Kölner Stadt-Anzeiger · Community

Kommentare · 0

Abo

Methode und Ort schon klarUSA wollen Hinrichtung eines Ex-Militärs im Livestream übertragen

3 min
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hält eine Rede auf dem US-Friedhof in der Normandie anlässlich des 82. Jahrestages der D-Day-Landung in Colleville-sur-Mer.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat sich zu Plänen geäußert, das Todesurteil gegen einen Ex-Militär öffentlich zu vollstrecken.

Anfang Dezember soll ein Ex-Militär hingerichtet werden, der 13 Menschen tötete.

Ende September sorgte die verpfuschte Hinrichtung von Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee für ein Wiederaufleben der Debatte über die Todesstrafe. Nun plant das US-Verteidigungsministerium, Anfang Dezember ein Todesurteil öffentlich zu vollstrecken, erstmals seit fast 100 Jahren.

„Wir werden dafür sorgen, dass die Menschen die Hinrichtung verfolgen können; dass es öffentlich stattfindet“, zitiert die „Washington Post“ US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. Geplant ist demnach, die Tötung des verurteilten Attentäters von Fort Hood, Nidal Malik Hasan, durch ein Exekutionskommando per Livestream zu zeigen. Er werde vor ein Hinrichtungskommando aus Soldaten gestellt – so wie es sein sollte, sagte Hegseth in einem Interview des regierungsnahen Senders „Real America’s Voice“.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth: „Die Menschen müssen verstehen“

Hegseth begründet seinen Vorstoß mit der Prävention von Gewaltverbrechen. Die Menschen müssten verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen, so der Minister. Zugleich habe diese Vollstreckung der Todesstrafe auch eine hohe Symbolik, weil sie am Schauplatz des Anschlags selbst und zur exakt gleichen Uhrzeit erfolge.

„Natürlich werden wir es in Fort Hood tun“, sagte Hegseth. „Und zwar an einem Donnerstag um 13.00 Uhr - genau zu der Zeit, zu der er es getan hat.“ Auch zur Methode äußerte sich der Minister. Soldaten mit Gewehren bildeten das Exekutionskommando; „das haben wir seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gemacht.“ Aber die Mentalität der US-Truppen im Zweiten Weltkrieg gefalle ihm.

Hegseth befand sich Medienberichten zufolge während des Interviews an Bord des Flugzeugträgers „U.S.S. Abraham Lincoln“. Das Pentagon bestätigte später die geplante Übertragung der Hinrichtung.

Ex-Militär für Blutbad zum Tode veruteilt

Hasan hatte im November 2009 mit einer privaten Handfeuerwaffe auf dem Gelände der Militärbasis Fort Hood im Bundesstaat Texas ein Blutbad angerichtet. Vier Jahre später wurde er in einem Militärgerichtsverfahren wegen 45 Fällen von vorsätzlichem Mord und versuchten vorsätzlichen Mordes verurteilt. Insgesamt starben damals 13 Menschen; weitere 32 wurden teils schwer verletzt.

Der damals als Militärpsychiater tätige Tatverdächtige gestand die Morde und begründete sie mit den nach seiner Meinung illegalen und unmoralischen Kriegen in Afghanistan und im Irak als Reaktion der USA auf die Terroranschläge vom 11. September 2001. Hegseth kritisierte nun, der damalige Präsident Barack Obama habe den Anschlag von Fort Hood nie als Terroranschlag bezeichnet.

Die „New York Times“ kommentierte, die öffentliche Zurschaustellung von Hinrichtungen sei eine Praxis, die in den Vereinigten Staaten vor fast einem Jahrhundert abgeschafft worden sei – und heute nur noch in einer Handvoll Ländern wie dem Iran, Nordkorea und in dem von den Taliban regierten Afghanistan üblich sei.

Trump: „Gerechtigkeit widerfahren lassen“

Zuletzt fand eine öffentliche Hinrichtung 1936 in Owensboro im US-Bundesstaat Kentucky statt. Damals wurde der junge Afroamerikaner Rainey Bethea wegen der ihm zur Last gelegten Vergewaltigung einer älteren weißen Frau zum Tode verurteilt. Rund 20.000 Menschen sollen seine Tötung damals vor Ort verfolgt haben.

Die Vollstreckung der Todesstrafe gegen Major Hasan wäre die erste durch die US-Militärgerichtsbarkeit seit 1961. Zugleich wäre Hasan der erste US-Soldat seit dem Zweiten Weltkrieg, der durch ein Erschießungskommando hingerichtet würde. Präsident Donald Trump hatte sich ebenfalls zu Wort gemeldet und sagte: „Wir werden einem bösartigen Mörder endgültige Gerechtigkeit widerfahren lassen.“