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Schuldig gesprochenFrau vergiftet Ehemann und schreibt Kinderbuch über Trauer

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Symbolbild zum Thema Nervengift. Nervengift.

Kouri Richins wurde schuldig gesprochen, ihren eigenen Ehemann mit Gift getötet zu haben. (Symbolbild)

Sie soll ihren Gatten mit einer toxischen Substanz umgebracht haben – kurz darauf publiziert sie ein Buch für Kinder über Verlust. 

Im amerikanischen Bundesstaat Utah ist ein besonders aufsehenerregender Mordfall zu einem Abschluss gekommen, wie „The Guardian“ meldet. Kouri Richins wurde für schuldig befunden, ihren eigenen Gatten ermordet zu haben. Die Jury schloss sich der Sichtweise der Staatsanwaltschaft an. Dieser zufolge soll sie ihm eine letale Menge des potenten Schmerzmittels Fentanyl gegeben haben. Die Substanz mischte sie demnach in einen „Moscow Mule“-Cocktail, den sie für ihn zubereitete.

Kouri Richins soll ihren Ehemann mit Fentanyl vergiftet haben

Der Fall erregt insbesondere wegen der hinterhältigen Inszenierung weltweites Aufsehen. Nach dem unerwarteten Ableben ihres Mannes gab sich Richins in der Öffentlichkeit als trauernde Witwe. Sie kümmerte sich um ihre Kinder und bekam viel Anteilnahme aus ihrem sozialen Umfeld. Nach außen hin wirkte sie wie eine Person, die einen schweren Schicksalsschlag verarbeiten muss.

Parallel dazu verdichtete sich im Zuge der Ermittlungen der Verdacht gegen sie. Besonders pikant: Unmittelbar nach dem Ableben ihres Gatten brachte Richins ein Kinderbuch zum Thema Trauer heraus. Es trägt den Titel „Are You with Me?“ („Bist du bei mir?“). In dem Werk legt sie dar, wie Kinder mit dem Tod eines nahestehenden Menschen umgehen können – zu einer Zeit, als die Ermittler bereits einem Tötungsdelikt nachgingen.

Giftmörderin schrieb Kinderbuch über Trauer

Im Gerichtsverfahren kamen mehrere belastende Fakten zutage. Laut Staatsanwaltschaft soll es schon zuvor einen weiteren Versuch gegeben haben, ihren Mann zu vergiften. Des Weiteren wurden ihre Internet-Suchanfragen zum Thema gemacht. Diese befassten sich mit tödlichen Mengen und der Effektivität von Giften und dienten als Beweismittel.

Als hauptsächlicher Beweggrund wird Geld angenommen. Richins soll mit beträchtlichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert gewesen sein. Sie erhoffte sich anscheinend finanzielle Gewinne durch den Tod ihres Gatten. Die Geschworenen erachteten die Beweisführung als ausreichend und kamen zu einem Schuldspruch. Ihr droht nun eine mehrjährige Gefängnisstrafe, die bis zu lebenslang ausfallen kann.

Bei der Verkündung des Urteils zeigte die Verurteilte so gut wie keine Gefühlsregung. Sie blieb äußerlich beherrscht, vermied Augenkontakt und schaute wiederholt zu Boden. Während der Richter den Schuldspruch verlas, soll sie lediglich einmal tief Luft geholt haben. Eine erkennbare emotionale Reaktion, ein Gefühlsausbruch oder gar ein Kollaps blieben aus. (jag)