Weltmeister, Europameister - und Olympia-Silber: Leo Neugebauer heimste mit 26 Jahren bereits eine ordentliche Titelsammlung ein. Dabei habe er nach den Olympischen Spielen von Paris 2024 richtig zu kämpfen gehabt, erklärte er nun im Podcast „Wie geht's? Mit Robin Gosens“.
Zehnkampfheld Leo Neugebauer über Post-Olympia-Depression„Man fällt in so ein Loch“

Leo Neugebauer ist einer der besten Zehnkämpfer der Welt. (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
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Bei den Europameisterschaften hat Leo Neugebauer jüngst seinen Status eindrucksvoll untermauert: Der Zehnkämpfer holte die Gold-Medaille. Nicht für ganz oben, aber für die silberne Plakette reichte es bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. „Das war das Highlight in meinem Leben, das war so krass“, schwärmte der 26-Jährige nun im Podcast „Wie geht's? Mit Robin Gosens“. Das Gefühl nach dem Gewinn der Medaille sei so „surreal“ gewesen. Obwohl er damals nur knapp an Gold vorbeischrammte, sei er „von Anfang an so happy“ gewesen, betonte der Sportler.
„Das einzige Harte war, ein oder zwei Monate danach: die Post-Olympia-Depression“, gab er im Gespräch mit Robin Gosens zu. „Man fällt in so ein Loch rein“, beschrieb es Leo Neugebauer. Von „komplett durchstrukturierten“ Tagen zuvor habe sich das Leben des Leichtathleten plötzlich komplett geändert. Er habe sich gefragt: „Was kommt als Nächstes?“ Seine damalige Gefühlswelt beschrieb er wie folgt: „Alles ist so leer auf einmal.“
Leo Neugebauer über WM 2023: „Ich habe einen großen Fehler gemacht“
Daraufhin wollte Robin Gosens von seinem Gast wissen, wie er sich aus diesem mentalen Tief herausgearbeitet habe. „Mir selbst zu erlauben, außerhalb meines Sports Sachen zu machen“ sei ein gutes Rezept gewesen, schilderte Leo Neugebauer. Zudem reflektierte er: „Was ich vor Olympia gemacht habe, war auch nicht gesund.“ Damals habe er kaum Sozialkontakte gehabt.
Generell gelte für den Zehnkämpfer das Motto: „Das Wichtigste ist es, dich nicht verrückt zu machen.“ Gerade in der Vorbereitung achte er zudem darauf, sich nicht permanent mit seiner besten Saison zu vergleichen. Gleichermaßen stellte Neugebauer heraus, sich dieses Mindset auch erarbeitet zu haben: „Es gehört sehr, sehr viel Vertrauen in den Körper dazu.“
Außerdem blickte der Athlet auf seine erste WM in Budapest zurück, wo er 2023 als Weltjahresbester anreiste: „Dann waren alle Augen auf mich, ein ganzes Land schaut auf mich“, dachte er zurück. „Das war das erste Mal, dass ich richtig Druck gefühlt habe.“ Der erste Tag lief gut, nach den ersten fünf Disziplinen belegte Neugebauer den ersten Platz. „Die Nacht dazwischen habe ich einen großen Fehler gemacht: Ich war zu viel am Handy“, erklärte der 26-Jährige. „Alle schrieben mir: 'Leo, du wirst Weltmeister!'“ Tags darauf sei er richtig nervös gewesen - und noch auf Platz fünf zurückgefallen. (tsch)