Die geplante Vollsperrung der Bahnstrecke zwischen Köln und Bonn ab Januar 2028 muss für Pendler erträglicher gestaltet werden, fordert der Verkehrsclub Deutschland.
Widerstand gegen BaupläneBahn muss Pendlern zwischen Köln und Bonn mehr Alternativen bieten

Der Bahnübergang auf der Luxemburger Straße soll abgebrochen und neu gebaut werden. Der VCD fordert für die 17 Monate lange Vollsperrung ab Januar 2028 zwischen Köln und Bonn mehr Alternativen für Pendler.
Copyright: Alexander Schwaiger
Gegen den geplanten Abbruch und den Neubau der Bahnbrücken Luxemburger Straße und Zülpicher Straße hat ein Bürgerbündnis „Rettet die Eisenbahnbrücken“ fristgerecht Einwendungen beim Eisenbahnbundesamt geltend gemacht. Auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) wehrt sich gegen die Pläne.
Die Infrastrukturgesellschaft der DB will ab Januar 2028 die beiden mehr als 120 Jahre alten Brücken auf dem innerstädtischen linksrheinischen Eisenbahnring durch Neubauten ersetzen und für den Ausbau des S-Bahn-Rings erweitern. Gleiches gilt für die Brücken an der Vogelsanger und Venloer Straße. Dort ist das Verfahren abgeschlossen und der Austausch genehmigt.
Das Bürgerbündnis ist der Überzeugung, dass es auch andere Lösungen gibt und verweist auf eine Vereinbarung zwischen dem Stadtkonservator und der DB Netz AG. „Sie besagt, dass die unter Denkmalschutz stehenden Brücken an der Deutz-Mülheimer Straße abgerissen werden dürfen. Dafür sollen die vier Brücken des linksrheinischen Innenstadtrings erhalten bleiben“, sagt der Sprecher des Bündnisses, Roland Schüler.
Alles zum Thema Barbarossaplatz
- Widerstand gegen Baupläne Bahn muss Pendlern zwischen Köln und Bonn mehr Alternativen bieten
- Hotspots, Sicherheit, Absperrungen So bereiten sich Stadt, Polizei und Feuerwehr auf die Karnevalstage vor
- Weg aus der Arbeitslosigkeit Kölner Gründer: „Wenn wir scheitern, probieren wir etwas Neues“
- 12 Kölsche Adressen Wo man in Köln richtig guten Sauerbraten bekommt
- So sprechen Kölner Promis wie Brings und Campmann über Rassismus
- Chaos am Chlodwigplatz Ist die Kölner Südstadt am 11.11. der neue Hotspot?
- 11.11. in Köln Wieder deutlich mehr Andrang im Zülpicher Viertel – Nicht überall friedlich
Bereits seit 2012 hätten sich Denkmalschützer für den Erhalt der Brücken eingesetzt. Sie seien „bedeutende Bauwerke der Eisenbahngeschichte“ und erinnerten an die ehemaligen Stadttore, so Schüler, auch Bürgermeister des Stadtbezirks Lindenthal.
Viel Hoffnung, dass sich wenigstens die beiden Brücken an der Luxemburger und Zülpicher Straße retten lassen, hat das Bündnis allerdings nicht und wirft der Bahn Versäumnisse bei der Instandhaltung vor.
Für den Bahnhof Süd schlägt das Bündnis vor, die Zülpicher Straße zwischen Dasselstraße und Zülpicher Wall umzugestalten und die Haltestelle der Linie 9 zu verlegen. Der barrierefreie Zugang zu den Bahnsteigen mit Aufzügen in der neuen Personenunterführung könne dennoch umgesetzt werden.
Der geplante Neubau eines Mittelbahnsteigs unter der neuen Bahnbrücke an der Luxemburger Straße schaffe keine neue direkte Verbindung zu den Bahnsteigen der DB, weil die Aufzüge aus Platzgründen in die Widerlager auf der Nordseite der neuen Brücke eingebaut werden müssen.
Mindestens zwei Behelfsbahnsteige in der Nähe des Bahnhofs Süd
Einwendungen gegen das Planfeststellungsverfahren kommen auch vom Regionalverband Köln des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).
Die Planungen, die eine 17 Monate lange Vollsperrung der Strecke zwischen den Hauptbahnhöfen von Köln und Bonn vorsehen, seien für die Fahrgäste unzumutbar. Beim geplanten Austausch der Brücken an der Venloer und Vogelsanger Straße habe die Bahn zunächst den Einbau von Hilfsbrücken vorgesehen, um einen zweigleisigen Zugbetrieb auch während der Bauzeit zu garantieren. Dieser Plan sei später aufgegeben und durch das neue Bauverfahren mit Vollsperrung ersetzt worden, ohne die Öffentlichkeit daran zu beteiligen.
Der VCD fordert daher den Bau von zwei Behelfsbahnsteigen, damit während der 17 Monate dauernden Sperrung zwischen Köln und Bonn/Euskirchen wenigstens vier Züge pro Stunde und Richtung fahren können. Die Pläne der Bahn sehen bisher nur einen Behelfsbahnsteig in der Nähe der Südbrücke vor. Aus VCD-Sicht macht der wenig Sinn, weil die Innenstadt von dort aus mit der Linie 17 der KVB ohne Umsteigen nicht zu erreichen ist. Deshalb müsse es einen zweiten Bahnsteig in der Nähe des Bahnhofs Süd geben. Von dort seien die Universität, die Uni-Klinik, der Barbarossaplatz und die Haltestelle Eifelwall in wenigen Minuten Fußweg zu erreichen.
Dass es einen zweiten Umsteigepunkt geben muss, haben die Bahn und der Verkehrsverband go.Rheinland inzwischen wohl akzeptiert. Er wird aber wohl etwas südlich an der Rudolf-Amelunxen-Straße gebaut, weil es dort keine Wohnhäuser gibt und keine Bäume gefällt werden müssen. Der Nachteil: Dort können nur Dieselzüge von und nach Euskirchen halten, weil die Oberleitung fehlt. Deshalb soll man am Bahnhof Hürth-Kalscheuren ohne Wartezeit zwischen den Zügen wechseln können, die zwischen Bonn und Köln oder Euskirchen und Köln pendeln.

