004 bis 2006 leitete er als Intendant das Berliner Schlossparktheater, von 2011 bis 2017 war er Operndirektor am Salzburger Landestheater. Beim erfolgreichen Fendrich-Musical „I Am From Austria“, das 2019 auch im Fernsehen zu sehen war, führte er Regie. (tsch)