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„Where's Wanda?“Das erste deutsche Apple-Original geht in die nächste Runde

Nach einer seltenen Top-Bewertung auf der Plattform Rotten Tomatoes und geteilten Kritiken hierzulande gehen Heike Makatsch und Axel Stein als leidgeprüfte Eltern Carlotta und Dedo erneut auf Rettungsmission für Tochter Wanda (Lena Drinda). Die sitzt in Staffel zwei wegen Mordes im Gefängnis ...

Wandas Mutter Carlotta (Heike Makatsch), deren Bruder Rüdiger (Devid Striesow, links) und Ehemann Dedo (Axel Stein, zweiter von links) sind von Wandas Unschuld überzeugt. Kommissar Schmidt (Torben Liebrecht) dagegen stellt sich quer. (Bild: Apple TV)

Wandas Mutter Carlotta (Heike Makatsch), deren Bruder Rüdiger (Devid Striesow, links) und Ehemann Dedo (Axel Stein, zweiter von links) sind von Wandas Unschuld überzeugt. Kommissar Schmidt (Torben Liebrecht) dagegen stellt sich quer. (Bild: Apple TV)

Die Erwartungen an die erste deutsche Apple-Eigenproduktion „Where's Wanda?“ waren 2024 groß. Die Serie galt mit einem geschätzten Budget von mehr als 20 Millionen Euro nicht nur als teuerste deutsche Comedyserie aller Zeiten, auch die Mischung aus schwarzem Humor, skurriler Geschichte und prominent besetztem Cast versprach so einiges. Im Mittelpunkt stand Lena Drinda als Wanda, die spurlos aus ihrer Heimatstadt Sundersheim verschwindet und von ihren Eltern Carlotta und Dedo Klatt (Heike Makatsch und Axel Stein) sowie Bruder Ole (Leo Simon) mit zunehmend absurden und illegalen Methoden gesucht wird.

In weiteren Rollen waren Devid Striesow als Wandas Onkel Rüdiger und heimlicher Star der Serie, Nikeata Thompson, die als Kommissarin Rauch mit ihrem Schauspieltalent überraschte, sowie Palina Rojinski, Gisa Flake, Joachim Król, Kostja Ullmann, Carmen-Maja Antoni, Nilam Farooq und Bela B. zu sehen.

Yellow is the new black: Die Klatts (von links) Ole (Leo Simon), Carlotta (Heike Makatsch) und Dedo (Axel Stein) besuchen Schwester und Tochter Wanda (Lea Drinda) im Gefängnis. (Bild: Apple TV)

Yellow is the new black: Die Klatts (von links) Ole (Leo Simon), Carlotta (Heike Makatsch) und Dedo (Axel Stein) besuchen Schwester und Tochter Wanda (Lea Drinda) im Gefängnis. (Bild: Apple TV)

International fiel die Resonanz hervorragend aus: Auf Rotten Tomatoes erreichte die Serie die seltene Marke von 100 Prozent. In Deutschland hingegen gingen die Meinungen deutlich stärker auseinander. Während einige den Mut zum schrägen Genremix und den eigenwilligen Humor lobten, kritisierten andere die Plattheit und die uneinheitliche Struktur der acht Episoden. Dennoch besitzt die Produktion einen eigenwilligen Charme, auf den man sich allerdings einlassen muss. Ob es hingegen einer zweiten Staffel (ab Mittwoch, 21. Oktober, Apple TV) bedurft hätte? Nun ja ...

„War's Wanda?“ statt „Where's Wanda?“

Im Grunde machen die Klatts genauso weiter wie zuvor. Chaotisch, schrill und immer im Einsatz „für Wanda!“. Auch dieses Mal heiligt für sie der Zweck die Mittel. Eine Familie muss tun, was eine Familie eben tun muss. Denn Wanda schlittert einmal mehr ungewollt in Schwierigkeiten. Die Frage zu Staffel zwei lautet im Übrigen genau genommen nicht mehr „Where's Wanda?“, sondern „War's Wanda?“, nachdem sie mit der Tatwaffe in der Hand neben der ermordeten Bürgermeisterin Katarina Vinson (Rojinski) erwischt wurde.

Nikeata Thompson ist auch in Staffel zwei als Kommissarin Rauch dabei. Allerdings wurde die Ermittlerin nach den Ereignissen in Staffel eins von Wandas Fall abgezogen. Dennoch forscht sie hinter dem Rücken ihres Kollegen heimlich nach. (Bild: Apple TV)

Nikeata Thompson ist auch in Staffel zwei als Kommissarin Rauch dabei. Allerdings wurde die Ermittlerin nach den Ereignissen in Staffel eins von Wandas Fall abgezogen. Dennoch forscht sie hinter dem Rücken ihres Kollegen heimlich nach. (Bild: Apple TV)

Für den arroganten Ermittler Schmidt (Torben Liebrecht), der Kommissarin Rauch von ihrem Platz vertrieben hat - was sie nicht von heimlichen Ermittlungen abhält -, ist die Sache klar: Wanda ist schuldig und ihre Überzeugung, dass Katarina Vinson die Drahtzieherin in der ersten Staffel war, blanker Unsinn. Wandas Eltern und ihr Bruder Ole (Leo Simon) glauben selbstverständlich an Wandas Unschuld und Vision und suchen nach den Beweisen.

Wie gewohnt ist ihr Weg zum Ziel auch diesmal gesäumt von jeder Menge Situationskomik und schrägen Charakteren. Neu hinzukommen unter anderem Suzanne von Borsody als Dedos Mutter sowie Alexandra Maria Lara und ihr Ehemann Sam Riley, die sichtlich Spaß daran hatten, ein mysteriöses Paar zu spielen, das in die Nachbarschaft der Klatts zieht und deren Nähe sucht.

Wanda hinter Gittern

Wanda trifft derweil im Knast, eine Mischung aus „Hinter Gittern“ und „Orange Is the New Black“, auf die in Staffel eins als vermeintliche Mafiachefin „King“ festgesetzte und entsprechend angepisste Lena Brauer (Gisa Flake). Nicht nur einmal glaubt man ihn ihr eine Wiedergeburt von Katy Karrenbauers Walter (die Älteren erinnern sich) zu erkennen.

Was für Staffel eins galt, trifft auch auf die neuen Folgen zu. Es passiert viel, mitunter zu viel, und auch der Spagat zwischen Klamauk und ernsten, emotionalen Situationen gelingt nicht immer. Wer sich daran in der ersten Staffel jedoch nicht gestört hat, dürfte auch am neuerlichen Zirkus in Sundersheim seinen Spaß haben. (tsch)