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Frank Ulrich Montgomery kritisiert Pharmaindustrie„Keine Verantwortung für Patienten, aber hohes Profitbewusstsein“

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Frank Ulrich Montgomery

Frank Ulrich Montgomery

Der Ärztekammer-Ehrenpräsident sieht auch im Herbst noch große Probleme wegen Medikamenten-Engpässen.

Köln. Ärztekammer-Ehrenpräsident Frank Ulrich Montgomery kritisiert die Pharmaindustrie scharf für den entstandenen gravierenden Medikamentenmangel in Deutschland: „Die Pharmaindustrie macht sich einen sehr schlanken Fuß, weil sie keine Gesamtverantwortung für die Behandlung der Patienten mit übernimmt“, sagt Montgomery im Podcast „Die Wochentester“ im Gespräch mit Ulrich Jörges und Christian Rach.

Man müsse die Pharmaindustrie dazu bringen, die bewährten guten Medikamente, also Generika, weiter zu produzieren, auch wenn sie damit nicht mehr den „großen Reibach“ machen könnten. Außerdem müssten die Medikamente in Europa hergestellt werden. „Das wird nur gehen in einem marktwirtschaftlich frei organisierten System, indem man ihnen dann auch mehr Geld dafür bezahlt. Aus staatlichen Mitteln muss das kommen in meinen Augen. Das wird eine harte Debatte, weil die Pharmaindustrie nicht gerade zu den notleidenden Industrien gehört, und an den Medikamenten sehr viel Geld verdient.“

Zwar seien jetzt Probleme für einzelne Kinderarzneimittel gelöst worden, doch insgesamt sei die Lage weiter prekär. „Ich sehe leider noch kein Licht am Horizont. Wir haben das Problem nicht grundsätzlich gelöst. Innerhalb des Chaos, das wir in dieser Regierung bei gesundheitspolitischen Beschlüssen sehen, bin ich nicht sicher, bis zum Herbst eine Lösung herbeizuführen.“

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