Kölner Stadt-Anzeiger · Community

Kommentare · 0

Abo

Tsunami-Warnung aufgehobenSchweres Erdbeben erschüttert Panama

3 min
Ein Fahrzeug steht zerdrückt unter einem eingestürzten Gebäude, nachdem ein Erdbeben Penonome in Panama erschüttert hatte.

Ein Fahrzeug steht zerdrückt unter einem eingestürzten Gebäude, nachdem ein Erdbeben Penonome in Panama erschüttert hatte.

Ein schweres Erdbeben in Panama könnte gefährliche Wellen an mehreren Küsten Mittel- und Südamerikas auslösen. Über mögliche Schäden oder Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.

Ein schweres Erdbeben hat Panama erschüttert und eine Tsunami-Warnung für mehrere Länder an der Pazifikküste ausgelöst.

„Auf Grundlage der vorläufigen Erdbebenparameter sind weiträumig gefährliche Tsunami-Wellen möglich“, teilte das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum in Honolulu mit.

Erdbeben in Panama mit Stärke bis zu 8,0

Das Beben ereignete sich nach Angaben des US-Geologischen Dienstes (USGS) am Freitag um 12.56 Uhr Ortszeit in Panama. Das Epizentrum lag demnach rund zehn Kilometer west-südwestlich von Pitaloza Arriba im zentralen Süden des Landes, in einer Tiefe von zehn Kilometern.

Der USGS bezifferte die Stärke auf 7,6. Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum in Honolulu hatte eine Stärke von 8,0 und eine Tiefe von 33 Kilometern angegeben.

as Beben ereignete sich nach Angaben des US-Geologischen Dienstes (USGS) am Freitag um 12.56 Uhr Ortszeit in Panama. Das Epizentrum lag demnach rund zehn Kilometer westsüdwestlich von Pitaloza Arriba im zentralen Süden des Landes, in einer Tiefe von rund zwölf Kilometern. Der USGS bezifferte die Stärke zunächst auf 7,6, erhöhte sie nachträglich auf 7,7. Das Warnzentrum in Honolulu hatte zunächst eine Stärke von 8,0 und eine Tiefe von 33 Kilometern angegeben.

In mehreren Regionen Panamas verließen Menschen aus Angst vor weiteren Erschütterungen ihre Häuser, Arbeitsplätze und Geschäfte. In der Hauptstadt wurden Straßen, Parkplätze und Parks zu Sammelpunkten für Menschen, die Gebäude vorsorglich verlassen hatten.

Menschen mit Babys im Arm verlassen das Kinderkrankenhaus, nachdem am 9. Oktober 2026 in Panama-Stadt nach einem Erdbeben der Stärke 7,6 ein Nachbeben der Stärke 6,0 zu spüren war.

Menschen mit Babys im Arm verlassen das Kinderkrankenhaus, nachdem am 9. Oktober 2026 in Panama-Stadt nach einem Erdbeben der Stärke 7,6 ein Nachbeben der Stärke 6,0 zu spüren war.

„Es war der größte Schrecken meines Lebens“, sagte eine Frau dem panamaischen Fernsehsender TVN, nachdem sie während des Bebens nach ihrem Baby und ihrem Mann gesucht hatte. Ein anderer Augenzeuge sagte, er habe sich zunächst erschrocken, sei mit den Händen über dem Kopf nach draußen gelaufen und habe sich neben Stützpfeilern in Sicherheit gebracht.

Schäden in mehreren Provinzen

Nach Angaben panamaischer Medien wurden unter anderem in Penonomé Schäden festgestellt. Die Stadt liegt rund 150 Kilometer westlich der Hauptstadt Panama-Stadt in der Provinz Coclé. Betroffen waren demnach ein Turm der Kathedrale San Juan Bautista, ein Hotel und das Gebäude der Provinzverwaltung. Auch an der Kathedrale von Santiago in der Provinz Veraguas wurden Schäden gemeldet. Dutzende Nachbeben wurden registriert. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.

Die Regierung ordnete die Schließung staatlicher Einrichtungen an und setzte den Nachmittagsunterricht landesweit aus. Der internationale Flughafen Tocumen unterbrach den Betrieb vorübergehend für Sicherheitsüberprüfungen, nahm den Flugbetrieb danach aber wieder auf. Wegen strombedingter Störungen kam es in einigen Gebieten außerdem zu Einschränkungen bei der Trinkwasserversorgung. Der Panamakanal blieb laut Kanalverwaltung in Betrieb. Präsident José Raúl Mulino hatte die Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen. „Das Geschehene darf nicht dazu benutzt werden, Alarm auszulösen und Unruhe zu stiften“, schrieb er auf der Plattform X.

Mehrere schwere Erdbeben in der Region

Die Schäden in Panama weckten Erinnerungen an schwere Erdbeben in anderen Teilen der Region in den vergangenen Monaten. In Venezuela kamen bei zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 im Juni Tausende Menschen ums Leben.

Bei einem Beben der Stärke 7,4 in Kolumbien im August starben über 300 Menschen. Kolumbiens Präsident Abelardo de la Espriella bekundete Panama seine Solidarität. „Panama ist nicht allein! Ihr könnt auf die Unterstützung Kolumbiens zählen und darauf, dass wir bereit sind, jede benötigte Hilfe zu leisten“, schrieb er auf X. Auch US-Außenminister Marco Rubio bekundete Panama die Solidarität der USA und kündigte an, Washington werde auf Bitten der Regierung Hilfskräfte und weitere Unterstützung mobilisieren. (dpa/red)