München – Der Fall machte 2018 Schlagzeilen: Ein neugeborener Junge allein in einem Gebüsch im Münchner Stadtteil Neuperlach – seine Mutter zunächst unauffindbar. Am (heutigen) Dienstag (9.30 Uhr) beginnt vor dem Landgericht München I der Prozess gegen die Frau, die ihr Kind ausgesetzt haben soll.
Die Mutter aus Gießen, die die Nacht unmittelbar vor der Geburt mit einem One-Night-Stand verbracht haben soll, ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Sie soll ihr Baby in einem Gebüsch zur Welt gebracht, die Nabelschnur durchgebissen und den kleinen Jungen dort liegen gelassen haben.
Passantin fand Neugeborenes in Gebüsch
Das Baby wäre womöglich gestorben, hätte eine Passantin das stark unterkühlte Neugeborene nicht zufällig gefunden, es hatte nur noch eine Körpertemperatur von knapp 26 Grad. Den Vorwürfen der Anklage zufolge waren Oberarm, Oberschenkel, und Unterarm gebrochen, außerdem hatte der Säugling innere Blutungen.
Die Staatsanwalt wirft der heute 27-jährigen Mutter vor, dass sie das Kind hilflos zurückließ. Demnach ließ sie sich von dem Mann, mit dem sie die Nacht vor der Geburt verbrachte, zum Bahnhof bringen und fuhr zurück nach Hessen, ohne jemandem von dem Baby zu erzählen. Abends soll sie dann ein Grillfest besucht haben. (dpa)
