Eine Rettungssanitäterin kämpft nach einem schweren Unfall um das Leben einer schwer verletzten Teenagerin. Erst später erfährt sie Identität der 17-Jährigen – doch da ist diese schon gestorben.
Ohne zu wissen, wer sie istSanitäterin behandelt sterbende Tochter nach Autounfall

Ein Krankenwagen steht auf einer Straße (Symbolbild)
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Die Geschichte klingt wie aus einem Hollywoodfilm, soll sich in Kanada aber tatsächlich zugetragen haben. Die Rettungssanitäterin Jayme Erickson wird im Dienst zu einem Autounfall in gerufen, dort findet sie eine schwerverletzte und im Unfallauto eingeklemmte junge Frau vor.
Sie versorgt das eingeklemmte Unfallopfer auf dem Beifahrersitz und bleibt bei ihr, bis die Rettungskräfte sie aus dem Auto befreien und in ein Krankenhaus abtransportieren. Was sie dabei aufgrund der Ausmaße der Verletzungen der jungen Frau nicht bemerkt: Bei der Teenagerin handelte es sich um ihre eigene Tochter. Wenig später verstirbt diese im Krankenhaus. So schildert die „Canadian Press“ die Geschichte, die bald das ganze Land bewegt.
Sanitäterin erfährt, dass sie ihre eigene Tochter behandelt hat – und diese nun tot ist
Demnach soll Erickson erst im Anschluss an ihre Schicht erfahren haben, um wen es sich bei der von ihrer behandelten Person gehandelt habe. Von der Polizei habe sie die Nachricht erhalten, dass die Verstorbene ihre eigene Tochter sei. „Wenige Minuten, nachdem ich zu Hause angekommen war, klingelte es an der Haustür. Dann änderte sich mein Leben für immer“, beschreibt Jayme Erickson in einem langen Facebook-Eintrag die Ereignisse am 15. November, dem Tag, an dem ihre Tochter starb.
„Die schwer verletzte Patientin, um die ich mich gerade gekümmert hatte, war mein eigen Fleisch und Blut. Mein einziges Kind. Mein Mini-Ich. Meine Tochter, Montana“, heißt es dort weiter. „Obwohl ich dankbar für die 17 Jahre bin, die ich mit ihr verbringen durfte, bin ich erschüttert und frage mich: Was wäre aus dir geworden, mein kleines Mädchen?“
Auto kollidiert frontal mit Lkw
Richard Reed, ein Kollege Ericksons, sprach der Familie auf einer gemeinsamen Presseveranstaltung sein Mitgefühl: „Sowohl als Elternteil als auch als Ersthelfer kann ich Ihnen sagen, dass dies ein Albtraum ist, den sich keiner von uns hätte vorstellen können.“
Ein Albtraum, den sich keiner von uns hätte vorstellen können
Er beschreibt den Tathergang detailliert. Die 17-jährige Montana sei mit einer Freundin in dem Auto unterwegs gewesen, diese habe die Kontrolle über den Wagen verloren. Ein entgegen kommender Lastwagen erfasste die beiden, das Auto sei durch den heftigen Aufprall komplett zerstört, die Insassen schwer verletzt worden.
Während sich die Fahrerin aus dem Auto habe befreien können, sei Ericksons Tochter eingeklemmt geblieben. Das Auto habe aufgeschnitten werden müssen, um die Insassin zu befreien. Sie habe unter anderem schwere Kopfverletzungen erlitten. Jayme Erickson habe sich 20 Minuten auf dem Rücksitz des demolierten Autos um die Patientin gekümmert, bis hinzugeeilte Rettungskräfte die Versorgung übernommen hätten, schildert Reed, der mit den Tränen kämpft, während er das Statement vorliest. (pst)