Der Wal verrottet schon seit zwölf Tagen auf einer Sandbank vor der Insel Anholt. So soll es weitergehen.
„Wie eine Bombe zu entschärfen“„Entgasung“ zu riskant – Neue Spekulationen um Todesursache

Der tote Buckelwal „Timmy“ liegt aufgebläht vor der dänischen Insel Anholt.
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Das Schicksal des toten Buckelwals „Timmy“ vor der dänischen Insel Anholt ist weiterhin ungewiss. Obwohl die dänische Naturschutzbehörde bereits seit Anfang der Woche über eine mögliche Bergung beraten wollte, wurde bis Donnerstagmorgen keine Entscheidung bekannt gegeben.
Die für Dienstag geplante Bergung musste aufgrund von hohem Wellengang und starken Winden abgesagt werden. Der Wal steckt jetzt schon seit zwölf Tagen auf einer Sandbank vor der Insel Anholt fest und verrottet dort.
Toter Buckelwal „Timmy“ droht zu explodieren
Unterdessen füllt sich der Kadaver von „Timmy“ mit Fäulnisgasen und wird immer praller. Vor allem der Kehlsack des Meeressäugers ist stark aufgebläht. Die Haut dieses Körperteils ist demnach außergewöhnlich dehnbar.
Eine Bergung wäre ohnehin gefährlich, denn der aufgeblähte Kadaver des toten Buckelwals könnte jeden Moment explodieren. Bereits vergangene Woche hatte ein Experte vor einer hohen Explosionsgefahr gewarnt. „Der Druck im Inneren des Tieres baut sich immer weiter auf, und irgendwann könnte es mit einem großen Knall in die Luft fliegen“, sagt der Walforscher Fabian Ritter. „Eine solche Situation ist schon fast abzusehen.“
Kadaver von Wal Timmy ist stark aufgebläht
Um die Explosionsgefahr des Kadavers zu verringern, galt ein gezielter Schnitt als die beste, wenn auch riskante Lösung. Die Rede ist von einer „Entgasung“. Allerdings hätte dieser frühzeitig erfolgen müssen. Zum jetzigen Zeitpunkt wird ein solcher Schnitt als zu gefährlich eingestuft.

Schon seit fast zwei Wochen liegt Buckelwal „Timmy“ vor der dänischen Insel Anholt.
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Auch der dänische Walforscher und Biologe Peter Teglberg Madsen warnt davor im „Spiegel“. „Die Gefahr einer Explosion besteht. Dabei fliegen kiloschwere Fleischbrocken durch die Luft, die tödlich sein können“, erklärt Madsen. Deshalb muss der Wal zunächst mit einem langen Messer „entgast“ werden. Das sei „wie eine Bombe zu entschärfen“.
Spekulationen um Todesursache: Ist Wal „Timmy“ ertrunken?
Eine gründliche Obduktion ist ebenfalls geplant. Dann soll die Todesursache festgestellt werden. Laut der Einschätzung der Wildtiermedizinerin Kerstin Alexandra Dörnath ist Wal „Timmy“ nach seiner Freilassung in tiefem Gewässer ertrunken. Das sagte sie „T-Online“.
Die tiefen Wunden bei „Timmy“ haben Ende vergangener Woche die Debatte um die missglückte Rettungsaktion neu entfacht. Besonders auffällig sind die tiefen, länglichen Einkerbungen im Bereich der Schwanzflosse.
Die wochenlange Odyssee des Wals „Timmy” vor der deutschen Ostseeküste nahm ein tragisches Ende. Zwar gelang es einer privaten Rettungsinitiative Mitte April noch, das mehrfach gestrandete Tier einzufangen und ins offene Meer zu schleppen, doch nur einen Monat später wurde sein Kadaver vor Dänemark gefunden. (mbr)
