Umgestürzte Stühle, Kinderspielzeug auf der Straße: Eine Spur der Verwüstung hat ein Autofahrer in Hofgeismar hinterlassen.
Medizinischer NotfallSchock in Hessen – Verletzte bei Fahrt durch Fußgängerzone

Ein beschädigtes Auto ist in der Nähe der Unfallstelle zu sehen. Ein Autofahrer raste am Vormittag mit hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone und verletzte dabei mehrere Menschen.
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Schock und Aufregung im nordhessischen Hofgeismar: Ein Autofahrer raste am Vormittag mit hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone und verletzte dabei mehrere Menschen. Ursache war ersten Erkenntnissen zufolge ein medizinischer Notfall. Alles deute auf ein medizinisches Problem hin, sagte ein Polizeisprecher. Hinweise auf eine andere Ursache liegen seinen Aussagen zufolge nicht vor.
Die Fahrt des Autos durch die Fußgängerzone sorgte für große Aufregung, wie der Hauptamtsleiter der Kleinstadt, Chris Dworak, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Sofort sei die Frage aufgekommen, welchen Hintergrund der Vorfall habe. „Hier hat das Telefon nicht mehr stillgestanden.“
Was nach ersten Erkenntnissen passiert ist
Das Auto prallte den Angaben zufolge nach der mehreren Hundert Meter langen Irrfahrt gegen ein Kaufhaus-Schaufenster. Der Fahrer des Pkw wurde von einem Notarzt behandelt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und befinde sich in einem kritischen Zustand, berichteten die Beamten.
Passanten hätten zuvor bei dem Fahrer in seinem Auto Erste Hilfe geleistet. Es handelt sich laut Polizei um einen 68 Jahre alten Mann aus Hofgeismar (Landkreis Kassel), eine Kleinstadt mit knapp 16.000 Einwohnern, die rund 25 Kilometer nördlich von Kassel entfernt liegt.
Umgestürzte Stühle und Warenständer
Das Auto kollidierte laut Fotos auch mit Sitzmöbeln eines Eiscafès, die umstürzten. Auch die Außenständer von Geschäften fielen um, zu sehen sind umgefallene Warenkörbe, die auf der Straße liegen - zusammen mit Sitzpolstern, Geschirr und Spielsachen wie kleine Eimer mit Straßenmalkreiden für Kinder.

Ein Polizist und ein Mitarbeiter der DEKRA stehen vor einem Fahrzeug. Ein Autofahrer raste am Vormittag mit hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone und verletzte dabei mehrere Menschen.
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Laut Polizei entstand in der Fußgängerzone hoher Sachschaden, der noch nicht beziffert werden kann. In die Ermittlungen wurde der Polizei zufolge auch ein Gutachter eingebunden.
Polizei und Rettungsdienst eilten mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. In einem Video der „Hessische/Niedersächsischen Allgemeinen“ (HNA) sieht man ein Feuerwehrauto, rot-weiße Absperrbänder und Warnhütchen.
Was Zeugen berichten
„Zeugen gaben gegenüber den vor Ort eingesetzten Polizisten an, dass ihnen der Autofahrer zuvor an einem Zebrastreifen unweit der Mühlenstraße aufgefallen war“, berichtete die Polizei. Dieser habe „augenscheinlich medizinische Probleme“ gehabt.
„Als sie den am Steuer sitzenden Mann ansprechen wollten, sei der Mercedes plötzlich mit hoher Geschwindigkeit in die Fußgängerzone gefahren, wo er mehrere Passanten erfasste, mit den Außenständern der Geschäfte kollidierte, gegen das Schaufenster des Kaufhauses fuhr und kurz danach schließlich stehenblieb.“
Vorfall zur besten Einkaufszeit am Vormittag
Hauptamtsleiter Dworak sagte, es habe sofort Abstimmungen zwischen Bürgermeister Torben Busse (CDU), dem Stadtbrandinspektor und 1. Stadtrat sowie der Polizei gegeben. Zudem seien die Kindertagesstätten der Stadt vorsorglich informiert worden. Der Vorfall habe sich zu einem Zeitpunkt am Vormittag ereignet, zu dem sich zahlreiche Menschen in der Fußgängerzone aufgehalten haben dürften.
Der Vorfall weckte zunächst Erinnerungen an eine Tat im ebenfalls nordhessischen Volkmarsen - damals, im Februar 2020, steuerte ein Mann absichtlich sein Auto in einen Karnevalsumzug. Mindestens 88 Menschen, darunter 26 Kinder, wurden teils schwer verletzt. Der Fahrer wurde später zu lebenslanger Haft verurteilt. (dpa)
