Lage spitzt sich zu: Während der Wasserstand sinkt, eskaliert der Streit im Team. Schafft das „Fisch-Menü“ die Rettung für Buckelwal „Timmy“?
Wettlauf gegen die ZeitWal „Timmy“ soll „Fisch-Menü“ bekommen – Team zerstreitet sich

Der Buckelwal liegt vor der Insel Poel an der gleichen Stelle wie am Vorabend. Der bei Wismar gestrandeten Buckelwal hatte sich am 20.04.2026 freigeschwommen und mehrere Kilometer bewegt. Eine privaten Initiative versucht seit Tagen den Wal zu retten.
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Die Rettung des in der Ostsee gestrandeten Buckelwals „Timmy“ spitzt sich am Dienstagmorgen (21. April 2026) dramatisch zu. Nachdem sich das Tier am Montag vorübergehend befreien konnte, sitzt es nun erneut auf einer Sandbank vor Wismar fest. Sinkende Wasserstände und interne Spannungen im Rettungsteam erschweren laut der „Bild“-Zeitung die Mission massiv.
Technische Maßnahmen gegen den sinkenden Pegel
Da der Wasserstand der Ostsee weiter fällt, ragt der Körper des Wals immer weiter aus dem Wasser. Die Helfer vor Ort setzen derzeit alles daran, das Tier feucht zu halten und die Atmung zu erleichtern:

Mit einem Boot nähert sich ein Rettungsteam dem gestrandeten Buckelwal (rechts), um mit der Ausrüstung an Bord die Befreiungsaktion vor der Küste Poels zu unterstützen.
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Kühlung und Bewässerung: Einsatzkräfte der DLRG und freiwillige Helfer bespritzen den Wal kontinuierlich mit Wasser und nutzen Schläuche, um ein Austrocknen der Haut zu verhindern.
Sandspülungen: Mit Hochdruckrohren und sogenannten Sea-Scootern versuchen Retter, den Sand unter dem Wal wegzuspülen. Ziel ist es, eine Mulde zu schaffen, damit „Timmy“ seine Brustflossen wieder frei bewegen kann. Ein größerer Saugbagger wurde für diese Aufgabe angefordert.
Nahrungsangebot: Da ungewiss ist, wann der Wal zuletzt gefressen hat, plant Umweltminister Till Backhaus (SPD), dem Tier Heringe und Shrimps anzubieten.
Minister Backhaus: „Hoffnung stirbt zuletzt“
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus, der die Nacht teilweise selbst vor Ort verbrachte, beschrieb den Zustand des Tieres als „kurzatmig“. Dennoch zeige der Wal durch das Blasen von Fontänen und Bewegungen der Flossen weiterhin Lebenswillen. Backhaus betonte am Morgen, dass Entscheidungen nun unbürokratisch und schnell getroffen werden müssten, um das Überleben des Tieres zu sichern.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus.
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Backhaus plant nun, dem Wal Heringe und Shrimps anzubieten, um dessen Kräfte zu mobilisieren. Doch ob „Timmy“ überhaupt noch fressen kann, ist ungewiss. Der Wal zeigt zwar noch Lebenszeichen und bläst Fontänen, doch die Zeit für eine erfolgreiche Befreiung aus der Sandfalle läuft unwiderruflich ab.
Krisenstimmung im Helfer-Team
Überschattet wird die Rettungsaktion laut „Bild“ von personellen Rückschlägen. Nach dem lautstarken Abgang der US-amerikanischen Expertin und Tierärztin Dr. Jenna Wallace aus Hawaii hat nun auch die Pressesprecherin des Rettungsteams, Christiane von Gregory, ihren Rücktritt erklärt. Als Grund nannte sie Rahmenbedingungen vor Ort, die nicht mehr den professionellen Standards entsprächen.
Trotz der prekären Lage löst das Schicksal des Wals eine enorme Welle der Solidarität aus. Wie eine Sprecherin des WWF mitteilte, ist die Zahl der Walpatenschaften in den vergangenen Wochen sprunghaft angestiegen. Viele Menschen verfolgen die Ereignisse in der Wismarer Bucht mit großer Anteilnahme, während die Experten vor Ort um jede Stunde kämpfen.

