Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatte ein 26-Jähriger den Bahnmitarbeiter am Montagabend in einem Regionalexpress angegriffen.
Schweigeminute geplantZugbegleiter stirbt nach Angriff von Schwarzfahrer – Bahn-Chefin erschüttert

Ein Bundespolizist steht auf einem Gleis eines Bahnhofs. (Symbolbild)
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Ein bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress im Kreis Kaiserslautern lebensgefährlich verletzter Zugbegleiter ist an seinen Verletzungen gestorben, das teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch (4. Februar) mit. „Der tragische Tod unseres Kollegen Serkan C. macht mich fassungslos und traurig“, schrieb DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla auf der Plattform LinkedIn. „Mein tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen, seinen Freunden und seinen Kolleginnen und Kollegen.“
„Wir alle bei der Deutsche Bahn verurteilen diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen aufs Schärfste“, fügte Palla hinzu. „Wir alle müssen uns die Frage stellen, warum es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen kommt. Wir, die Politik, die Gesellschaft, müssen Antworten geben. Heute ist ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Land.“
Zugbegleiter nach Faustschlägen gegen den Kopf gestorben
Nach Angaben der Polizei hatte ein 26 Jahre alter Mann den 36 Jahre alten Mitarbeiter der Deutschen Bahn am Montagabend angegriffen, als der Zug gerade den rheinland-pfälzischen Bahnhof Landstuhl verließ. Gegen den 26-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen, wie die Staatsanwaltschaft Zweibrücken mitteilte.

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn. (Archivbild)
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Da der 26-Jährige keinen Fahrschein vorzeigen konnte, sollte er des Zuges verwiesen werden – daraufhin kam es laut Polizei zum Angriff. Der Schwarzfahrer habe „hemmungslos“ auf den Schaffner eingeschlagen, berichtete die „Bild“-Zeitung. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Zweibrücken bestätigte die Angaben am Mittwoch. Nach bisherigem Ermittlungsstand sei somit keine Waffe zum Einsatz gekommen.
Nach den offenbar zahlreichen Faustschlägen gegen den Kopf sei der Zugbegleiter schließlich zusammengebrochen und noch im Zug reanimiert worden. Fahrgäste leisteten Erste Hilfe und alarmierten die Polizei. Rund zehn Minuten später habe ein Notarzt den Zug erreicht, der Angreifer sei indessen mit Handschellen abgeführt worden.
Ärzte kämpften vergeblich um das Leben des Zugbegleiters
Der lebensgefährlich Verletzte wurde nach dem Angriff zunächst in ein Krankenhaus gebracht. Dort versuchten Ärzte seit Montag, das Leben des 36-Jährigen zu retten. „Er liegt aktuell im Krankenhaus, die Ärzte kämpfen um sein Leben“, hatte DB-Chefin Palla bereits am Dienstag erklärt. Der Kollege habe nur seinen Job gemacht und sei dabei „auf brutalste Weise“ angegriffen worden.
„Der Tatverdächtige ist ein 26-jähriger griechischer Staatsbürger ohne Wohnsitz in Deutschland“, zitierte die Boulevardzeitung eine Polizeisprecherin. „Er wurde gestern noch einem Haftrichter vorgeführt. Dieser hat einen Haftbefehl erlassen.“ Gegen den Mann besteht der dringende Verdacht des Totschlags.
Schweigeminute geplant: „Heute steht die Eisenbahnerfamilie still“
Nach dem tödlichen Angriff ruft die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) unterdessen zu einer Schweigeminute auf. „Wir sind erschüttert und trauern um unseren Kollegen“, teilte der EVG-Vorsitzende Martin Burkert.
„Heute steht die Eisenbahnerfamilie still.“ Die Schweigeminute soll heute um 15.00 Uhr stattfinden. „Ab morgen erhöhen wir nochmal den Druck“, schrieb die Gewerkschaft weiter. „Dieser brutale Überfall muss jetzt ein Umdenken einleiten.“ Die Politik müsse Maßnahmen für mehr Sicherheit ergreifen. (das/dpa)


