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„Kölsche Kippa Köpp“-Präsident„Früher waren antisemitische Zuschriften anonym, heute nicht mehr“

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Aaron Knappstein, Präsident des jüdischen Karnevalsvereins „Kölsche Kippa Köpp“

Aaron Knappstein, Präsident des jüdischen Karnevalsvereins „Kölsche Kippa Köpp“

Aaron Knappstein spricht in „Talk mit K“ über jüdische Künstler im Karneval, zunehmenden Antisemitismus und Fröhlichkeit in Zeiten des Krieges.

Aaron Knappstein ist das, was man einen kölschen Jung nennt. In Köln geboren ist er, bis auf einige Jahre im Ausland, der Stadt treu geblieben. Der 53-Jährige ist ein großer Karnevalsjeck und als solcher die Idealbesetzung für das Amt des Präsidenten bei den „Kölsche Kippa Köpp“, der einzigen jüdischen Karnevalsgesellschaft weltweit. Doch wie soll und kann man als Jüdin oder Jude Karneval feiern nach dem Terror der Hamas, in Zeiten des Krieges und des zunehmenden Antisemitismus? Im Podcast „Talk mit K“ (auf allen gängigen Podcast-Plattformen oder hier im Player zu hören) schildert Knappstein, dass das Nebeneinander von Freude und Leid für Jüdinnen und Juden schon immer zum Alltag gehörte und dass es gerade in diesen Zeiten wichtig ist, jüdisches Leben zu zeigen, damit nicht der Hass seine Ziele erreicht.

Der jüdische Karnevalsverein will deutlich machen, dass jüdische Kölner immer Teil des karnevalistischen Lebens in der Stadt waren und dazu beitragen, den Karneval wieder stärker in die jüdische Gemeinschaft zu tragen. „Die Hemmschwelle, offen antisemitisch zu sein, sinkt“, sagt er. Seit dem Terror-Angriff der Hamas am 7. Oktober sei diese noch einmal gesunken. Er erzählt von Morddrohungen und einem Vermummten, der bei einem älteren Paar, Mitgliedern des Karnevalsvereins, an der Haustür klingelte, ihnen einen leeren Aschenbecher hinhielt und sagte: Hier ist Platz für 500 Juden. „Das hat uns sehr geschockt“, sagt Knappstein.

Der Podcast „Talk mit K“

Jeden Donnerstag um 7 Uhr gibt es eine neue Podcast-Folge „Talk mit K“, dem Talkformat des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Sie können ihn auf allen gängigen Podcast-Plattformen abrufen oder oben im Stream.

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