Die Lage um Buckelwal „Timmy“ in der Wismarer Bucht: Das geschwächte Tier atmet noch, doch Experten haben kaum Hoffnung.
Bangen um „Timmy“Buckelwal liegt regungslos in der Ostsee – Mahnwache geplant

Die von Greenpeace Deutschland zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt den gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel in der Ostsee. (Archivbild)
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Das Schicksal des Buckelwals „Timmy“, der seit Wochen die Öffentlichkeit in Atem hält, scheint sich in der Kirchsee vor der Insel Poel zu vollenden. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, bot sich den Experten am Donnerstagmorgen (2. April 2026) ein besorgniserregendes Bild: Der Meeressäuger liegt weitgehend regungslos im flachen Wasser. Da der Pegel der Ostsee zuletzt sank, bläst das geschwächte Tier derzeit keine sichtbare Fontäne mehr in den Himmel.

Mecklenburg-Vorpommern, Weitendorf-Hof: Der Buckelwal liegt am Vormittag noch immer auf einer Sandbank vor der Insel Poel.
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Dennoch gibt es ein schwaches Lebenszeichen. Informationen von Greenpeace zufolge atmet der Wal weiterhin. Fachleute des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund und des Landwirtschaftsministeriums beobachten die Situation vor Ort genau, betonen jedoch die Aussichtslosigkeit der Lage.
Laut dem wissenschaftlichen Direktor des Meeresmuseums, Burkard Baschek, zeige das Tier kaum noch Reaktionen auf seine Umwelt. Die Versuche, den Wal zu retten, wurden bereits am Mittwoch eingestellt, um ihm einen friedlichen Abschied zu ermöglichen.
Wal „Timmy“: Menschenkette und Sperrzonen
Trotz der offiziellen Entscheidung, die Natur ihrem Lauf zu lassen, ist die Anteilnahme der Bevölkerung ungebrochen. Für Donnerstagvormittag um 11.00 Uhr ist eine Menschenkette auf der Insel Poel geplant, um ein Zeichen des Mitgefühls für den sterbenden Riesen zu setzen.
Die Polizei hat unterdessen weitreichende Schutzmaßnahmen ergriffen:
- Eine Sperrzone von 500 Metern wurde rund um den Fundort eingerichtet.
- Drohnenüberflüge sind strikt untersagt, um den Stress für das Tier zu minimieren.
- Einsatzkräfte halten Schaulustige am Strand von Kirchdorf zurück.
Die Bedingungen in der Bucht sind extrem. Bei Wassertemperaturen von nur drei Grad und sinkenden Pegelständen liegt „Timmy“ zunehmend auf dem Grund auf. Meeresbiologen bezeichnen den Zustand des Wals als qualvoll.
Da der Wal nicht mehr aus eigener Kraft in tiefere Gewässer gelangen kann und jede menschliche Intervention als reine Tierquälerei eingestuft wird, bleibt den Helfern nur die Beobachtung. Minister Till Backhaus rief dazu auf, dem Tier die nötige Ruhe zu gewähren. Wie lange dieser letzte Weg des Buckelwals noch dauern wird, bleibt ungewiss.

