Die Lage für den Buckelwal wird zunehmend ernster. Experten hoffen, dass das Tier mit etwas Ruhe Kraft sammeln und sich selbst befreien kann.
Rückschlag über NachtSorge um Wal „Timmy“ wächst – schwierige Lage am Morgen
Die Lage für Buckelwal „Timmy“ vor Wismars Ostseeküste bleibt angespannt. Auch am frühen Mittwochmorgen sitzt das Tier weiterhin vor der Insel Poel fest. Wie ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommern der „Bild“-Zeitung sagte, habe der Wal die Nacht in der Bucht verbracht und liege nach wie vor ungünstig.
Buckelwal „Timmy“ liegt ungünstig
Trotz der schwierigen Situation gibt es zumindest ein Lebenszeichen: „Timmy“ atmet und zeigt Bewegungen. Allerdings befindet er sich weiterhin in flachem Wasser, die verwinkelte Bucht erschwert eine eigenständige Befreiung.

Der Buckelwal am Montagnachmittag vor der Insel Poel.
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Bereits am frühen Morgen liefen erste Vorbereitungen an. Mit Tagesanbruch machten sich Einsatzkräfte und Experten daran, den Zustand des Wals zu prüfen. Ein Schlauchboot mit mehreren Fachleuten ist inzwischen vor Ort, unterstützt durch Drohnenbeobachtungen – bewusst mit Abstand, um das Tier nicht zusätzlich zu stressen.
Einschätzung der Experten fällt ernüchternd aus
Die Einschätzung der Experten fällt dennoch ernüchternd aus. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hatte bereits am Vorabend erklärt, die „Gesamtprognose“ für den Wal sei „nicht gut“. Grund dafür sind vor allem die flachen Gewässer und die schwierige Lage in der Bucht.
Auch Meeresschutz-Expertin Franziska Saalmann von der Organisation Greenpeace sagte: „Wir hoffen, dass ihm Ruhe erneut die Möglichkeit gibt, dass er die Kraft zusammennimmt und da nochmal freischwimmt.“ Das Tier sei aktiv und versuche freizukommen.

Der Buckelwal liegt am Motnagnachmittag noch immer in der Wismarer Bucht. (Archivbild)
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Zwar besteht weiterhin die Hoffnung, dass sich „Timmy“ aus eigener Kraft befreien kann. Doch klar ist auch: Der Weg zurück in tiefere Gewässer bleibt schwierig – und die Zeit arbeitet gegen das geschwächte Tier.
Unklar ist weiterhin, wie der Buckelwal – sollte er sich erholen – den beschwerlichen Weg zurück in den Atlantik finden soll. Die Route führt aus der Ostsee entlang der dänischen Küste nach Norden. Von der Wismarer Bucht aus müsste das Tier zunächst die deutschen Gewässer verlassen und durch die Ostsee Richtung Dänemark schwimmen – vorbei an Kopenhagen.
Anschließend verläuft der Weg entlang der Ostküste Dänemarks bis in Höhe von Aalborg. Von dort geht es durch das Kattegat in Richtung Nordsee, vorbei an Göteborg in Schweden, und schließlich hinaus in den Atlantik. Eine lange, kräftezehrende Strecke – und für den geschwächten Wal eine enorme Herausforderung.

